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Apfelblattsauger

Cacopsylla sp.

Changed on: 21.05.2019
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Apfelblattsauger - Schadbild
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Apfelblattsauger - Schadbild

- Sommerapfelblattsauger (Cacopsylla picta)
- Frühjahrsapfelblattsauger (Cacopsylla mali)
- Weißdornblattsauger (Brauner Birnblattsauger) (Cacopsylla melanoneura)

Einleitung

Die Apfelblattsauger (Apfelblattflöhe) sind an Apfelbäumen im Frühjahr und Sommer auftretende Insekten, die durch ihre Saugtätigkeit beträchtliche Schäden verursachen können. Einerseits können sie das Apfeltriebsucht-Phytoplasma ('Candidatus Phytoplasma mali') übertragen und andererseits die Fruchtausbildung bei starkem Befall erheblich vermindern.

Schadorganismus

Die Apfelblattsauger gehören zu den Pflanzenläusen (Sternorrhyncha) innerhalb der Ordnung Schnabelkerfe (Hemiptera), wo sie Vertreter der Familie Blattsauger (Blattflöhe) (Psyllidae) sind. Es gibt 3 Apfelblattsauger-Arten: Sommerapfelblattsauger (Cacopsylla picta), Frühjahrsapfelblattsauger (Cacopsylla mali) und Weißdornblattsauger (Brauner Birnblattsauger) (Cacopsylla melanoneura).

Die adulten Blattsauger sind etwa 2 bis 4 mm große Insekten mit einem Saugrüssel und 4 häutigen Flügeln, die sie in Ruhestellung dachförmig angelegt haben. Da sie auch ausgezeichnet springen können, werden sie auch als Blattflöhe bezeichnet. Die erwachsenen Tiere der neuen Generation (im Sommer) sind grünlich gefärbt, erst später (zum Herbst hin bzw. im Winter und Frühling) werden sie dunkler und sind bräunlich.
Die erwachsenen Sommerapfel- und Weißdornblattsauger überwintern auf Nadelbäumen und kehren im zeitigen Frühjahr wieder auf die Apfelbäume zurück. Der Weißdornblattsauger ist schon sehr zeitig ab etwa Februar zu finden, der Sommerapfelblattsauger erst ab März/April. Im Gegensatz zu diesen beiden Arten erfolgt die Überwinterung des Frühjahrsapfelblattsaugers im Eistadium auf den Apfelbäumen und hat daher diese gar nicht verlassen.
Die adulten Sommerapfel- und Weißdornblattsauger saugen an den jungen Blättern und beginnen zur Blütezeit mit der Eiablage an Blüten- und Blattstielen und Blattunterseiten. Die geschlüpften Larven, auch Nymphen genannt, saugen an jungen Trieben, Blättern, Knospen und jungen Früchten. Sie besitzen plattgedrückte Körper, sind zunächst hellgrün bis gelblich gefärbt, später orange bis dunkelbraun, und haben schildlaus-ähnliches Aussehen. Bei den älteren Larvenstadien sind kleine Flügelschuppen zu erkennen. Die Larven sind bei allen 3 Arten in den Monaten April und Mai zu finden. Die geflügelten, erwachsenen Stadien treten ab Mai bis Juni und Juli auf, bevor sie wieder zu ihren Überwinterungsplätzen abwandern - ausgenommen der Frühjahrsblattsauger, der noch länger im Sommer vorhanden ist, seine Eier ab Ende August ablegt und bis September zu finden ist.
Im nächsten Jahr erfolgt zu Beginn des Austriebs wieder die Zuwanderung der überwinternden Individuen von Sommerapfel- und Weißdornblattsauger.
Alle 3 Arten treten mit 1 Generation pro Jahr auf.

Symptome

Die adulten Blattsauger und die Larven ernähren sich von Pflanzensäften und sind Phloemsauger. Durch das Saugen entfalten sich die Blatt- und Blütenbüschel im Frühling nur langsam, werden bräunlich und können bei starkem Befall auch absterben. Zusätzlich produzieren die adulten Blattsauger und besonders die Larven zuckerhaltige, klebrige Ausscheidungen (Honigtau) auf den Blättern und Trieben, die als Nährboden für Rußtaupilze dienen. Dadurch sind schwärzliche Flecken als Sekundärschäden zu finden.
Eine große Bedeutung hat der Apfelblattsauger als Überträger (Vektor) von 'Candidatus Phytoplasma mali', dem Erreger der Apfeltriebsucht. Der Sommerapfelblattsauger ist der wichtigste Vektor dieser Phyotplasmose in Deutschland und den angrenzenden Ländern, während der Weißdornblattsauger nur aus bestimmten Gebieten (z.B. NW-Italien) als Vektor festgestellt wurde und der Frühjahrsapfelblattsauger bisher nicht als Überträger des Erregers bekannt ist.
In Österreich konnten bisher keine mit 'Candidatus Phytoplasma mali' infizierten Apfelblattsauger nachgewiesen werden.

Verbreitung und Wirtspflanzen

Die Apfelblattsauger treten in Europa bis nach Rußland und den asiatischen Raum auf. Der Weißdornblattsauger kommt noch zusätzlich in China und in der Mongolei vor, der Frühjahrsapfelblattsauger in Japan, Korea und eingeschleppt auch in Kanada, USA und Australien.
Die Wirtspflanzen der Apfelblattsauger sind Rosengewächse (Rosaceae), bevorzugt Apfel (Malus spp.) und beim Weißdornblattsauger vor allem Crataegus-Arten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • während der Winterruhe und Vegetationszeit geben Klopfproben Hinweise über das Auftreten der Blattsauger; nach dem Austrieb können die Blätter auf Eier und geschlüpfte Larven hin untersucht werden (visuelle Kontrolle).
  • Austriebsbehandlungen mit Paraffinöl können einen Teil der an Stamm und Ästen überwinternden Tiere bzw. Eiern abtöten
  • stark geschädigte Triebe abschneiden und vernichten
  • Zugelassene Pflanzenschutzmittel (PSM) zum Schutz gegen diese Schaderreger sind im online verfügbaren PSM-Verzeichnis zu finden (siehe Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel). Da der Honigtau die Tiere schützt, ist es günstig, Behandlungen mit hohem Druck und erhöhter Spritzaufwandmenge bzw. nach starken Regenfällen (Honigtau wird durch den Regen teilweise abgewaschen) durchzuführen. Frühzeitige Behandlungen verhindern Schäden im Sommer. Dabei sollte auch auf die Schonung der natürlichen Feinde der Blattsauger geachtet werden.
  • Die wichtigsten natürlichen Feinde der Blattsauger sind Blumenwanzen (Anthocoridae), daneben Spinnen, Marienkäfer, Ohrwürmer, Florfliegen und Zehrwespen. Der Einsatz nützlingsschonender Pflanzenschutzmittel und die Erhaltung angrenzender arten- und strukturreicher Krautstreifen und Hecken fördern diese gezielt.
Apfelblattsauger - Schadbild
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Apfelblattsauger - Schadbild

- Sommerapfelblattsauger (Cacopsylla picta)
- Frühjahrsapfelblattsauger (Cacopsylla mali)
- Weißdornblattsauger (Brauner Birnblattsauger) (Cacopsylla melanoneura)

Einleitung

Die Apfelblattsauger (Apfelblattflöhe) sind an Apfelbäumen im Frühjahr und Sommer auftretende Insekten, die durch ihre Saugtätigkeit beträchtliche Schäden verursachen können. Einerseits können sie das Apfeltriebsucht-Phytoplasma ('Candidatus Phytoplasma mali') übertragen und andererseits die Fruchtausbildung bei starkem Befall erheblich vermindern.

Schadorganismus

Die Apfelblattsauger gehören zu den Pflanzenläusen (Sternorrhyncha) innerhalb der Ordnung Schnabelkerfe (Hemiptera), wo sie Vertreter der Familie Blattsauger (Blattflöhe) (Psyllidae) sind. Es gibt 3 Apfelblattsauger-Arten: Sommerapfelblattsauger (Cacopsylla picta), Frühjahrsapfelblattsauger (Cacopsylla mali) und Weißdornblattsauger (Brauner Birnblattsauger) (Cacopsylla melanoneura).

Die adulten Blattsauger sind etwa 2 bis 4 mm große Insekten mit einem Saugrüssel und 4 häutigen Flügeln, die sie in Ruhestellung dachförmig angelegt haben. Da sie auch ausgezeichnet springen können, werden sie auch als Blattflöhe bezeichnet. Die erwachsenen Tiere der neuen Generation (im Sommer) sind grünlich gefärbt, erst später (zum Herbst hin bzw. im Winter und Frühling) werden sie dunkler und sind bräunlich.
Die erwachsenen Sommerapfel- und Weißdornblattsauger überwintern auf Nadelbäumen und kehren im zeitigen Frühjahr wieder auf die Apfelbäume zurück. Der Weißdornblattsauger ist schon sehr zeitig ab etwa Februar zu finden, der Sommerapfelblattsauger erst ab März/April. Im Gegensatz zu diesen beiden Arten erfolgt die Überwinterung des Frühjahrsapfelblattsaugers im Eistadium auf den Apfelbäumen und hat daher diese gar nicht verlassen.
Die adulten Sommerapfel- und Weißdornblattsauger saugen an den jungen Blättern und beginnen zur Blütezeit mit der Eiablage an Blüten- und Blattstielen und Blattunterseiten. Die geschlüpften Larven, auch Nymphen genannt, saugen an jungen Trieben, Blättern, Knospen und jungen Früchten. Sie besitzen plattgedrückte Körper, sind zunächst hellgrün bis gelblich gefärbt, später orange bis dunkelbraun, und haben schildlaus-ähnliches Aussehen. Bei den älteren Larvenstadien sind kleine Flügelschuppen zu erkennen. Die Larven sind bei allen 3 Arten in den Monaten April und Mai zu finden. Die geflügelten, erwachsenen Stadien treten ab Mai bis Juni und Juli auf, bevor sie wieder zu ihren Überwinterungsplätzen abwandern - ausgenommen der Frühjahrsblattsauger, der noch länger im Sommer vorhanden ist, seine Eier ab Ende August ablegt und bis September zu finden ist.
Im nächsten Jahr erfolgt zu Beginn des Austriebs wieder die Zuwanderung der überwinternden Individuen von Sommerapfel- und Weißdornblattsauger.
Alle 3 Arten treten mit 1 Generation pro Jahr auf.

Symptome

Die adulten Blattsauger und die Larven ernähren sich von Pflanzensäften und sind Phloemsauger. Durch das Saugen entfalten sich die Blatt- und Blütenbüschel im Frühling nur langsam, werden bräunlich und können bei starkem Befall auch absterben. Zusätzlich produzieren die adulten Blattsauger und besonders die Larven zuckerhaltige, klebrige Ausscheidungen (Honigtau) auf den Blättern und Trieben, die als Nährboden für Rußtaupilze dienen. Dadurch sind schwärzliche Flecken als Sekundärschäden zu finden.
Eine große Bedeutung hat der Apfelblattsauger als Überträger (Vektor) von 'Candidatus Phytoplasma mali', dem Erreger der Apfeltriebsucht. Der Sommerapfelblattsauger ist der wichtigste Vektor dieser Phyotplasmose in Deutschland und den angrenzenden Ländern, während der Weißdornblattsauger nur aus bestimmten Gebieten (z.B. NW-Italien) als Vektor festgestellt wurde und der Frühjahrsapfelblattsauger bisher nicht als Überträger des Erregers bekannt ist.
In Österreich konnten bisher keine mit 'Candidatus Phytoplasma mali' infizierten Apfelblattsauger nachgewiesen werden.

Verbreitung und Wirtspflanzen

Die Apfelblattsauger treten in Europa bis nach Rußland und den asiatischen Raum auf. Der Weißdornblattsauger kommt noch zusätzlich in China und in der Mongolei vor, der Frühjahrsapfelblattsauger in Japan, Korea und eingeschleppt auch in Kanada, USA und Australien.
Die Wirtspflanzen der Apfelblattsauger sind Rosengewächse (Rosaceae), bevorzugt Apfel (Malus spp.) und beim Weißdornblattsauger vor allem Crataegus-Arten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • während der Winterruhe und Vegetationszeit geben Klopfproben Hinweise über das Auftreten der Blattsauger; nach dem Austrieb können die Blätter auf Eier und geschlüpfte Larven hin untersucht werden (visuelle Kontrolle).
  • Austriebsbehandlungen mit Paraffinöl können einen Teil der an Stamm und Ästen überwinternden Tiere bzw. Eiern abtöten
  • stark geschädigte Triebe abschneiden und vernichten
  • Zugelassene Pflanzenschutzmittel (PSM) zum Schutz gegen diese Schaderreger sind im online verfügbaren PSM-Verzeichnis zu finden (siehe Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel). Da der Honigtau die Tiere schützt, ist es günstig, Behandlungen mit hohem Druck und erhöhter Spritzaufwandmenge bzw. nach starken Regenfällen (Honigtau wird durch den Regen teilweise abgewaschen) durchzuführen. Frühzeitige Behandlungen verhindern Schäden im Sommer. Dabei sollte auch auf die Schonung der natürlichen Feinde der Blattsauger geachtet werden.
  • Die wichtigsten natürlichen Feinde der Blattsauger sind Blumenwanzen (Anthocoridae), daneben Spinnen, Marienkäfer, Ohrwürmer, Florfliegen und Zehrwespen. Der Einsatz nützlingsschonender Pflanzenschutzmittel und die Erhaltung angrenzender arten- und strukturreicher Krautstreifen und Hecken fördern diese gezielt.
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Sommerapfelblattsauger (Cacopsylla picta) – Weibchen
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Apfelblattsauger - Schadbild
Apfelblattsauger - Schadbild
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