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Erdmandelgras

Cyperus esculentus

Changed on: 22.05.2019
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Das Erdmandelgras in der Blüte
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Das Erdmandelgras in der Blüte

Das Erdmandelgras gehört zu den Sauergräsern (Cyperaceae) und hat einen charakteristischen dreikantigen Stängel. Die Blätter des Erdmandelgrases sind glänzend hellgrün und im Querschnitt deutlich v-förmig. Die Pflanze ist gänzlich unbehaart.

Die Ausläufer (Stolonen) sind dünn (1 bis 2 mm Durchmesser), weich und von weißlich-bräunlicher Farbe. Es werden Knollen (max. bis 15 mm) am Ende (terminal) der Ausläufer gebildet. Diese sind zuerst weiß-rötlich werden später grau-braun mit Querstreifen. Der Blütenstand besteht aus bis zu 10 Ästen, an deren Enden zahlreiche, gelblich bis bräunliche Ährchen sitzen.

Das Erdmandelgras in der Blüte
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Das Erdmandelgras in der Blüte

Das Erdmandelgras gehört zu den Sauergräsern (Cyperaceae) und hat einen charakteristischen dreikantigen Stängel. Die Blätter des Erdmandelgrases sind glänzend hellgrün und im Querschnitt deutlich v-förmig. Die Pflanze ist gänzlich unbehaart.

Die Ausläufer (Stolonen) sind dünn (1 bis 2 mm Durchmesser), weich und von weißlich-bräunlicher Farbe. Es werden Knollen (max. bis 15 mm) am Ende (terminal) der Ausläufer gebildet. Diese sind zuerst weiß-rötlich werden später grau-braun mit Querstreifen. Der Blütenstand besteht aus bis zu 10 Ästen, an deren Enden zahlreiche, gelblich bis bräunliche Ährchen sitzen.

Standort und Verbreitung

Die Art wurde erstmalig 1987 bei Grafenstein/Thon in Kärnten beobachtet und sehr wahrscheinlich ist sie mit Baumaschinen aus Italien eingeschleppt worden. In der Steiermark wurde die Art fast 10 Jahre später beschrieben, und zwar 1998 in St. Johann im Saggautal und in St. Johann ob Hohenburg. Für diese beiden Standorte ist der Einschleppungsweg nicht bekannt.

Nach erfolgter Etablierung dieser Populationen hat sich das Erdmandelgras in den letzten Jahren radial um diese Standorte ausgebreitet. Insgesamt sind bisher > 40 Funde des Erdmandelgrases erfasst worden, wobei > 65% der Funde nach 2005 gemacht wurden. Ein Indiz für die zunehmende Ausbreitung des Erdmandelgrases.

Die Hauptvorkommen befinden sich im Wesentlichen in den wärmeren Tieflandlagen der Steiermark und Kärntens: in den Bezirken Leibnitz (u.a. in den Gemeinden Sankt Johann im Saggautal, Gralla), Voitsberg (Sankt Johann-Köppling) und Südoststeiermark (Murfeld, Mettersdorf am Saßbach) sowie im Klagenfurter Becken. Vereinzelte Vorkommen (z. T. große Populationen) gibt es auch in Oberösterreich und in Niederösterreich. Funde des Erdmandelgrases wurden auch aus Tirol (Inntal) berichtet.

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Rasterverbreitungskarte des Erdmandelgrases in Österreich (Stand 09/2016)
Rasterverbreitungskarte des Erdmandelgrases in Österreich (Stand 09/2016)

Bedeutung

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Die Ausläufer (Stolonen) des Erdmandelgrases sind dünn, weich und von weißlich-bräunlicher Farbe. Die Knollen werden am Ende (terminal) der Ausläufer gebildet.
Die Ausläufer (Stolonen) des Erdmandelgrases sind dünn, weich und von weißlich-bräunlicher Farbe. Die Knollen werden am Ende (terminal) der Ausläufer gebildet.

Das Erdmandelgras ist sehr konkurrenzstark und ist gekennzeichnet durch eine starke Ausbreitung. Aus einer Knolle kann sich ein Klon mit einem Durchmesser von bis zu 2 m bilden.
Hierbei werden bis zu 1500 Knollen neu angelegt.

In Mitteleuropa vermehrt sich das Erdmandelgras vorwiegend vegetativ. Samen werden zwar ausgebildet, dennoch wurden bisher noch keine Keimlinge beobachtet.
Betroffen sind vorwiegend Sommerkulturen wie Mais gefolgt von Sojabohne, Kürbis und Kartoffeln.

Eine nachhaltige Bekämpfung in der Landwirtschaft ist sehr schwierig, es gibt kaum zugelassene wirksame Herbizide und weiland wirken diese nur auf die oberirdischen Triebe und die Knollen überleben durchweg einen Herbizideinsatz. Unterstützung bietet ein Fruchtwechsel mit stark beschattenden Kulturen (Halmfrüchte).

Eine Verschleppung der Knollen erfolgt über Erde, Ernterückstände und Pflanzgut aus bereits besiedelten Flächen. Hier werden auch größerer Distanzen überbrückt.

Von großer Bedeutung für die Ausbreitung ist daher die Verschleppung von Erdmaterial durch Maschinen und Geräte von Feld zu Feld.

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Das Erdmandelgras in Mais
Das Erdmandelgras in Mais
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Das Erdmandelgras in Ölkürbis
Das Erdmandelgras in Ölkürbis

Besonderheiten/Anmerkungen

Die neuere Literatur unterscheidet verschiedene Varietäten des Erdmandelgrases. Grob unterschieden wird die harmlose alte Kulturform (C. esculentus var. sativus Boeckeler) und verschiedene Unkrautformen. Die Knollen der Kulturform sind größer (bis 25 mm Durchmesser) und haben einen mandelartigen Geschmack. Die Unkrautform des Erdmandelgrases wird zu den 20 „weltweit gefährlichsten Unkräutern“ gezählt.

Verwechslungsmöglichkeiten

Es gibt zwei weitere Sauergräser, die auf landwirtschaftlichen Flächen lokal auftreten und ebenfalls zu Problemen führen können, und zwar sind das die Behaarte Segge (Carex hirta) und die Knollenbinse (Bolboschoenus spp.).

Es gibt dabei folgende Unterscheidungsmerkmale zum Erdmandelgras:

Behaarte Segge

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Die Blätter der Behaarten Segge sind behaart (Lupe!)
Die Blätter der Behaarten Segge sind behaart (Lupe!)
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Behaarte Segge mit kräftigen, deutlich dickeren unterirdischen Ausläufern
Behaarte Segge mit kräftigen, deutlich dickeren unterirdischen Ausläufern

Die dunkelgrünen Blätter der Behaarten Segge sind – dem Namen entsprechend – behaart und fühlen sich daher „weicher“ an als die Blätter vom Erdmandelgras.

Die Art bildet kräftige, deutlich dickere unterirdische Ausläufer und es werden keine Knollen gebildet.

Die charakteristische Blüte besteht aus seitenständigen Ähren mit weiblichen Blüten und endständigen männlichen Blüte.

Die Behaarte Segge tritt häufig an den Feldrändern auf und kann in Einzelfällen mit ihren unterirdischen Ausläufern in lichte (Mais-)Bestände hineinwachsen.

In dichteren Beständen kann sich die Art aufgrund ihrer Lichtbedürftigkeit jedoch nicht entfalten und bleibt konkurrenzschwach.

Knollenbinse

Die Knollenbinse hat glänzend dunkelgrüne Blätter und ist nicht behaart. Sie reproduziert sich über Samen und vegetativ über Ausläufer und haselnuss- bis walnussgroße Knollen (im Vergleich zum Erdmandelgras sind die Knollen dunkler und größer). Die Pflanze bildet als Blütenstand botanisch gesehen eine Spirre. Die eiförmig bis länglichen Ährchen sind zwischen 9 und 20 mm lang und vielblütig.

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