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Buchsbaumzünsler

Cydalima perspectalis

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Changed on: 24.08.2021
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Animal disease categories:

Steckbrief

Der Buchsbaumzünsler stammt ursprünglich aus Japan. Die Raupen leben in lockeren Gespinsten an Buchsbäumen, wo sie aufgrund ihrer Fraßtätigkeit massive Fraßschäden bis hin zum Kahlfraß verursachen können.

Aussehen

Der Falter des Buchsbaumzünslers erreicht eine Flügelspannweite von 25-30 mm und zeigt eine sehr charakteristische Flügelzeichnung. Die Vorderflügel sind weiß gefärbt und weisen am Vorderrand und Saum ein breites schwarzbraunes Band auf. Im Mittelfeld ist eine kleine braune Ausbuchtung und ein halbmondförmiger weißer Fleck erkennbar. Die weißen Hinterflügel verfügen ebenso über einen braunen Saum. Es gibt auch gänzlich braun gefärbte Falter mit weißem Fleck.

 

Die Raupen werden bis zu 5 cm lang, sind gelbgrün gefärbt und weisen schwarz-weiße Längsstreifen, schwarze Punkte, weiße Borsten und eine schwarze Kopfkapsel auf.

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Buchsbaumzünsler Falter
Präparat eines Falters
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Buchsbaumzünsler Raupe
Raupe auf einem Buchsbaum
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Buchsbaumzünsler Puppe
Gelbgrüne Puppe mit schwarz-weißen Streifen

Biologie

Der Buchsbaumzünsler Cydalima perspectalis (Synonym: Diaphania perspectalis) gehört zur Familie der Rüsselzünsler (Crambidae).

Die Falter fliegen ab Juni und legen ihre schildförmigen gelblichen Eier in kleinen Gruppen an Blattunterseiten. Die daraus schlüpfenden Raupen leben in lockeren Gespinsten und durchlaufen sechs Larvenstadien wobei sie zuletzt bis zu 5 cm Größe erreichen. Die Verpuppung erfolgt in einem Kokon an ihren Wirtspflanzen. Daraus schlüpft nach kurzer Puppenruhe wiederum ein fertiger Falter. Der Buchsbaumzünsler durchläuft seinen Entwicklungszyklus in jedem Jahr dreimal – man spricht von drei Generationen.

Die Überwinterung erfolgt als Raupe in einem Gespinst an den Wirtspflanzen. Die Raupen beginnen nach der Überwinterung mit der Nahrungsaufnahme von Mitte März bis Anfang April.

Schadsymptome

Die Raupen leben in lockeren Gespinsten und fressen an Blättern – anfangs verursachen sie einen Schabefraß an den Blättern im inneren bzw. unteren Bereich der Pflanze, weshalb sie zu Beginn der Saison oft übersehen werden. Sie sind in der Lage, ihre Wirtspflanze vollständig zu entlauben und dadurch zum Absterben zu bringen. Bei Nahrungsmangel fressen sie dann auch an den grünen Rindenteilen.

Auffällig ist auch der Kot der Raupen, der sich in den Gespinsten und auf den Blättern sammelt.

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Überwinterungsgespinst des Buchsbaumzünslers
Gespinst auf einem Blatt
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Erstes Schadbild der überwinterten Larven im März
Blatt mit Schabefraß und Gespinst
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Fortgeschrittener Befall durch den Buchsbaumzünsler
Buchsbaumtrieb mit Gespinsten und Fraßspuren an den Blättern
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Fortgeschrittener Befall durch den Buchsbaumzünsler
Buchsbaum mit kahlgefressenen Trieben, Gespinsten und Kotkrümel

Wirtspflanzen

Zu seinen Wirtspflanzen zählen hauptsächlich verschiedene Arten von Buchsbaum (Buxus spp.), vor allem der bei uns häufige Gewöhnliche Buchsbaum (Buxus sempervirens). Er kann auch Spindelsträucher (Euonymus japonicus, E. alatus) und die Stechpalmen-Art Ilex purpurea befallen.

Verbreitung

Der Buchsbaumzünsler stammt ursprünglich aus Japan und wurde in Europa erstmals 2007 in Deutschland entdeckt. Von dort ausgehend hat er sich stetig ausgebreitet. In Österreich wurde das erste Auftreten des Buchbaumzünslers 2009 in Vorarlberg gemeldet. Später wurde er auch in der Steiermark und in Niederösterreich gefunden. Der Schädling ist mittlerweile in ganz Österreich verbreitet.

Ausbreitung und Übertragung

Der Buchsbaumzünsler gelangte ursprünglich durch Pflanzenimporte nach Europa. Er wird vor allem durch den Pflanzenhandel verbreitet. Zusätzlich wird seine natürliche Verbreitung durch den Falterflug (etwa 5 km pro Jahr) durch die Beliebtheit des Buchsbaumes als Gartenpflanze noch begünstigt.

Wirtschaftliche Bedeutung

Der Buchsbaumzünsler zählt zu den wirtschaftlich bedeutendsten Schaderregern an Buchsbaum, da seine Larven in der Lage sind, ihre Wirtspflanze vollständig zu entlauben und dadurch zum Absterben zu bringen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Kein Kauf/Aussetzen bereits befallener Jungpflanzen.
  • Befallene Pflanzen sollten nicht in befallsfreie Gebiete verbracht werden.
  • Besondere Vorsicht ist in der Umgebung von Friedhöfen angebracht, da dort erfahrungsgemäß häufig befallene Pflanzen ausgesetzt werden.
  • Regelmäßige Befallskontrollen der inneren und unteren Bereiche der Buchsbäume von März bis Oktober.
  • Überprüfung des Falterfluges mittels Pheromonfallen.
  • Mechanisches Ausschneiden der Gespinste und Absammeln der Larven mit anschließender Vernichtung.
  • Der Rückschnitt befallener Buchsbäume soll vorzugsweise nach der Eiablage des Falters erfolgen.
  • Ersatzpflanzen wie Berberitzen (Berberis spp.), Stechpalmen (Ilex spp.) oder Geißblatt (Lonicera spp.) setzen.
  • Spritzbehandlung mit einem zugelassenen Mittel zur Bekämpfung von beißenden Schädlingen und freifressenden Schmetterlingsraupen im Zierpflanzenbau. (siehe Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel).
  • Als biologisches Pflanzenschutzmittel empfiehlt sich das nützlingsschonende Bakterium Bacillus thuringiensis subsp. kurstaki gegen die Jungraupen.
  • Die Spritzbrühe sollte unter hohem Druck (Gebläsespritze) ausgebracht werden und alle Pflanzenteile gut benetzen.
  • Natürliche Feinde (z.B. Vögel) fördern. Es wurden bislang keine Parasiten an Buchsbaumzünslern festgestellt. Da sie die Giftstoffe des Buchsbaumes in ihrem Körper einlagern, sind sie auch für potentielle Fraßfeinde giftig bzw. unattraktiv. Jedoch wurden bereits einheimische Singvögel (wie Spatzen, Meisen, …) beim Füttern ihrer Jungen mit Buchsbaumzünslerraupen beobachtet.
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