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Antibiotikaresistente Keime in Badegewässern

Changed on: 31.08.2020

Wasser ist einer der wichtigsten Lebensräume von Bakterien. Studien zeigen, dass aquatische Systeme auch Bedeutung als Antibiotikaresistenzreservoirs haben: Antibiotikarückstände, antibiotikaresistente Bakterien und antibiotikaresistenzübertragende Gene sind in Wasser zu finden. Inwieweit Umweltbakterien eine Quelle für neuartige Resistenzmechanismen sind oder unter welchen Umstände die Ausbreitung einer Antibiotikaresistenz erfolgt, ist derzeit jedoch noch nicht klar.

Mit der „Studie zum „Vorkommen resistenter potenziell pathogener Bakterien in österreichischen Badestellen“ hat die AGES erstmals Daten zu dieser Thematik in Österreich erhoben. In Österreich sind 263 Badestellen als EU-Badegewässer definiert. Ziel der Studie war es, das Vorkommen von Antibiotikaresistenzen bei Enterobacteriales, Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE), Methicillin-resistentem Staphylococcus aureus (MRSA) und Pseudomonas spp. zu ermitteln: Diese Bakterien gelten als mikrobielle Indikatoren für eine bakterielle Kontamination von Wasser. Badegewässer wurden gewählt, da sie weniger anfällig für anthropogene Einflüsse sind als andere Oberflächengewässer.

In der Badesaison 2017 wurden 27 EU-Badestellen (drei Badestellen pro Bundesland) beprobt. Dreiundzwanzig der 27 Proben waren frei von antibiotikaresistenten, klinisch relevanten Bakterien. Resistente Bakterien wurden in vier Badestellen nachgewiesen: einmal Pseudomonas aeruginosa und drei Mal Enterobacteriaceae (Enterobacter cloacae, Enterobacter mori, Escherichia coli). VRE und MRSA wurde in keiner Probe nachgewiesen.

Zwei der vier Isolate (E. cloacae, E. coli) waren Träger von Plasmiden. Dabei handelt es sich um DNA-Moleküle, die in Bakterien vorkommen können, welche aber nicht zum Bakterienchromosom zählen. Diese Plasmide können zwischen Bakterien ausgetauscht werden, sie können auch Resistenzgene enthalten.

Kein erhöhtes Gesundheitsrisiko

Trotz des Auftretens resistenter Bakterien in österreichischen Badestellen ist das dadurch bedingte Gesundheitsrisiko aus Sicht der AGES niedrig: Selbst wenn resistente Bakterien beim Schwimmen verschluckt werden, ist eine Besiedelung des Magen-Darm-Trakts unwahrscheinlich.

Austria-wide survey on resistant, potentially pathogenic bacteria at Austrian bathing sites, 2017, Die Bodenkultur: Journal of Land Management, Food and Environment, Volume 70, Issue 2, 81–88, 2019.

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