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Herbstzeit - Ruhezeit

Die Natur bereitet allmählichen ihren Rückzug vor, dennoch ist der Herbst von außerordentlicher farblicher Schönheit und Vielfalt geprägt, wie ein Rundgang auf dem AGES-Gelände zusammen mit Norbert Zeisner und Swen Follak vom Institut Nachhaltige Pflanzenproduktion zeigt. Profiteure der Pflanzenvielfalt auf dem AGES-Gelände und der bevorstehenden späten Mahd sind jetzt vor allem Insekten, die ausreichend Nahrung und Schutz vor Fressfeinden finden. Auf unserem Rundgang ist eine vielfältige Insektenwelt zu beobachten.


Nicht G'stätten - vielmehr Samenreservoir

In diesem Jahr wurde durch die Aussaat verschiedener Saatgutmischungen die Grundlage für eine form- und artenreiche Flora (und Fauna) auf dem AGES-Gelände gelegt. Die Blühstreifen mit den unterschiedlichen Saatgutmischungen sind noch gut zu erkennen.

Im Rahmen der bevorstehenden letzten Mahd des Jahres werden die Samen über dem Gelände verteilt werden, die Pflanzen im nächsten Jahr somit neue Blühflächen finden - wie die Türkische Nelke oder auch Studentenblume (Tagetes), die voll Stabilität und Energie inmitten abgestorbener Halme weiterblüht.  

Die Pflanzen auf den Blühflächen sorgen durch Selbstaussaat für die Blütenpracht im nächsten und in den folgenden Jahren. Herabhängende, erntereife Blütenköpfe der Sonnenblumen sind Vorboten auf den Herbst: Samen fallen aus und sind begehrtes Futter für allerlei kleine und große Vogelarten, wie Amseln, Meisen, Haus- und Gartenrotschwänze. Darüber hinaus wurden aufgrund des üppigen Nahrungsangebotes auf dem AGES-Gelände in diesem Jahr vermehrt Turmfalken angelockt.

Verblühte Flächen - Lebensraum für manch neue Spezies

Die Blühflächen auf dem AGES-Gelände bieten einen optimalen Lebensraum für krabbelnde, springende, kriechende und fliegende Insekten. Zu den interessanten und spannende Arten gehören die folgenden, sich im Dickicht der Blühflächen versteckenden Arten.

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Zebra- oder Wespenspinne (Rückenansicht)
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Zebra- oder Wespenspinne (Bauchansicht)

Vorbotin der wärmeren Sommer: Eine Vertreterin der Araneidae ist aus dem Süden Europas eingewandert und hat auf dem AGES-Gelände Quartier bezogen. Die Weibchen der Zebra- oder Wespenspinne (Argiope bruennichi) können eine Größe von 2,5 cm erreichen.

Die Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) residiert in den Hecken der Einfriedungen. Ihr Netz ist, wie bei allen Radnetzspinnen (Araneidae), kreisrund gezogen. Sie verdankt ihren Namen der typischen Kreuzzeichnung auf ihrem Rücken. Aufmerksame BeobachterInnen können die Unterscheidungsmerkmale der Spinnenarten studieren - der Blick für Details wird bei jedem Streifzug intensiver und geschulter.

Einer ganz anderen Ordnung der Spinnentiere (Arachnida) gehört dieser Weberknecht (Opiliones) an. Die meist in der Bodenschicht lebenden Weberknechte bauen keine Fangnetze, sondern ernähren sich hauptsächlich von mikroskopisch kleinen Gliederfüßern und toten Insekten.

Streifenwanzen (Graphosoma lineatum) sind häufig auf Doldenblütlern (Apiaceae) zu finden.

Feuerwanzen (Pyrrhocoridae). Der deutsche Name „Feuerwanze“ resultiert aus der rot-schwarzen Warntracht.

 

Kreislauf der Natur: In diesem Gespinst hat die Warntracht nichts genützt, die Wanze musste ihr Leben lassen.

Jahres- und Lebenskreislauf

Überleben und weiterleben zur Erhaltung der Artenvielfalt: Diese zwei Bläulinge (Lycaenidae) lassen auf regen Nachwuchs in der kommenden Saison hoffen.

Quellen

Fischer M. A., Oswald K., Adler W. (2008): Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Biologiezentrum der oberösterreichischen Landesmuseen, Linz
Holzner W., Glauninger J. (2005): Ackerunkräuter - Bestimmung, Biologie, Landwirtschaftliche Bedeutung. Leopold Stocker Verlag, Graz
https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Hauptseite&oldid=152425751
http://www.naturfotos-naeher-hingeschaut.eu/

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