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Gentechnikfreiheit

Changed on: 25.02.2016

Gentechnikfreiheit ist in Österreich ein wichtiges Thema. Die AGES trägt durch Kontrollen von Saatgut, Futtermittel und Lebensmittel maßgeblich dazu bei, die gentechnikfreie Produktion zu ermöglichen, und überprüft gleichzeitig die Einhaltung der Kennzeichnungsvorschriften. Die langjährigen Erfahrungen in der Praxis und das umfangreiche Wissen der AGES-ExpertInnen in diesem Bereich dienen als Grundlage für Studien und Wissenstransferprojekte (Twinnings).

Gentechnikfreiheit ist in Österreich ein wichtiges Thema. Die AGES trägt durch Kontrollen von Saatgut, Futtermittel und Lebensmittel maßgeblich dazu bei, die gentechnikfreie Produktion zu ermöglichen, und überprüft gleichzeitig die Einhaltung der Kennzeichnungsvorschriften. Die langjährigen Erfahrungen in der Praxis und das umfangreiche Wissen der AGES-ExpertInnen in diesem Bereich dienen als Grundlage für Studien und Wissenstransferprojekte (Twinnings).

Gentechnikfrei - Machbarkeit

Gentechnikfreie Fütterung: Machbarkeitsstudie

In Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur Wien entstand die 2005 publizierte Machbarkeitsstudie zur Auslobung „gentechnikfrei“ und Vermeidung von GVO bei Lebensmittel aus tierischer Erzeugung. Untersucht wurde die Möglichkeit einer Umstellung auf "gentechnikfreie" Futtermittel in der konventionellen Rind-, Kalb-, und Schweinefleisch-Erzeugung, der Geflügel- und Putenfleisch-Erzeugung sowie der Eier- und Milcherzeugung. Die Machbarkeit wurde auf Grundlage der Vorgaben der Richtlinie für die Auslobung "gentechnikfrei" des Österreichischen Lebensmittelbuchs (Codex Alimentarius Austriacus) und der Anforderungen der Verordnung (EG) Nr. 1829/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. September 2003 über genetisch veränderte Lebensmittel und Futtermittel zur nicht erforderlichen Kennzeichnung von Futter- und Lebensmitteln als GVO eingeschätzt.

Die Studie beinhaltet unter anderem auch Strategien zur Vermeidung einer GVO-Verunreinigung in den Produktionsprozessen, Fragen des Täuschungsschutzes im Zusammenhang mit der Kennzeichnung und Auslobung "gentechnikfrei" und die Erzeugung von Honig und anderen Bienenprodukten im Zusammenhang mit einem möglichen GVO-Transfer.


Dokumente

    Saatgut - Twinningprojekt

    Gentechnikfrei: Erfolgreiches Twinning Light mit Bulgarien

    Österreich hat ein höchst effizientes Qualitätssystem "Saatgutzertifizierung", das Sicherheit vom Ausgangssaatgut bis zur Vermarktung des saatfertigen Produkts bietet. In Österreich erzeugtes und zertifiziertes Saatgut ist auf Gentechnikfreiheit geprüft. Dazu wird ein zuverlässiges GVO-Monitoringsystem bei den Kulturarten Mais, Sojabohne und Raps durchgeführt. Es kommt nicht nur im Anerkennungs- und Zulassungsverfahren von Saatgut zur Anwendung, sondern auch im Zuge der Sortenzulassung. Außerdem wird Saatgut, das aus EU- oder Drittländern nach Österreich gelangt und hier verkauft wird, kontrolliert. Dieses österreichische Erfolgskonzept, das größtmögliche Sicherheit für den Anwender bietet, stößt europaweit auf großes Interesse.

    Um die Erfahrung und das Wissen in diesem Bereich weiterzugeben, hat die AGES zu diesem Thema ein Twinning Light-Projekt mit der bulgarischen Saatgut- und Sortenzulassungsbehörde (Executive Agency for Variety Testing, Field Inspection and Seed Control EAVTFISC) im Juli 2010 erfolgreich abgeschlossen. Das Ziel war die Unterstützung beim Aufbau der administrativen Kapazität in Bezug auf die Kontrolle von GVO-Verunreinigungen im Saatgut. Schwerpunkt des Twinning Light-Projekts waren das Erkennen und Vermeiden von Verunreinigungen mit GVO in Saatgut, vom Ausgangssaatgut über die Vermehrung bis zum fertigen Produkt. Hierbei handelt es sich um ein Themengebiet, in dem die Expertinnen und Experten der AGES ihre bulgarischen Kolleginnen und Kollegen durch umfassendes Wissen und langjährige Erfahrung optimal betreuen konnten. Das österreichische Know-how wurde durch jenes einer portugiesischen Kollegin und eines spanischen Kollegen ideal ergänzt, da in diesen Ländern im Gegensatz zu Österreich GV-Pflanzen angebaut werden.

    Die Projektumsetzung erfolgte innerhalb eines halben Jahres in drei Themenschwerpunkten: Schulung der Laborexperten, Erkennen und Vermeiden von GVO in Saatgutanerkennung und Saatgutverkehrskontrolle sowie der Umgang mit GVO in der Sortenzulassung. In vielfältigen und umfassenden Seminaren und Workshops wurde den Teilnehmern die effiziente Umsetzung des EU-Rechts und der damit verbundene notwendige Aufbau entsprechender Verwaltungsstrukturen theoretisch und praktisch vorgestellt. Zusätzlich wurde umfangreiche technische Expertise vermittelt. Der Großteil der Schulungen wurde in Bulgarien durchgeführt, als Ergänzung besuchten die bulgarischen Expertinnen und Experten im Rahmen zweier Studienaufenthalte die AGES in Wien. Workshops in den Labors bzw. auf Vermehrungsflächen und auf den Flächen der AGES-Versuchsstation, Seminare, aber auch Besichtigungen von AGES-Einrichtungen sowie von Betrieben rundeten das interessante Programm ab.

    Die bulgarischen Expertinnen und Experten betonten, dass sie mit der Betreuung durch die Kolleginnen und Kollegen der AGES höchst zufrieden waren. Umgekehrt konnten die österreichischen Expertinnen und Experten vom regen Erfahrungs- und Wissensaustausch ebenso profitieren wie von interessanten Einblicken in einen für so manchen noch unbekannten Mitgliedstaat der EU.

    Twinnings

    Twinnings (Verwaltungspartnerschaften) sind von der EU finanzierte Projekte für den Auf- und Ausbau öffentlicher Strukturen ("Institution Building"). Damit sollen interessierte Länder unterstützt werden, den "acquis communautaire" (den Gesamtbestand der für die EU-Mitgliedstaaten verbindlichen Rechte und Pflichten) zu übernehmen. Administration und Gesetzgebung in den jeweiligen Ländern werden durch die gezielte und nachhaltige Zusammenarbeit während des Projekts gestärkt. Den erfahrenen Expertinnen und Experten aus den Mitgliedstaaten kommt eine beratende und unterstützende Funktion bei der effizienten Umsetzung des EU-Rechts zu. Die Inhalte sind voll auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Partnerbehörden des ausschreibenden Staates abgestimmt. Der Kreis der begünstigten Länder wurde in den vergangenen Jahren immer weiter ausgeweitet, sodass auch Staaten ohne Beitrittskandidatenstatus von diesem Förderinstrument profitieren können.

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