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Blühtagebuch Juni

Die Farben des Sommers

Neben der Kornblume (Centaurea cyanus) („kornblumenblau“) gilt die folgende Pflanze als einer der Sommerbegleiter schlechthin: Der Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas) ist unverkennbar durch seine rote Blütenfarbe („mohnrot“). Ein Exemplar blüht jedoch nur zwei bis drei Tage. Die Blüten haben meist einen großen schwarzen Grundfleck. Es werden die typischen halbkugeligen bis eiförmigen Kapselfrüchte gebildet, welche mehrere Hundert sehr kleine (bis 1 mm) dunkle Samenkörner (Mohnkörner) enthalten.

Die Kronblätter des Klatsch-Mohns ähneln etwas knittrigem Papier und sind sehr dünn. Die Kapselfrüchte können schon während der Blütezeit beobachtet werden (Mitte des Bildes).

Der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare) gehört zu den Raublattgewächsen und ist eine zweijährige oder mehrjährige krautige Pflanze. Die ganze Pflanze ist steifborstig behaart. Die Stängelborsten sitzen häufig auf dunklen Flecken. Die Kronblätter des Gewöhnlichen Natternkopfs sind violettblau, selten rötlich und die Staubblätter ragen charakteristisch weit aus der Krone heraus.

Die Art ist auf trockene, steinige Böden spezialisiert und übersteht die trockenen Sommermonate aufgrund der kräftigen Hauptwurzel, die bis 2 m tief in den Boden vordringen kann. Der Natternkopf ist eine Futterpflanze für zahlreiche Schmetterlingsarten (es werden über 50 Arten gezählt!).

Das Echt-Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 100 Zentimetern erreicht. Die Blüten des Echt-Johanniskrauts sind gelb und in vielblütigen Rispen. Der Stängel ist durchgehend zweikantig und innen markig ausgefüllt (nicht hohl). Die Blätter sind länglich-oval bis lineal und dicht und fein durchscheinend punktiert.

 

 

Die Weiß-Lichtnelke (Silene latifolia) ist zweihäusig, d.h. männliche und weibliche Blüten sind auf verschiedenen Pflanzen vorhanden. Die Kelchröhre (aus ihr „entspringen" die Kronblätter) ist bei männlichen Blüten schmaler und hat zehn Nerven, die weibliche Kelchröhre wiederum ist aufgeblasener und hat 20 Nerven. Es gibt fünf Kronblätter, die tief eingeschnitten sind und im Inneren ist eine Nebenkrone zu erkennen.

Die Weiß-Lichtnelke ist eine Nachtfalterblume: die Blüten öffnen sich erst abends bzw. bei schlechtem Wetter nachmittags. Erst dann duften die Blüten intensiv und locken mit ihrem Duft Nachtfalter an.

Der Hopfen-Schneckenklee oder einfach nur Hopfenklee (Medicago lupulina) kann bis 30 cm hoch werden. Die Laubblättersind  dreifiedrig aufgebaut wobei das das mittlere Blättchen einen längeren Stiel hat. Die Blüten stehen in Blütenköpfchen zusammen. Die Pflanze besiedelt sommerwarme Wegränder, Dämme und (trockene) Fettwiesen. Die Bestäubung beim Hopfen-Schneckenklee erfolgt vor allem durch die Honigbiene.

Der Gewöhnlich-Feldrittersporn (Consolida regalis) ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 50 cm erreicht. Die Art ist auf allen warm-trockenen Standorten zu Hause.
Charakteristisch: Die blauvioletten Blüten besitzen einen etwa 2 bis 4 cm langen, waagrechten oder nach oben zeigenden Sporn.

Das schöne Äußere des Feldrittersporns darf über eines aber nicht hinweg täuschen: die Pflanze ist stark giftig!

Goldgelb blühend,  Pflanze besiedelt das Echt-Labkraut (Galium verum)  vorwiegend warme Saumbereiche von Gebüschen. Die Laubblätter (6-12 Stück) sind sehr schmal linealisch bis nadelförmig (ca. 1 mm breit). Charakteristisch: Die kleinen Blüten riechen intensiv nach Honig.

Kurz vor der (Haupt-)Blüte steht das Wiesen-Lieschgras ((verwendet wird auch die Bezeichnung Timothe; Phleum pratense).

Die Blattspreite ist charakteristisch hellblaugrün und die Art bildet eine bis zu 30 cm lange Scheinähre, die aufrecht oder schwach gebogen ist. Im Gegensatz zu anderen Gräsern hat das Wiesen-Lieschgras eine langsamere Jugendentwicklung, es schosst und blüht daher auch wesentlich später. Die Pflanze ist ein hochwertiges Futtergras.

Der Wiesen-Hornklee (Lotus corniculatus) wächst niederliegend bis aufrecht und wird 10–30 cm hoch. Die drei Laubblätter haben noch zwei Nebenblätter, so dass ein fünfteiliges Laubblatt sichtbar wird.
Der Wiesen-Hornklee gehört zu der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und hat daher den  typischen Blütenaufbau mit Fahne, zwei Flügeln und Schiffchen (siehe Bild - noch verdecken die Segel das Schiffchen). Der Blütenstand ist  4–8 blütig und die Schiffchenspitze ist hell, gelb oder rötlich. Als Frucht bildet der Wiesen-Hornklee eine lange, gerade Hülse.

Der Wiesen-Hornklee ist eine wichtige Futterquelle für den Bläuling. Auch für Bienen ist er eine willkommene Pflanze, denn der Nektar ist sehr zuckerhaltig. Zahlreiche weitere Schmetterlinge können auf dem AGES-Gelände beobachtet werden, wie beispielsweise die beiden Folgenden:

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Großer Kohlweißling (Pieris brassicae)
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Distelfalter (Vanessa cardui)

Quellen

Fischer M. A., Oswald K., Adler W. (2008): Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Biologiezentrum der oberösterreichischen Landesmuseen, Linz, 1391 S.
Holzner W., Glauninger J. (2005): Ackerunkräuter - Bestimmung, Biologie, Landwirtschaftliche Bedeutung. Leopold Stocker Verlag, Graz 264 S.
https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Hauptseite&oldid=152425751
http://www.naturfotos-naeher-hingeschaut.eu/

 

 

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