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Getreideschmalkäfer

Oryzaephilus surinamensis L

Changed on: 09.05.2019
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Die vor Jahrtausenden beginnende Vorratshaltung durch den Menschen und die damals noch recht mangelhafte Lagerung der Vorräte, förderte die Anpassung bis dahin frei lebender Insektenarten an ein Leben in Vorräten. Dieser Vorgang der Anpassung dauert auch heute noch an. Die meisten Vorratsschädlinge, so auch der Getreideschmalkäfer sind nicht einheimisch, sondern wurden und werden immer wieder als blinde Passagiere mit Importware eingeschleppt. Der Getreideschmalkäfer zählt zu den so genannten Sekundärschädlingen, die auf angebrochene Körner angewiesen sind, da sie nicht imstande sind, die intakte harte Schale von Samen anzugreifen. Der Getreideschmalkäfer wird auch Getreideplattkäfer genannt und gehört wie der ebenfalls häufige Rotbraune Leistenkopfplattkäfer (Cryptolestes ferugineus) zur Familie der Plattkäfer (Cucujidae).

Die vor Jahrtausenden beginnende Vorratshaltung durch den Menschen und die damals noch recht mangelhafte Lagerung der Vorräte, förderte die Anpassung bis dahin frei lebender Insektenarten an ein Leben in Vorräten. Dieser Vorgang der Anpassung dauert auch heute noch an. Die meisten Vorratsschädlinge, so auch der Getreideschmalkäfer sind nicht einheimisch, sondern wurden und werden immer wieder als blinde Passagiere mit Importware eingeschleppt. Der Getreideschmalkäfer zählt zu den so genannten Sekundärschädlingen, die auf angebrochene Körner angewiesen sind, da sie nicht imstande sind, die intakte harte Schale von Samen anzugreifen. Der Getreideschmalkäfer wird auch Getreideplattkäfer genannt und gehört wie der ebenfalls häufige Rotbraune Leistenkopfplattkäfer (Cryptolestes ferugineus) zur Familie der Plattkäfer (Cucujidae).

Schadorganismus

Die etwa 2,5 bis 3,0 mm großen, rot- bis dunkelbraun gefärbten, schlanken Käfer sind an ihrem Halsschild durch drei stumpfe Längsrippen und sechs Zähnchen an jeder Seite leicht erkennbar. Die Bewegungen der Käfer und Larven sind flink, fast ameisenartig. Die erwachsenen Käfer sind begrenzt flugfähig. Die Weibchen legen bis zu 300 Eier lose zwischen Getreidekörnern ab. Die 3-4 mm großen, gelblich glänzenden Larven durchlaufen 4 (unter schlechten Bedingungen auch 6) Stadien und verpuppen sich anschließend in einer kleinen Höhlung in der Nahrung oder in kleinen Spalten oder Ritzen des Lagers. Die Entwicklung ist zwischen 19°C und 38°C möglich. Unter optimalen Bedingungen (30°C und 70-80 % rel. F.) dauert die Entwicklung einer Generation weniger als ein Monat, bei 24°C etwa 2 Monate.
Bei Trockenheit steigt die Entwicklungsdauer und sinkt die Fruchtbarkeit der Weibchen. Die Lebensdauer der erwachsenen Käfer beträgt bei normalen mitteleuropäischen Temperaturen 6 bis 9 Monate. Temperaturen um -5°C werden einige Tage lang ertragen. Es muss daher angenommen werden, dass die Schädlinge im ungeheizten Lager überwintern können. Die Käfer wurden zwar vereinzelt im Freiland in Komposthaufen mit entsprechender Gärungswärme nachgewiesen, können aber unsere Winter im Freien normalerweise nicht überstehen. Das Hungervermögen der Käfer ist stark von der Umgebungstemperatur abhängig und beträgt beispielsweise 63 Tage bei 16°C.

Nahrung

Der Getreideschmalkäfer und seine Larven ernähren sich von Getreideprodukten aller Art, Nüssen, Drogen und kohlenhydratreichen Lebensmitteln. Als überwiegender Sekundärschädling benötigt er bereits beschädigte Samen (Bruchgetreide, angefressene Körner) wobei der Samenembryo bevorzugt gefressen wird. Für die Entwicklung der Larven sind krümelige Substrate wie Mehl besonders günstig. Die geringe Größe der Larven und Imagines sowie deren Beweglichkeit begünstigen das Eindringen in bereits verpackte Lebensmittel.

Schadsymptome und Schäden

Der Getreideschmalkäfer frisst hauptsächlich Krümel und erzeugt daher kein typisches Fraßbild. Im Getreidelager findet man ihn nur selten an der Oberfläche, so dass sein Befall oft erst sehr spät bemerkt wird. Bei hoher Befallsdichte kommt es durch die enorme Fraßtätigkeit von Käfern und Larven und den damit verbundenen Stoffwechselvorgängen zu einer Erhöhung der Temperatur im Lagergut bis zu 40°C. Anschließend siedeln sich Pilze und Bakterien an. Das Lagergut wird ungenießbar und nimmt einen jaucheähnlichen Geruch an. Durch die hohen Temperaturen im Lagergut entsteht Kondenswasser und das gelagerte Getreide beginnt an der Oberfläche auszuwachsen .

Bekämpfung

Verbreitung

Der Getreideschmalkäfer stammt vermutlich aus dem Mittelmeergebiet, ist aber mittlerweile weltweit verbreitet. Bei uns ist er in Lagerhäusern, Silos mit Getreide und Futtermitteln, bäuerlichen Betrieben, Lebensmittel verarbeitenden Betrieben und Haushalten anzutreffen. In Mitteleuropa kann er den Winter im Freien jedoch nicht überstehen.

Vorbeugung

  • Allgemeine Hygienemaßnahmen, wie periodische gründliche Reinigung der Vorratslager, Schädlingsmonitoring, Temperaturmessung, Kühlung, Trocknung, Entsorgung von Gerümpel und Putzabfällen, Vernichtung bereits befallener Vorräte, mechanische Abhaltung der Käfer durch Abdichtung von Fenstern und Türen (Insektengitter), Isolierung von Decken, Wänden und Leitungen (Vermeidung von Kondenswasserbildung), Verputzen von Spalten, Rissen und porösen Wänden.
  • Gründliche Reinigung von Ernte- und Transportmaschinen sowie von Lagerräumen vor Einlagerung der Ernte.
  • Leeraumbehandlung mit einem anerkannten Insektizid oder Wärmebehandlung.
  • Kühlung des Lagergutes auf 10-13°C

Nachweis

  • Periodische Temperaturmessung: ein Anstieg der Temperatur im Lagergut gibt Auskunft über das Vorhandensein von Vorratsschädlingen
  • Probennahme mit einem Getreidestecher (Abb. links)
  • Siebung der Proben mit einem Durchlaufsieb (Abb. rechts)
  • Geräuschmessung: Feststellung der Fraßgeräusche der Larven durch Einbringen eines empfindlichen Mikrophons in die gelagerten Vorräte

Bekämpfung

  • Inerte Stäube (Kieselgur) und Kontaktinsektizide ermöglichen bei guter Verteilung im Lagergut eine erfolgreiche Bekämpfung adulter Käfer und Larven. Bereits abgelegte Eier werden jedoch nicht erfasst und führen bei Temperaturen über 19°C zu einem neuerlichen Befall durch den Getreideschmalkäfer.
  • Eine sichere Abtötung gelingt mit gasförmigen Präparaten (Phosphorwasserstoff) und inerten Gasen (Stickstoff, Kohlenstoffdioxid) bei entsprechender Dichtheit der zu behandelnden Vorratslager. Auf jeden Fall müssen die vorgegebenen Dosierungen, Temperaturen und Einwirkungszeiten eingehalten werden.
  • Wärmebehandlung (60°C für 3 Minuten) bzw. Kältebehandlung (unter -10°C) sind möglich, aber aufgrund des hohen Energieaufwandes nur für kleinere Partien zielführend.

Bildnachweis: Getreideschmalkäfer © Kohlhaas / Ages; Getreideschmalkäferlarve © Kohlhaas / Ages; Getreideschmalkäferpuppe © Kohlhaas / Ages; Schadbild © Klapal / Ages; Getreidestecher, Durchlaufsieb: © Klapal / Ages

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Getreideschmalkäfer adult
Getreideschmalkäfer adult
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Larve des Geteideschmalkäfers
Larve des Geteideschmalkäfers
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Larve des Getreideschmalkäfers
Larve des Getreideschmalkäfers
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