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Bläulingszikade

Metcalfa pruinosa

Changed on: 03.06.2019
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Bläulingszikade
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Bläulingszikade

Die Bläulingszikade stammt aus Nordamerika und wurde innerhalb Europas erstmals im Veneto (Italien) 1979 gefunden. In den darauf folgenden Jahren breitete sie sich in ganz Italien, Slowenien, Kroatien aus, regional ist sie auch in Frankreich, der Schweiz, Spanien, Ungarn, Serbien, Montenegro, Bulgarien, Griechenland und der Türkei zu finden. Es handelt sich um keinen Quarantäneorganismus.

Schadorganismus

Metcalfa pruinosa gehört zur Familie der Schmetterlingszikaden. Das erwachsene Tier erreicht samt Flügeln eine Länge von etwa 8 mm. Seine Grundfarbe ist graublau, woher auch der deutsche Name rührt.

Die Flügel sind teilweise von weißen Wachsflöckchen bedeckt - jedoch niemals von Schmetterlingsschuppen, wie man vom Namen Schmetterlingszikaden vielleicht fälschlicherweise ableiten könnte. Zur Nahrungsaufnahme sticht das Tier mit seinem Saugrüssel Leitungsbahnen seiner Wirtspflanzen an und saugt den darin transportierten zuckerhältigen Pflanzensaft auf. Überschüssiger Zuckersaft wird, ähnlich wie bei anderen saugenden Insekten, als Honigtau ausgeschieden. Erwachsene Zikaden fliegen von August bis in den Spätherbst und legen ihre Eier in weichen Kork oder Lentizellen von Zweigen, Ästen oder Stämmen, so dass diese teilweise noch ins Freie ragen. Eier sind länglich oval und messen etwa 0,8 mm. Nach der Überwinterung schlüpfen daraus ab Ende Mai kleine weißliche bis zartgrüne Larven, welche von auffallenden weißen Wachsfäden eingehüllt sind. Diese Larven können ausgezeichnet springen. Sie ernähren sich wie die erwachsenen Zikaden durch Saugen von Pflanzensäften. Im Zuge ihrer Entwicklung durchlaufen sie 5 Larvenstadien - in den beiden letzten sind bereits äußerliche Flügelanlagen erkennbar. Ab ca. Mitte Juli treten die erwachsenen, flugfähigen Zikaden auf. Metcalfa pruinosa ist kein Überträger von Viren und Phytoplasmen.

Schadbild

Von Imkern werden Bläulingszikaden sehr gerne gesehen, da bei starkem Zikadenauftreten im Spätsommer sehr viel Honigtau erzeugt wird, der in dieser trachtarmen Zeit eine vorzügliche Bienennahrung darstellt.
Infolge der Saugtätigkeit kann das Pflanzenwachstum und die Ausbildung von Früchten beeinträchtigt werden. Durch die Erzeugung von Honigtau mit darauf siedelnden Schwärzepilzen (Rußtau) werden die Wirtspflanzen (auch deren Früchte) verunreinigt und dadurch deren Qualität vermindert. An Ziergehölzen führen Häutungsreste von Larven und Wachswolle zu einer optischen Beeinträchtigung.

Verbreitung und deren Wirtspflanzen

Bisher wurde die Bläulingszikade an mehreren Standorten in Wien (Abbildung unten) und in Graz gefunden. In Österreich wurde erstmals 1996 ein einzelnes Exemplar in Graz entdeckt. Im Juli 2003 wurde in Wien in einer Zierpflanzengärtnerei mit einem angrenzenden Waldstück eine große Population beobachtet. 2007 wurde eine weitaus schwächere Population in einer Gärtnerei in Graz festgestellt. Die natürliche Ausbreitung der Zikade ist gering, es besteht jedoch das Risiko, dass sie durch menschliche Aktivitäten unbemerkt verschleppt wird.
Die Bläulingszikade ist eine sehr polyphage Art, die hauptsächlich an Gehölzen, seltener auch an krautigen Pflanzen saugt. In Österreich wurde sie bisher an 290 Pflanzenarten festgestellt. Einige Beispiele stark betroffener Pflanzen sind: Ahorn (Acer sp.), Robinie (Robinia pseudacacia), Götterbaum (Ailanthus altissima), Apfel (Malus sp.), Marille (Prunus armeniaca), Pfirsich (Prunus persica), Wein (Vitis vinifera), Hartriegel (Cornus sp.), Straucheibisch (Hibiscus syriacus), Hortensien (Hydrangea sp.), Ribisel (Ribes sp.), Brombeere (Rubus fruticosus), Himbeere (Rubus idaeus), Brennnessel (Urtica dioica) Wilder Wein (Parthenocissus quinequefolius), Holunder (Sambucus nigra) und Waldrebe (Clematis vitalba).

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Vermeidung der Verschleppung: keine Transporte befallener Pflanzen, oder solcher Pflanzen, die in der Nähe stark befallener Pflanzen stehen oder gestanden sind. Das Risiko einer unbemerkten Verschleppung ist besonders hoch, da die Eier der Bläulingszikade im Rindenkork versteck sind und nur mittels Mikroskop entdeckt werden können.
  • Zurückschneiden von Zweigen in der kalten Jahreszeit, da sich daran die überwinternden Eier befinden. Eier werden allerdings auch an ältere Zweige und Stämme abgelegt, die nicht geschnitten werden können.
  • Spritzbehandlung mit Mitteln gegen saugende Insekten (Netzmittel erforderlich), (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel).
  • Im südeuropäischen Obst- und Weinbau (Italien, Frankreich, Slowenien, Kroatien) wird die Bläulingszikade seit einigen Jahren sehr erfolgreich auf biologische Weise bekämpft: dazu wird die aus Nordamerika stammende parasitische Zikadenwespe Neodryinus typhlocybae freigelassen.

    In Wien wurde 2014 eine kleine Population der Zikadenwespe N. typhlocybae zu Forschungszwecken freigelassen. Zuvor war ihr Wirtstierkreis in Bezug auf heimische Zikadenarten an der AGES untersucht worden. Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigten deutlich, dass diese Zikadenwespe sehr stark auf Schmetterlingszikaden spezialisiert ist. Aus dieser Gruppe kommt in Österreich aber nur die Bläulingszikade vor. Es besteht somit kein Risiko für heimische Zikadenarten.
Bläulingszikade
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Bläulingszikade

Die Bläulingszikade stammt aus Nordamerika und wurde innerhalb Europas erstmals im Veneto (Italien) 1979 gefunden. In den darauf folgenden Jahren breitete sie sich in ganz Italien, Slowenien, Kroatien aus, regional ist sie auch in Frankreich, der Schweiz, Spanien, Ungarn, Serbien, Montenegro, Bulgarien, Griechenland und der Türkei zu finden. Es handelt sich um keinen Quarantäneorganismus.

Schadorganismus

Metcalfa pruinosa gehört zur Familie der Schmetterlingszikaden. Das erwachsene Tier erreicht samt Flügeln eine Länge von etwa 8 mm. Seine Grundfarbe ist graublau, woher auch der deutsche Name rührt.

Die Flügel sind teilweise von weißen Wachsflöckchen bedeckt - jedoch niemals von Schmetterlingsschuppen, wie man vom Namen Schmetterlingszikaden vielleicht fälschlicherweise ableiten könnte. Zur Nahrungsaufnahme sticht das Tier mit seinem Saugrüssel Leitungsbahnen seiner Wirtspflanzen an und saugt den darin transportierten zuckerhältigen Pflanzensaft auf. Überschüssiger Zuckersaft wird, ähnlich wie bei anderen saugenden Insekten, als Honigtau ausgeschieden. Erwachsene Zikaden fliegen von August bis in den Spätherbst und legen ihre Eier in weichen Kork oder Lentizellen von Zweigen, Ästen oder Stämmen, so dass diese teilweise noch ins Freie ragen. Eier sind länglich oval und messen etwa 0,8 mm. Nach der Überwinterung schlüpfen daraus ab Ende Mai kleine weißliche bis zartgrüne Larven, welche von auffallenden weißen Wachsfäden eingehüllt sind. Diese Larven können ausgezeichnet springen. Sie ernähren sich wie die erwachsenen Zikaden durch Saugen von Pflanzensäften. Im Zuge ihrer Entwicklung durchlaufen sie 5 Larvenstadien - in den beiden letzten sind bereits äußerliche Flügelanlagen erkennbar. Ab ca. Mitte Juli treten die erwachsenen, flugfähigen Zikaden auf. Metcalfa pruinosa ist kein Überträger von Viren und Phytoplasmen.

Schadbild

Von Imkern werden Bläulingszikaden sehr gerne gesehen, da bei starkem Zikadenauftreten im Spätsommer sehr viel Honigtau erzeugt wird, der in dieser trachtarmen Zeit eine vorzügliche Bienennahrung darstellt.
Infolge der Saugtätigkeit kann das Pflanzenwachstum und die Ausbildung von Früchten beeinträchtigt werden. Durch die Erzeugung von Honigtau mit darauf siedelnden Schwärzepilzen (Rußtau) werden die Wirtspflanzen (auch deren Früchte) verunreinigt und dadurch deren Qualität vermindert. An Ziergehölzen führen Häutungsreste von Larven und Wachswolle zu einer optischen Beeinträchtigung.

Verbreitung und deren Wirtspflanzen

Bisher wurde die Bläulingszikade an mehreren Standorten in Wien (Abbildung unten) und in Graz gefunden. In Österreich wurde erstmals 1996 ein einzelnes Exemplar in Graz entdeckt. Im Juli 2003 wurde in Wien in einer Zierpflanzengärtnerei mit einem angrenzenden Waldstück eine große Population beobachtet. 2007 wurde eine weitaus schwächere Population in einer Gärtnerei in Graz festgestellt. Die natürliche Ausbreitung der Zikade ist gering, es besteht jedoch das Risiko, dass sie durch menschliche Aktivitäten unbemerkt verschleppt wird.
Die Bläulingszikade ist eine sehr polyphage Art, die hauptsächlich an Gehölzen, seltener auch an krautigen Pflanzen saugt. In Österreich wurde sie bisher an 290 Pflanzenarten festgestellt. Einige Beispiele stark betroffener Pflanzen sind: Ahorn (Acer sp.), Robinie (Robinia pseudacacia), Götterbaum (Ailanthus altissima), Apfel (Malus sp.), Marille (Prunus armeniaca), Pfirsich (Prunus persica), Wein (Vitis vinifera), Hartriegel (Cornus sp.), Straucheibisch (Hibiscus syriacus), Hortensien (Hydrangea sp.), Ribisel (Ribes sp.), Brombeere (Rubus fruticosus), Himbeere (Rubus idaeus), Brennnessel (Urtica dioica) Wilder Wein (Parthenocissus quinequefolius), Holunder (Sambucus nigra) und Waldrebe (Clematis vitalba).

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Vermeidung der Verschleppung: keine Transporte befallener Pflanzen, oder solcher Pflanzen, die in der Nähe stark befallener Pflanzen stehen oder gestanden sind. Das Risiko einer unbemerkten Verschleppung ist besonders hoch, da die Eier der Bläulingszikade im Rindenkork versteck sind und nur mittels Mikroskop entdeckt werden können.
  • Zurückschneiden von Zweigen in der kalten Jahreszeit, da sich daran die überwinternden Eier befinden. Eier werden allerdings auch an ältere Zweige und Stämme abgelegt, die nicht geschnitten werden können.
  • Spritzbehandlung mit Mitteln gegen saugende Insekten (Netzmittel erforderlich), (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel).
  • Im südeuropäischen Obst- und Weinbau (Italien, Frankreich, Slowenien, Kroatien) wird die Bläulingszikade seit einigen Jahren sehr erfolgreich auf biologische Weise bekämpft: dazu wird die aus Nordamerika stammende parasitische Zikadenwespe Neodryinus typhlocybae freigelassen.

    In Wien wurde 2014 eine kleine Population der Zikadenwespe N. typhlocybae zu Forschungszwecken freigelassen. Zuvor war ihr Wirtstierkreis in Bezug auf heimische Zikadenarten an der AGES untersucht worden. Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigten deutlich, dass diese Zikadenwespe sehr stark auf Schmetterlingszikaden spezialisiert ist. Aus dieser Gruppe kommt in Österreich aber nur die Bläulingszikade vor. Es besteht somit kein Risiko für heimische Zikadenarten.
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Verbreitungskarte der Bläulingszikade
Verbreitungskarte der Bläulingszikade
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Bläulingszikade
Bläulingszikade
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Bläulingszikade, sitzend
Bläulingszikade, sitzend
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Bläulingszikade, sitzend
Bläulingszikade, sitzend
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Bläulingszikade
Bläulingszikade
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Bläulingszikade-Larven , sitzend
Bläulingszikade-Larven, sitzend
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