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Ethoxyquin

Ethoxyquin ist eine chemische Verbindung, die antioxidative Eigenschaften aufweist, d. h. sie verhindert das Ranzigwerden von Fetten und verzögert den Abbau von Vitaminen wie Vitamin A, Vitamin E, Carotinoiden usw.

Seit den 1950-er Jahren wurde Ethoxyquin als Antioxidans in Futtermitteln eingesetzt. Als technologischer Zusatzstoff war es im Futtermittelzusatzstoffregister mit der Kennnummer E 324 aufgenommen und mit einem Höchstwert von 150 mg/kg Alleinfuttermittel für alle Tierarten, mit Ausnahme von Hunden (100 mg/kg), zugelassen.

Diese Zulassung von Ethoxyquin als Futtermittelzusatzstoff wurde allerdings mit 28.6.2017 außer Kraft gesetzt, wobei unterschiedliche Übergangsfristen gelten. Ethoxyquin darf nach Ablauf der Übergangsfristen nicht mehr eingesetzt werden:

  • Futtermittel, die bestimmte Zusatzstoffzubereitungen aus fettlöslichen Vitaminen und verwandten Produkten und Ethoxyquin enthielten, dürfen seit dem 31.12.2018 nicht mehr verwendet werden
  • Alle übrigen Futtermittel, die den Zusatzstoff Ethoxyquin enthalten, dürfen seit dem 28.3.2018 nicht mehr verwendet werden

Futtermittel, die Ausgangserzeugnisse wie Trockenalgen, Fische, andere Wassertiere und daraus gewonnenen Erzeugnisse enthalten, können Ethoxyquin enthalten und dürfen noch bis zum 30.6.2020 verwendet werden:

 

Zusatzstoff und ihn enthaltene Vormischungen, die in betroffene Einzelfuttermittel eingearbeitet werden sollenEinzelfuttermittel, die mit dem Zusatzstoff oder ihn enthaltende Vormischungen hergestellt wurdenMischfuttermittel, die aus Einzelfuttermittel hergestellt wurden, die den Zusatzstoff oder ihn enthaltende Vormischungen enthalten
Inverkehrbringung bis30.09.201931.12.201931.03.2020
Verwendung bis30.12.201931.03.202030.06.2020

 

Gemäß der neuen Zusatzstoff-Verordnung musste für den Zusatzstoff innerhalb von 7 Jahren ein Antrag auf Zulassung gestellt und alle relevanten Zulassungsunterlagen übermittelt werden. Aufgrund der unklaren Datenlage hinsichtlich der Toxizität von Ethoxyquin konnte eine Sicherheitsbewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im Oktober 2015 die Unbedenklichkeit des Zusatzstoffes für alle Tierarten sowie VerbraucherInnen und Umwelt nicht bestätigen. Für ein Zwischenprodukt von Ethoxyquin, Ethoxyquinquinonimin, konnten nicht genügend Daten hinsichtlich der Genotoxizität (mögliche Schädigung der Erbsubstanz) vorgelegt werden. Des Weiteren gilt eine Verunreinigung mit einem anderen Zwischenprodukt aus dem Herstellungsprozess (p-Phenetidin) als ein mögliches Mutagen (verursacht bleibende Änderung des Erbguts).

Auch hinsichtlich des tatsächlichen Gefährdungspotentials für den Menschen sowie des Auftretens von Zwischenprodukten ist die Datenlage nicht ausreichend. Ethoxyquin lagert sich bevorzugt in fetthaltigem Gewebe an. Bei einem übermäßigen Konsum von (fetthaltigem) Fisch, in dessen Fettgewebe sich Ethoxyquin angereichert hat, könnte eine potentielle Gefährdung für den Menschen gegeben sein.

Ethoxyquin wird derzeit durch andere Antioxidantien, wie z. B. Butylhydroxyanisol (BHA, E 320) und Butylhydroxytoluol (BHT, E 321) ersetzt. Das Vorhandensein von Ethoxyquin in Futtermitteln wird durch die zuständigen Behörden in der Europäischen Union im Rahmen der Futtermittelkontrollen überprüft und überwacht.

Warum braucht man Antioxidantien?

Futtermittelausgangserzeugnisse wie beispielsweise Fischmehl und Fischöl haben einen hohen Fettsäureanteil. Diese reagieren mit Sauerstoff, in Kombination mit höheren Temperaturen können sie sich entzünden bzw. explodieren. Beim Transport, z. B. auf Containerschiffen, kommen daher Antioxidantien zum Einsatz, um mögliche Explosionen zu verhindern.

Aber auch bei anderen Erzeugnissen, die der Futtermittelherstellung dienen und fettlösliche Vitamine enthalten, kam Ethoxyquin zum Einsatz. Bis zum Ende der Zulassung als Pflanzenschutzmittel im Jahr 2011 wurde Ethoxyquin außerdem zum Schutz vor Schalenfäule bei Birnen in Glashäusern verwendet.

 

 

 

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