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Blühtagebuch April

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Der Blühaspekt im April ist durch die Farben Weiß und Gelb bestimmt.

Anfang April: In den Beet-Abschnitten rund um das AGES-Gebäude werden Blumen-Kräuter-Gebinde ausgesät und keimen; AGES-BiologInnen zieht es aus den Büros hinaus auf die Blühflächen zum vielfältigen Pflanzenwuchs, der aufgrund des reduzierten Mahd heuer möglich wurde.

Unter dem Motto Beobachten + Sehen Lernen bieten wir einen interaktiven Naturrundgang über das AGES-Gelände Spargelfeldstraße und teilen Wissen über Pflanzen, die mancherorts bloß als "G'stätten"-Pflanzen abgetan werden.

Blühaspekt: Farben Weiß und Gelb

Verantwortlich dafür sind im Wesentlichen das Gänseblümchen (Bellis perennis) und der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia).

Erstere Art bringt ab März bis November ununterbrochen aufsteigende bis aufrechte, blattlose Blütenstände hervor, während die Hauptblütezeit des Löwenzahns der April und Mai ist. Das Körbchen des Gänseblümchens richtet sich immer nach der Sonne aus (Heliotropismus) und schließt sich abends sowie bei schlechtem Wetter.

Die Körbchen werden von zahlreichen Insekten besucht (Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Fliegen).

Doch wer genauer hinschaut findet zahlreiche weitere interessante Pflanzenarten in der Wiese zwischen und um die Obstbäume herum. Es funkeln immer wieder andere weiße, gelbe aber auch rosarote und blaue Blüten.

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Die Fruchtschnäbel des Gewöhnlichen Reiherschnabels sind reiherhalsartig zurückgebogen.

Rosarot blühen beispielsweise der Gewöhnliche Reiherschnabel (Erodium cicutarium) und die Stängelumfassende Taubnessel (Lamium amplexicaule).

Der Reiherschnabel ist eine echte Pionierpflanze und wächst auf warmen, mäßig trockenen bis trockenen Böden. Die Art findet auf dem sonnenexponierten Teil des AGES-Geländes (z. B.  Flächen um die Parkplätze herum) optimale Bedingungen vor.

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Die Blüten der Stängelumfassenenden Taubnessel haben eine sehr schlanke Röhre, die weit aus dem Kelch herausragt.

Stängelumfassende Taubnessel ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 25 cm erreicht.

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Die polsterbildende Ackerröte hat winzige Blüten.

Blasslila bis purpur-lila blüht die polster- und teppichbildende Ackerröte (Sherardia arvensis). Sie erreicht auf ihrem hiesigen Standort nur eine geringe Höhe von wenigen Zentimetern. Hinzu kommt: die Blütenkronblätter sind mit 4 bis 5 mm Länge ziemlich winzig.

(Lila-)Blau blühen die Gundermann (Glechoma hederacea), die Weinbergs-Traubenhyazinthe (Muscari neglectum) oder das Hunds-Veilchen (Viola hirta).  Eine teppichbildende, ganzjährig blühende Art mit einer blauen, dunkel geaderten Krone und weißem Schlund ist der Persische Ehrenpreis (Veronica persica). Die Art stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und verwilderte aus Botanischen Gärten (um 1805) und ist heute überall in Europa zu finden.

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Die Weinbergs-Traubenhyazinthe ist eine Zwiebelpflanze.
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Veilchen kommen gerne auf besonnten bis halbschattigen Standorten vor (z.B. unter den Obstbäumen)..
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Gut zu erkennen: die Blüten des Persischen Ehrenpreises stehen einzeln in den Blattachseln.
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Auch Erdhummeln gehören zu den Blütenbesuchern des Gundermanns.
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Ganz nah: Blüte und Früchte des Hirtentäschelkrauts.

Weitere auf dem AGES Areal gesichtete und eher unscheinbar weiß-blühende Arten sind das Gemeine Hornkraut (Cerastium fontanum), die Vogelmiere (Stellaria media) und das Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris).

Letztere Art blüht ganzjährig und kann bis zu 50 cm hoch werden. Von der Keimung (ab ca. 10 °C) bis zur Reife der ersten Früchte vergehen keine 6 Wochen. Daher können jetzt schon die wie eine „Hirtentasche“ geformten Früchte beobachtet werden.

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Massenbestand des Frühlings-Hungerblümchen entlang der Feuerwehrzufahrten.

Besonders interessant ist das Frühlings-Hungerblümchen (Erophila verna). Die Art ist ein richtiger Frühblüher, welche aufgrund ihrer Größe (max. 10 cm) gerne übersehen wird (und daher auch schwer vor die Kamera zu bekommen ist). Seine weißen Blüten erscheinen oft schon im Februar und die Blüte dauert bis Ende März. Bei uns auf dem AGES-Gelände finden wir die Art besonders häufig zwischen Steinplatten und entlang der Feuerwehrzufahrten. Im April sind viele Individuen verblüht, haben Schoten gebildet oder bereits ihre Samen ausgestreut.

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Das Gemeine Greiskraut ist leicht an den fehlenden Zungenblüten zu erkennen

Eine weitere Art aus der Gattung Senecio  ist häufig auf dem AGES-Gelände zu finden, und zwar das Gemeine Greiskraut (Senecio vulgaris). Es erreicht Wuchshöhen zwischen 10 und 30 cm. Sie blüht in allen Jahreszeiten, besonders aber im Frühjahr. Alle Senecio-Arten sind übrigens giftig.

 

 

In den letzten Tagen ist auch das gelblühende Frühlings-Greiskraut (Senecio vernalis) zur Blüte gelangt. Die Laubblätter sind charakteristisch beiderseits dicht spinnwebig-wollig behaart. Die Blütenköpfchen (Korbblütler!) haben meist 13 Zungenblüten, einen Durchmesser von ca. 2,5 cm und sind glockenartig geneigt. Die Art besiedelt bevorzugt halbtrockene Ruderalstellen und nährstoffreiche Rasenflächen. Die Pflanze ist ein Neophyt und vermutlich um 1850 aus Osteuropa zu uns eingewandert.

Viele weitere Pflanzenarten besiedeln die Grünflächen auf dem AGES-Gelände. Einige befinden sich im Rosetten- (u.a. Spitzwegerich, Plantago lanceolata; Kleines Habichtskraut, Hieracium pilosella) oder Sämlingsstadium (Vogelknöterich, Polygonum aviculare) und andere wiederum schlummern noch als Samen in der Erde und warten darauf, dass es richtig warm wird, um keimen zu können.


Quellen

Fischer M. A., Oswald K., Adler W. (2008): Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Biologiezentrum der oberösterreichischen Landesmuseen, Linz, 1391 S.
Holzner W., Glauninger J. (2005): Ackerunkräuter - Bestimmung, Biologie, Landwirtschaftliche Bedeutung. Leopold Stocker Verlag, Graz 264 S.
https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Hauptseite&oldid=152425751
http://www.naturfotos-naeher-hingeschaut.eu/

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