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Falscher Mehltau der Sonnenblume

Plasmopara halstedii

Changed on: 24.07.2019
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Plasmopara halstedii, der Falsche Mehltau der Sonnenblume, wurde 1888 in den USA erstmals beschrieben. 1941 wurde das erstmalige Auftreten in Europa dokumentiert. Seither breitete sich dieser Falsche Mehltaupilz in Europa aus und ab 1977 gilt er in den Sonnenblumen produzierenden Ländern Europas als „major disease“.

Plasmopara halstedii ist an Samen von Helianthus annuus (Sonnenblumen) gemäß EU-Richtlinie 2000/29/EG als Quarantäneschadorganismus gelistet und unterliegt dadurch gesetzlichen Regelungen zur Verhinderung der Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedsstaaten.

Plasmopara halstedii, der Falsche Mehltau der Sonnenblume, wurde 1888 in den USA erstmals beschrieben. 1941 wurde das erstmalige Auftreten in Europa dokumentiert. Seither breitete sich dieser Falsche Mehltaupilz in Europa aus und ab 1977 gilt er in den Sonnenblumen produzierenden Ländern Europas als „major disease“.

Plasmopara halstedii ist an Samen von Helianthus annuus (Sonnenblumen) gemäß EU-Richtlinie 2000/29/EG als Quarantäneschadorganismus gelistet und unterliegt dadurch gesetzlichen Regelungen zur Verhinderung der Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedsstaaten.

Schadorganismus

Plasmopara halstedii wird mit dem Saatgut übertragen. Handel mit dem Saatgut war auch der Hauptverbreitungsweg dieser Krankheit. An, über befallenes Saatgut infizierte, Jungpflanzen gebildete Sporangien werden hauptsächlich durch Wind verbreitet, die dann Sekundärinfektion verursachen können. Anfällige Unkräuter aus der Familie der Asteraceae und Ausfallsonnenblumen dienen als weitere Ansteckungsquellen. Der Pilz überwintert mittels Oosporen und/oder Myzel in systemisch in infizierten Wurzeln seiner Wirtspflanzen. Nach Bildung von Sporangien werden diese durch Wind oder Regen auf andere Pflanzen übertragen. Die Sporangienträger des Pilzes sind monopodial verzweigt mit je 3 Sterigmen an den Verzweigungsenden. An den Sterigmen werden eiförmige bis ellipsoidische Sporangien gebildet, die bewegliche Zoosporen entlassen. Die Zoosporen benötigen flüssiges Wasser auf den Pflanzenoberflächen, um zu keimen. Dann dringen sie mittels Keimschlauch direkt durch die Epidermis in die Pflanzen ein.

Symptome

An Jungpflanzen entstehen blattoberseits zunächst hellgrüne bis gelbe mosaikartige Flecken. Blattunterseits ist ein weißer Sporangienrasen zu sehen. Befallene Jungpflanzen bleiben im Wachstum zurück und sterben ab. Befällt der Pilz im Blütenstadium die Pflanzen, bildet er an den höchstgelegenen Blättern meist an beiden Blattseiten den weißen Sporangienrasen aus. Der Stängel wächst langsamer, ist dadurch verkürzt und die Blätter stehen in der Folge dichter beisammen. Die Mehrzahl systemisch infizierter Pflanzen stirbt ab, bevor sie zur Samenreife gelangen bzw. sie produzieren nur vereinzelt lebensfähige Samen. Ertragsminderungen entstehen auch durch das Absterben infizierter Sämlinge. Ertragsminderungen bis zu 50% sind möglich, in Ausnahmefällen sogar bis zu 95%. Durch die Bildung von Pathotypen kann der Pilz vorhandene Resistenzen der Wirtspflanzen überwinden und gegebenenfalls auch aggressivere Pathotypen ausbilden. Derzeit sind 14 Pathotypen nachgewiesen.

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Befall an Jungpflanzen
Befall an Jungpflanzen
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Blattbefall, Symptome blattoberseits und -unterseits
Blattbefall, Symptome blattoberseits und -unterseits

Verbreitung und Wirtspflanzen

Plasmopara halstedii kommt praktisch überall dort vor, wo Sonnenblumen kultiviert werden, in der EU, in Albanien, Ägypten, Moldavien, Marokko, in der Schweiz und der Türkei, in Russland, der Ukraine, in Aserbeidschan, China, Georgien, Israel, Indien, Iran, Japan, Kasachstan, Pakistan, Äthiopien, Kenya, Zimbabwe, Uganda, Canada, USA, Argentinien, Chile, Uruguay, Paraguay und in Australien.Hauptwirtspflanzen sind Helianthus annuus, Helianthus tuberosus, Xanthium strumarium, Artemisia dracunculus, Ambrosia artemisiifolia und Iva xanthifolia. Darüber hinaus sind mehr als 100 Spezies aus der Familie der Asteraceae weitere Wirtspflanzen, unter anderem z. B. Aster, Bidens, Erigeron, Eupatorium, Rudbeckia, Silphium, Solidago.

Vorbeugung und Bekämpfung 

Eine möglichst weit gestellte Fruchtfolge einhalten und für eine schnelle Verrottung der Pflanzenrückstände sorgen. Erfahrungsgemäß ist eine Bekämpfung mit Fungiziden derzeit nicht notwendig.

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