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The humus content of domestic farmlands has developed positively.

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Changed on: 27.10.2015
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Verminderung der Bodenerosion und der Humusverluste durch Querbewirtschaftung des Hanges und durch Fruchtwechsel.
Foto einiger Felder in Hanglage mit Querbewirtschaftung und Fruchtwechsel zur Verminderung von Bodenerosion und Humusverlusten

Die AGES stellt die Ergebnisse langjähriger Untersuchungsreihen zu den Humusgehalten auf Ackerböden vor. Es liegt im Interesse jedes Landwirts, eine Bodenuntersuchung durchzuführen.

Der Humusgehalt ist ein einfacher Parameter zur Beurteilung der Bodenqualität. Der optimale Humusgehalt des Bodens ist eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige landwirtschaftliche Produktion. Eine humusschonende Bewirtschaftung daher im Interesse jedes Landwirts. Der Humus im Boden hat einerseits eine „Nährstoffwirkung“, das heißt, die im Humus enthaltenen lebenswichtigen Nährstoffe werden nach und nach freigesetzt und stehen langfristig für das Pflanzenwachstum zur Verfügung.

Andererseits hat Humus auch eine „bodenverbessernde Wirkung“, denn er wirkt sich günstig auf das Bodenleben und die Porenverteilung des Bodens aus, verbessert die Luftführung, den Wärmehaushalt und das Wasserspeichervermögen.

Er trägt zu einer besseren Tragfähigkeit und Befahrbarkeit des Bodens bei. Humus trägt auch wesentlich zur Bindung von Schadstoffen (z. B. Schwermetalle) bei, so dass sie nicht in tiefere Bodenschichten verlagert bzw. in das Grundwasser ausgewaschen werden.

Intensive Bodenbearbeitung, Erosion, humuszehrende Fruchtfolgen mit Zuckerrübe, Kartoffeln und Mais, vor allem Silomais, fehlende oder nur geringe Einbringung von organischen Stoffen (Ernterückstände, Wirtschaftsdünger) tragen zum Humusabbau bei.

Mindestgehalt von zwei bis drei Prozent anpeilen

Als Ziel gilt der Aufbau eines standorttypischen optimalen Humusgehaltes durch Kombination unterschiedlicher Bewirtschaftungsmaßnahmen (organisch/mineralische Düngung einschließlich Management der Ernterückstände, Bodenbearbeitung, Fruchtfolge, Anlage von Begrünungen/Zwischenfrüchten).

Als Mindestgehalte gelten 2,0% für leichte, 2,5% für mittelschwere und 3,0% Humus für schwere Böden.

Die Entwicklung der Humusgehalte in verschiedenen Regionen auf Ackerland in den vergangenen 15 bis 25 Jahren konnte auf Basis von umfangreichen Humusdaten aus der Praxis im Rahmen der Evaluierung des Öpul untersucht werden.
Weil Effekte auf den Humusgehalt durch Bewirtschaftungsänderungen nicht kurzfristig, sondern erst mittel- bis längerfristig feststellbar sind, wurde die Periode vor Einführung des ÖPUL (1991 bis 1995) mit den aktuellen Daten verglichen (2008 bis 2012).

Dazu standen insgesamt knapp 38.000 Humusdaten zur Verfügung. Ausgewählt wurden Haupt- bzw. Kleinproduktionsgebiete mit verfügbaren Probenanzahlen aus beiden Perioden.

Auf die recht unterschiedliche Datenlage ist hinzuweisen, weil bis Ende 2014 die Untersuchung des Humusgehaltes in keiner Maßnahme des Öpul eine Förderungsverpflichtung war.

Die hier präsentierten Daten sind nur deshalb zustande gekommen, weil eine ausreichende Anzahl von Landwirten den Humusgehalt bei ihren Bodenproben untersuchen ließ. Im Rahmen der ÖPUL-Evaluierung wurden diese Ergebnisse in Kooperation mit den Landwirtschaftskammern nach Regionen zusammengefasst.

Anzahl der Humusproben

"HPG" = Hauptproduktionsgebiet; "KPG" = Kleinproduktionsgebiet
Regionen 1991 - 1995 2008 - 2012
Südöstl. Flach- und Hügelland (HPG 7) 296 2.868
Nordöstl. Flach- und Hügelland (HPG 8) 14.621 4.521
St. Pölten-Wieselburg (KPG 611) 2.084 434
OÖ Zentralraum (KPG 609) 74 3.430
Wald- und Mühlviertel (HPG 4) 2.629 6.798

Positiver Trend in allen Regionen

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Humusgehalte je nach Region bzw. Zeitraum
Humusgehalte je nach Region bzw. Zeitraum

Nebenstehende Grafik stellt die in den einzelnen Regionen und Zeiträumen ermittelten Humusgehalte einander gegenüber.
Dargestellt ist der Median (schwarze Linie, d.h. die Hälfte der Werte liegt darüber, die andere Hälfte darunter); im dunkelgrauen Bereich um den Median liegen 50% der Werte (25% darüber und 25% darunter) und im hellgrauen Bereich jeweils weitere 15% der Werte.

Die 10% der höchsten bzw. der niedrigsten Humusgehalte liegen über bzw. unterhalb des grauen Bereichs und sind nicht dargestellt. Die Ergebnisse zeigen in allen Regionen denselben positiven Trend. Demnach sind seit dem Start des Öpuls die Humusgehalten um 0,10 bis 0,35 % angestiegen. Diese Übereinstimmung bestätigt auch die Plausibilität der Datengrundlage.

Der deutlich höhere Anteil von etwa einem Viertel der Humuswerte über 4,0% im Nordosten und im Wald- und Mühlviertel ist auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen. Im Marchfeld, im Wiener Becken und im Seewinkel war die Bodenbildung in tieferen Lagen vom Grundwasser beeinflusst, es entwickelten sich dort vor allem Feuchtschwarzerden mit deutlich höheren Humusgehalten.

Hingegen liegt in den höheren Lagen des Wald- und Mühlviertels häufig die Feldfutternutzung auf Wechselwiesen vor, die dem Ackerland zugerechnet werden. Wegen der nur alle paar Jahre stattfindenden Bodenbearbeitung konnten dort deutlich höhere Humusgehalte, ähnlich dem Grünland, erhalten bleiben.

Eingearbeitetes Stroh fördert den Humusaufbau

Im Nordöstlichen Flach- und Hügelland sind im Verlauf der vergangenen 20 Jahre die Humusgehalte um etwa 0,3% angestiegen, der Median liegt nun bei knapp 3,0% Humus.
Ackerstandorte mit einem Humusgehalt unter 2,0% haben nur noch einen geringen Anteil von etwa 10%. Diese Steigerung dürfte auch mit dem Verbot des Strohverbrennens seit 1993 zusammenhängen, was in diesem Gebiet am häufigsten war.

Auch in den anderen Regionen sind Flächen mit Humusgehalten unter 2,0 % kaum noch anzutreffen. Die meisten Ackerstandorte im Alpenvorland und im Südosten weisen aktuell Humusgehalte zwischen 2,3 und 3,5% auf.
Die große Bandbreite der Humusgehalte von mehr als zwei Prozentpunkten in allen Regionen zeigt den Einfluss des Standortes (Bodenart) und der Bewirtschaftung auf.

Die Ackerflächen in den kühleren Regionen (Voralpen, Alpenostrand) und im Kärntner Becken weisen höhere Humusgehalte mit Medianen zwischen 3,2 bis 3,5% auf.
Dies kann auch auf einen höheren Anteil an Ackerfutterflächen und Wechselwiesen zurückgeführt werden.

Diese günstige Entwicklung ist wesentlich auf Öpul-Maßnahmen (z. B. Begrünung von Ackerflächen, Mulch- und Direktsaat) zurückzuführen. Hinzuweisen ist auch darauf, dass nun die Böden tendenziell weniger intensiv bearbeitet werden.

Die Bemühungen der Beratung und die Akzeptanz von Umweltmaßnahmen zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit (Begrünungen, Mulch bzw.Direktsaat) zeigen nachweisbare Erfolge durch das
Anheben der Humusgehalte und sind daher auch in Zukunft weiterzuführen, um das bisher Erreichte zu erhalten und noch weitere Verbesserungen zu erzielen.

Bio erreicht durch Feldfutter mehr Humus

Hinsichtlich des Einflusses der biologischen Bewirtschaftung gibt es aus Oberösterreich einige Ergebnisse.
Nach mindestens zehnjähriger biologischer Bewirtschaftung ist der Humusgehalt signifikant höher – im Alpenvorland um +0,14% und im Mühlviertel um +0,28%.

Diese Steigerungen sind vor allem auf den um 23% höheren Anteil an Feldfutterpflanzen und den um 20% niedrigeren Maisanteil bei „Bio“ im Vergleich zu konventioneller Bewirtschaftung auf Ackerland verursacht.

Eine Bodenuntersuchung „rechnet sich“

Wenn der Nährstoffzustand und Säuregrad des Bodens bekannt sind, kann der Aufwand für Phosphor-, Kalium- und Kalkdüngung minimiert bzw. rentabel eingesetzt werden: Auf den mit P und K hoch versorgten bzw. neutralen und alkalischen Standorten wird man diese Kosten zur Gänze einsparen, weil die Nährstoffressourcen des Bodens genutzt werden können.

Auf den sauren Standorten kann durch gezielte Verbesserungskalkung und regelmäßige Erhaltungskalkgaben alle 4 bis 6 Jahre der optimale pH-Wert stabilisiert werden. Bei niedrigen Nährstoffgehalten ist auf den meisten Standorten eine gezielte P- und K-Düngung betriebswirtschaftlich von Vorteil, weil Ertragseffekte von 8% bei Getreide 15% bei Hackfrüchten erzielt werden können.

Bei einer einheitlichen Fläche von etwa 3 ha, von der eine Mischprobe nach etwa 25 Einzeleinstichen zur Untersuchung gelangt, können alle genannten Vorteile um Kosten von etwa 1,00 € (bis 1,30 € incl. Humusgehalt) für die Untersuchung und etwa einer Viertelstunde Arbeitszeit für die Bodenprobenahme bezogen auf 1 ha und Jahr erzielt werden. Und zugleich wird damit auch den berechtigten gesellschaftlichen Umweltanliegen Rechnung getragen und die Entwicklung der Bodenqualität dokumentiert

Für weitere Informationen zur Bodenuntersuchung besuchen Sie bitte unsere Serviceseite.

2015 - das internationale Jahr des Bodens

2015 wurde von der UN – Generalversammlung zum internationalen Jahr des Bodens erklärt.
Ziel ist, Bewusstsein zu schaffen, dass Böden die Grundlage für unsere Ernährungssicherung und das Funktionieren der Ökosysteme auf der Erde sind.

Fruchtbarer Ackerboden ist Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Pflanzenbau, er speichert und filtert Wasser, ist Lebensraum für eine Vielzahl von Lebewesen und ein Reservoir für Nährstoffe und Kohlenstoff. Der Boden besitzt ein enormes Puffervermögen, Schadstoffe können abgebaut oder festgelegt werden, sodass diese nicht in die Nahrungskette oder das Grundwasser gelangen können.
Der Boden ist eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen, weil er uns mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen versorgt und die hohe Qualität unseres Trinkwassers garantiert.

Daher braucht der Boden unseren Schutz. Der unwiederbringliche Verlust von wertvollem Ackerland durch Verbauung schreitet fort, aber auch die Erosionsprobleme durch zunehmend intensivere Niederschläge und die Bodenverdichtung durch schwere Erntemaschinen stellen eine ernste Bedrohung dar. Durch Anbau von Begrünungen sowie Mulch- und Direktsaat werden im ÖPUL Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenqualität angeboten.

Dieser Beitrag ist ebenfalls erschienen:
BauernZeitung - Nr. 34 - 20. August 2015

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