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Pflanzenschutzmittel-Verwendungsstatistik

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Changed on: 23.12.2020

Umsetzung der EU-VO 1185/2009 hinsichtlich landwirtschaftlicher Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in Österreich

Die Auswertung der in der Landwirtschaft verwendeten Mengen von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen in ausgewählten, relevanten Kulturen in Österreich ist Gegenstand eines Projektes, das die AGES im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) und der Bundesländer abgewickelt hat. Gemäß VERORDNUNG (EG) Nr. 1185/2009 sind die Mengen an verwendeten Pflanzenschutzmitteln in Kilogramm (kg) Wirkstoff und die behandelte Fläche in Hektar (ha) für ausgewählte (relevante) Kulturen an die Kommission zu erheben. Dabei werden Ergebnisse für zumindest ein Jahr für einen Bezugszeitraum von fünf Jahren gefordert.

1. Pflanzenschutzmittel-Verwendungsstatistik für den Zeitraum 2015–2019

Für die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft sind von den Mitgliedstaaten für den Zeitraum 2015–2019 die Mengen an verwendeten Wirkstoffen in Kilogramm (kg) und die behandelte Fläche in Hektar (ha) für ausgewählte relevante Kulturen bis zum Ablauf des Jahres 2020 an EUROSTAT zu übermitteln. Wie auch für den ersten Fünfjahreszeitraum 2010–2014 hat die AGES die statistischen Auswertungen im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) und der Bundesländer durchgeführt.

Methodik

Die verwendeten Mengen von Pflanzenschutzmitteln wurden auf Basis von Aufzeichnungen landwirtschaftlicher Betriebe und Daten zur Saatgutzertifizierung auf die Verwendung in Österreich hochgerechnet. Österreich wird dabei als eine Erhebungsregion betrachtet, es erfolgt keine Auswertung auf Bundesländerebene. Die Anwendungsdaten stammen von Betrieben, die freiwillig an der Erhebung teilgenommen haben und die Aufzeichnungen zur Pflanzenschutzmittel-Anwendung mit den Softwareprogrammen LBG-Bodenwächter, XComply oder dem Agrarcommander durchführen. Die Daten wurden der AGES vom BMLRT anonymisiert zur Verfügung gestellt.

Datenbasis und Kulturen

An der Erhebung im Referenzjahr 2017 haben rund 940 landwirtschaftliche Betriebe teilgenommen. Die Erhebungsfläche beträgt insgesamt 28.200 ha. Aus der Saatgutzertifizierung sind Angaben zur Saatgutbehandlung von 88.000 Tonnen Saatgut verfügbar. Neben den Kulturen Apfel, Kartoffel, Mais, Raps, Sojabohne, Sommergerste, Wein, Winterweizen und Zuckerrübe, für die bereits im ersten Fünfjahreszeitraum eine Auswertung der Verwendung durchgeführt wurde, ist jetzt auch Hafer, Ölkürbis, Sommerweizen, Sonnenblume, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale in der Erhebung enthalten. Für den Weinbau und den Apfelbau wurde eine Auswertung nach der Wirtschaftsweise (biologisch/konventionell) durchgeführt. In den ackerbaulichen Kulturen erfolgte die Auswertung nur für die konventionelle Wirtschaftsweise.

Ergebnis

Das Ergebnis der Hochrechnung ergibt die abgeschätzte Menge an jeweils verwendeten Wirkstoffen in Kilogramm (kg) sowie die behandelte Fläche in Hektar (ha) je Wirkstoff. Nachfolgend ist eine Übersicht der verwendeten Wirkstoffmengen nach Wirkstoffgruppen aggregiert dargestellt. Die Aggregate entsprechen jenen, die in der Darstellung zur Inverkehrbringung im Grünen Bericht verwendet werden. Zum Vergleich wurde die in diesem Zeitraum in Verkehr gebrachte Wirkstoffmenge angeführt. Anmerkung: Die nachfolgenden Tabellen entsprechen im Detaillierungsgrad der Veröffentlichung von 2012. Durch die größere Anzahl an Kulturen war es erforderlich, die Ergebnisse für die Kulturen in Zeilen statt Spalten darzustellen und nach Wirkungstyp aufzuteilen

 

Pflanzenschutzmittel Verwendungsstatistik: Verwendete Wirkstoffe in ausgewählten Kulturen und in Verkehr gebrachte Menge an Wirkstoffen im Jahr 2017

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Fungizide, Erhebungsjahr 2017, Mengen-Angaben in kg
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Herbizide, Erhebungsjahr 2017, Mengen-Angaben in kg
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Insektizide, Erhebungsjahr 2017, Mengen-Angaben in kg
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Sonstige Wirkstoffe, Erhebungsjahr 2017, Mengen-Angaben in kg

Die Differenz zwischen Verwendung in den 16 Erhebungskulturen und der Inverkehrbringung ergibt sich hauptsächlich aus folgenden Gegebenheiten:

  • Die 16 Erhebungskulturen decken nicht die gesamte landwirtschaftliche Fläche in Österreich ab.
  • Für nachfolgend angeführte, mengenmäßig eher gering bedeutende Anwendungen in den Erhebungskulturen war die Datenbasis für eine Hochrechnung nicht ausreichend: Pflanzgutbehandlung und Keimhemmung in Kartoffeln, Anwendungen gegen Vorratsschädlinge im Lager und die Saatgutbehandlung in Sonnenblumen.
  • Bei der Inverkehrbringung wird das erstmalige Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln in Österreich erhoben. Aus diesen Zahlen ist nicht ablesbar, welche Mengen an Pflanzenschutzmitteln zum Einsatz kommen bzw. im Handel und nach dem Verkauf in der Praxis (in der Landwirtschaft und außerlandwirtschaftlich) gelagert werden. Hier kann es in einzelnen Jahren durchaus zu mengenmäßig relevanten Unterschieden kommen.
  • Zulassungsbeginn und Zulassungsende: Falls die Zulassung eines Pflanzenschutzmittels endet und die Abverkaufs- bzw. Aufbrauchfrist noch aufrecht ist, kann eine Verwendung von derartigen Pflanzenschutzmitteln erfolgen, ohne dass eine Inverkehrbringung in diesem Jahr vorliegt.  Der umgekehrte Fall kann bei neu zugelassenen Pflanzenschutzmitteln auftreten, eine Inverkehrbringung ohne eine Anwendung im Jahr der Inverkehrbringung.
  • In den Zahlen zur Verwendung von Pflanzenschutzmitteln für das Referenzjahr 2017 sind aus methodischen Gründen auch Anwendungen aus dem Jahr 2016 enthalten, insbesondere bei den Kulturen Winterraps und Winterweizen. Weiters sind Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln auf Stoppelfeldern und Stilllegungsflächen zur Kulturvorbereitung aus dem Jahr 2016 in den Verwendungszahlen enthalten. Derartige Anwendungen sind gemäß den Vorgaben der VO 1185/2009 der jeweiligen Folgekultur zuzurechnen.
  • In der Verwendungsstatistik wurde bei Wirkstoffen basierend auf Pheromonen, Viren, Bakterien und Pilzen keine Wirkstoffmenge in kg errechnet. Bei derartigen Wirkstoffen divergiert zwischen einzelnen Produkten und Wirkstoffen die Mengenangabe sehr stark, eine Hochrechnung erscheint nicht sinnvoll. In der Statistik zur Inverkehrbringung sind bei manchen dieser Wirkstoffe dennoch Mengenangaben vorhanden und auch in die Summenberechnung für die Inverkehrbringungsmengen eingeflossen. Durch diesen Umstand ist das Gesamtergebnis der verwendeten Menge niedriger, der Unterschied liegt in der Größenordnung von etwa einem Prozent der Gesamtmenge der Inverkehrbringung.
  • Saatgutbehandlung und Export/Import von behandeltem Saatgut: In der Hochrechnung der Mengen der Saatgutbehandlung wurde auf die Anbaufläche in Österreich referenziert. Starke Exporttätigkeit von aufbereitetem Saatgut wie z.B. bei Mais kann sich relevant auf die Differenz zwischen Inverkehrbringung und Verwendung auswirken.
  • Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln außerhalb der Landwirtschaft - u.a. in kommunalen Grünanlagen, auf Verkehrs- und Freizeitflächen sowie im Haus- und Kleingartenbereich - sind nicht Teil der Erhebung.

 

 

2. Pflanzenschutzmittel-Verwendungsstatistik für den Zeitraum 2010–2014

Die AGES hat im Rahmen des Projektes für das Jahr 2012 anhand von rund 500 Erhebungsbetrieben mit einer Erhebungsfläche von 11.500 Hektar erstmals eine Hochrechnung vorgenommen. Gemäß EU-Verordnung wurden bis Ende 2015 die Mengen an verwendeten Pflanzenschutzmitteln in Kilogramm (kg) Wirkstoff und die behandelte Fläche in Hektar (ha) für ausgewählte relevante Kulturen an die EU-Kommission übermittelt. Dabei waren Ergebnisse für zumindest ein Jahr im Bezugszeitraum 2010–2014 gefordert.

Methodik

Die in der Landwirtschaft verwendeten Mengen an Pflanzenschutzmittel wurden auf Basis einer Teilerhebung von Aufzeichnungen des Pflanzenschutzmitteleinsatzes auf Erhebungsbetrieben ermittelt. Die erforderlichen Anwendungsdaten wurden der AGES vom BMLFUW in anonymisierter Form und von freiwilligen Betrieben übermittelt und stammen aus drei Datenpaketen (LBG-Computerdienst, ObstPartner Steiermark, Landwirtschaftskammer Österreich).

Datenbasis und Kulturen

Die Auswahl der für Österreich relevanten Kulturen wurde nach der abgeschätzten Behandlungsfläche durchgeführt. Apfel, Kartoffel, Mais, Raps, Sojabohne, Sommergerste, Wein, Winterweizen und Zuckerrüben wurden als relevant eingestuft. Österreich wird als eine Erhebungsregion betrachtet.

Datenbasis für das Referenzjahr 2012 bilden 508 Erhebungsbetriebe mit einer Erhebungsfläche von 11.500 ha. Als zweite Datenquelle dienten Daten aus dem Saatgutzertifizierungsverfahren des Bundesamtes für Ernährungssicherheit (BAES). Hierzu wurden die Informationen zur Ausstattung der zur Laboranerkennung vorgelegten Partien von Mais, Winterraps, Sojabohne, Sommergerste und Winterweizen mit Saatgutbehandlungsmitteln herangezogen.

Ergebnis

Das Ergebnis der Hochrechnung ergibt für die relevanten Kulturen die abgeschätzte Menge an verwendeten Wirkstoffen in kg. Die Zuordnung der Wirkstoffe zu den Wirkstoffgruppen erfolgte gemäß EU-Verordnung 1185/2009 und entspricht auch der Form der Veröffentlichung der in Verkehr gebrachten Mengen von Pflanzenschutzmitteln im Grünen Bericht.

 

Pflanzenschutzmittel Verwendungsstatistik: Verwendete Wirkstoffe in ausgewählten Kulturen und in Verkehr gebrachte Menge an Wirkstoffen im Jahr 2012

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Tabelle: Umsetzung der EU-VO 1185/2009 hinsichtlich der landwirtschaftlichen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in Österreich: Ergebnis der Hochrechnung für verwendete Wirkstoffe in Kilogramm dargestellt in Wirkstoffgruppen in neun relevanten Kulturen im Jahr 2012.

Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu beachten, dass in der vorletzten Spalte der Tabelle die verwendete Menge der neun Erhebungskulturen aufsummiert wurde. In der letzten Spalte wurde die Menge der Inverkehrbringung aus dem Jahr 2012 angeführt. Die Differenz zwischen Verwendung in den neun Erhebungskulturen und der Inverkehrbringung ergibt sich durch folgende Gegebenheiten:

  • Die neun Erhebungskulturen decken nicht die gesamte landwirtschaftliche Fläche in Österreich ab.
  • Bei der Inverkehrbringung wird das erstmalige Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln in Österreich erhoben. Aus diesen Zahlen ist nicht ablesbar, welche Mengen an Pflanzenschutzmitteln zum Einsatz kommen bzw. im Handel und nach dem Verkauf in der Praxis (in der Landwirtschaft und außerlandwirtschaftlich) gelagert werden.
  • In den Zahlen zur Verwendung von Pflanzenschutzmitteln sind aus methodischen Gründen auch Anwendungen aus dem Jahr 2011 enthalten, insbesondere bei den Kulturen Winterraps und Winterweizen. Weiters sind Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln auf Stoppelfeldern und Stilllegungsflächen zur Kulturvorbereitung aus dem Jahr 2011 in den Verwendungszahlen enthalten. Derartige Anwendungen sind gemäß den Vorgaben der VO 1185/2009 der jeweiligen Folgekultur zuzurechnen
  • Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln außerhalb der Landwirtschaft - u.a. in kommunalen Grünanlagen, auf Verkehrs- und Freizeitflächen sowie im Haus- und Kleingartenbereich - sind nicht Teil der Erhebung.

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