Plant Health

Services Warndienst Pflanzengesundheit
Changed on: 29.11.2019
Apfelwickler_Raupe im Kerngehäuse

Die Produktion gesunder Pflanzen ist die Voraussetzung für die Herstellung qualitativ hochwertiger Lebensmittel. Mit den vielfältigen Fragestellungen und Aufgaben rund um die Gesunderhaltung von Pflanzen befasst sich das Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion.

Es schafft die Voraussetzungen für die vorbeugende Sicherstellung gesunder Pflanzen durch den Schutz der österreichischen Pflanzenproduktion vor Einschleppung und Ausbreitung gefährlicher Quarantäneschadorganismen (QSO).

 

Seit August 2019 ist die AGES, gemeinsam mit der französischen Schwesterorganisation ANSES, Europäisches Referenzlabor für Pflanzengesundheit – Insekten und Milben.

Apfelwickler_Raupe im Kerngehäuse

Die Produktion gesunder Pflanzen ist die Voraussetzung für die Herstellung qualitativ hochwertiger Lebensmittel. Mit den vielfältigen Fragestellungen und Aufgaben rund um die Gesunderhaltung von Pflanzen befasst sich das Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion.

Es schafft die Voraussetzungen für die vorbeugende Sicherstellung gesunder Pflanzen durch den Schutz der österreichischen Pflanzenproduktion vor Einschleppung und Ausbreitung gefährlicher Quarantäneschadorganismen (QSO).

 

Seit August 2019 ist die AGES, gemeinsam mit der französischen Schwesterorganisation ANSES, Europäisches Referenzlabor für Pflanzengesundheit – Insekten und Milben.

Amtlicher Pflanzenschutzdienst

Das Risiko, Schadorganismen in Europa und in weiterer Folge nach Österreich einzuschleppen, hat sich in den letzten Jahrzehnten durch zunehmenden weltweiten Handel und rasche Transporte sowie der Auswirkungen der Klimaänderung erhöht. Gesetze auf internationaler Ebene (IPPC und Europäische Union) und nationaler Ebene (Pflanzenschutzgesetz 2011) regeln Maßnahmen gegen die Einschleppung und Verbreitung dieser Quarantäneschadorganismen (QSO).

Der Aufgabenbereich des Amtlichen Pflanzenschutzdienstes liegt in behördlichen und koordinierenden Tätigkeiten im Rahmen der phytosanitären Kontrolle.

Weitere Informationen zum Amtlichen Pflanzenschutzdienst finden Sie hier.

Kontakt:

Amtlicher Pflanzenschutzdienst
Phone: +43 5 0555 33301
Fax: +43 5 0555 33303
Spargelfeldstrasse 191
1220 Wien



Amtlicher Pflanzenschutzdienst
Phone: +43 5 0555 33301
Fax: +43 5 0555 33303
Spargelfeldstrasse 191
1220 Wien



QSO

Quarantäneschadorganismen (QSO) sind Organismen mit potentieller Schadwirkung auf Pflanzen in gefährdeten Gebieten, in denen sie bisher noch nicht auftreten oder dort nicht weit verbreitet sind.

Es können Organismen aller Arten, Stämme oder Biotypen von Pflanzen, Tieren oder Krankheitserregern (Bakterien, Pilze oder Viren) sein, die an Pflanzen große wirtschaftliche Schäden anrichten.

Durch deren Einschleppung über den Handel und Verkehr und die Verbreitung stellen sie ein hohes Risiko für unsere Land- und Forstwirtschaft dar.

Das Verbringen von Quarantäneschadorganismen ist verboten und sie dürfen weder auf Pflanzen und pflanzlichen Produkten, noch auf sonstigen Gegenständen (z.B. Verpackungen) eingeschleppt werden. Ihre Ausbreitung ist mit geeigneten amtlichen Maßnahmen zu bekämpfen.

Das Auftreten von Quarantäneschadorganismen ist beim Amtlichen Pflanzenschutzdienst des betreffenden Bundeslandes meldepflichtig (Kontakte APSD Länder).

Rechtliche Grundlagen hierzu sind das Pflanzenschutzgesetz 2011 idgF., das Pflanzgutgesetz 1997 idgF. und ggf. das Saatgutgesetz 1997 idgF.

Der Amtliche Pflanzenschutzdienst koordiniert österreichweit die Angelegenheiten im Bereich QSO.

Das Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion ist nationales Referenzlabor für pflanzliche Quarantäneschadorganismen in Österreich mit hoher Kompetenz in

  • Identifikation und Diagnostik von Quarantäneschaderregern mit anerkannten und akkreditierten Methoden gemäß ISO 17025 (z. B.:  Feuerbrand, u.v.a.)
  • Forschung auf dem Gebiet phytosanitär regulierter und nicht regulierter QSO und anderer Schaderreger (z. B. Maiswurzelbohrer)
  • EU-Monitorings gemäß EU-Richtlinien und EU-Entscheidungen
  • Invasive Pflanzen
  • Pest-Risiko-Analyse-Studien 

Umfangreiche Referenzsammlungen tierischer und pflanzlicher Schadorganismen ergänzen die Diagnostik.

Das Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion ist amtlich anerkannte Versuchseinrichtung für Labor-, Glashaus- und Freilandtestungen von Pflanzenschutzmitteln.

Invasive Pflanzen

Invasive gebietsfremde Pflanzen in Österreich

Die Entdeckung der Neuen Welt im Jahr 1492 markierte einen Wendepunkt. Fremdländische Pflanzenarten (Neophyten) konnten nun ihre biogeographischen Grenzen mit Hilfe des Menschen überwinden und nach Europa (und umgekehrt) gelangen. Der bewusste Import war und ist der wichtigste Einführungsweg und ist zumeist ökonomisch motiviert: neue Arten für die Kultur in der Land- und Forstwirtschaft, für Gärten, Parks oder Aquarien. Neben absichtlich eingeführten Arten trägt heute vor allem der rasch wachsende weltweite Handel und Verkehr dazu bei, dass unbeabsichtigt gebietsfremde Arten verschleppt werden. 

Schnellsuche "Invasive Pflanzen" in der AGES Schaderreger-Datenbank

Ökologische, wirtschaftliche und gesundheitliche Auswirkungen

Die weitaus meisten gebietsfremden Pflanzen gliedern sich in vorhandene Pflanzengesellschaften problemlos ein. Einige können jedoch in ihrer neuen Umgebung vielfältige Schäden verursachen. Diese Pflanzen können einheimische Arten verdrängen und Struktur und Funktion von Ökosystemen nachhaltig verändern. Diese auch als „invasiv“ bezeichneten gebietsfremden Pflanzen gehören heute weltweit zur zweitgrößten Bedrohung der biologischen Vielfalt. Darüber hinaus können gebietsfremde Pflanzen wirtschaftliche Kosten z. B. in der Landwirtschaft verursachen oder die menschliche Gesundheit beeinträchtigen.

Die Situation in Österreich

In Österreich gibt es zurzeit ca. 1.100 gebietsfremde Pflanzen, davon konnten sich bisher ein Fünftel der Arten in der freien Natur dauerhaft etablieren. Aus naturschutzfachlicher Sicht werden zurzeit 17 Pflanzenarten als invasiv eingestuft. Dazu gehören z. B. der Götterbaum (Ailanthus altissima) und die Robinie (Robinia pseudoacacia). Weitere 18 Arten gelten als potenziell invasiv. Diese Arten werden bei einer weiteren Ausbreitung vermutlich zu ökologischen Problemen führen. Invasive gebietsfremde Pflanzen dringen insbesondere in Lebensräume wie Auwälder, Hochstaudenfluren und in Trockenstandorte des pannonischen Raumes ein.

Blüten vom Götterbaum

Im Stadtbereich ist sein Vorkommen mehr lästig als problematisch. Bedenklich ist jedoch, dass der Götterbaum im sommerwarmen Osten in den Auwaldbereich der Donau einzudringen vermag.

Neue invasive Unkrautarten in der Landwirtschaft

Auch in der Landwirtschaft gibt es zahlreiche Problemarten. Einige sind schon über Jahrzehnte fester Bestandteil der Unkrautflora, andere wiederum sind erst kürzlich hinzugekommen. Ein Beispiel für eine „langgediente“ Art ist der Zurückgekrümmte Fuchsschwanz (Amaranthus retroflexus). Die Pflanze stammt ursprünglich aus den zentralen und östlichen USA sowie Nordostmexikos. Es wird vermutet, dass LINNÉ diese Art um 1750 eingeführt hat, um sie im botanischen Garten von Uppsala zu kultivieren. In Westeuropa trat die Art subspontan erstmals 1783 in Paris auf und breitete sich ab ca. 1800 rasch über weite Teile Europas bis nach Österreich aus. Andererseits wird das Auftreten neuer, häufig wärmeliebender Unkrautarten in den letzen Jahren in der Landwirtschaft verstärkt beobachtet. Dazu gehören z.B. das Erdmandelgras (Cyperus esculentus), die Eleusine (Eleusine indica), die Samtpappel (Abutilon theophrasti) und die Giftbeere (Nicandra physalodes).

Erdmandelgras Bluete

Mit Baumaschinen eingeführt – das Erdmandelgras.

Die Pflanze kommt in vielen landwirtschaftlichen Kulturen vor und ist nur sehr schwer zu kontrollieren

Globalisierung und Klimawandel

Sicher ist auch, dass laufend neue Arten hinzukommen werden. Die Gründe sind vielfältig: Einschleppung über verunreinigtes Saatgut, Handelsgüter und Fahrzeuge, oder es handelt sich um verwilderte Zierpflanzen. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt auch die zu erwartende Klimaerwärmung. Sie begünstigt das Auftreten neuer Unkrautarten meridional-subtropischer Herkunft in Österreich. Es werden aber auch viele bereits etablierte wärmeliebende Arten profitieren, die bisher nur in bestimmten Regionen Österreichs vorkommen. Ein Beispiel ist die Beifußblättrige Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia). Aktuell ist ihre Hauptverbreitung auf die warmen Tieflagen Ostösterreichs beschränkt. Als Folge des Klimawandels ist eine rasante Ausbreitung der Art in andere Teile Österreichs zu erwarten.

Weitere Informationen, Streckbriefe und Datenbanken zu invasiven gebietsfremden Pflanzen in Österreich und Europa

Forschung/Wissenschaft

Project "FF IPM" - Fruit Flies In-silico

Three immigrated fruit fly species pose an immediate threat to European fresh fruit production (mainly peaches and citrus fruits). The aim of the project is to develop innovative measures to prevent the introduction of infested fruits, to locate populations in the early stages of invasion and to establish biological control and response strategies.

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Project "ElatPro"

 "Spotting the needle in a haystack: Predicting wireworm activity in top soil for integrated pest management in arable crops"
Project title: ERA-NET C-IPM
Project Coordinator: Mag. Katharina Wechselberger
Project duration: October 2016 - October 2019

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Archive Research Projects

Archive Research Projects 2004 - 2014

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Scientific support

Research topics "Sustainable Plant Production" and Plant Protection

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AGES - Europäisches Referenzlabor für Pflanzengesundheit / Insekten und Milben

Die EU-Kontrollverordnung (Verordnung (EU) 2017/625) regelt neben anderen Rechtsbereichen wie Lebens- und Futtermittel, Tiergesundheit und Pflanzenschutz, erstmals auch die amtlichen Kontrollen und andere amtlich Tätigkeiten im Bereich Pflanzengesundheit.

Ziel dieser Verordnung ist, die Kontrollen in der Union zu verbessern und auf ein einheitliches Niveau zu heben sowie innerhalb der EU verlässliche und v.a. vergleichbare Ergebnisse zu liefern.

Die Europäisches Referenzlabore (EU-RLs) stellen eine einzigartige Plattform für den Informationsaustausch über Diagnosemethoden und Qualitätssicherungsinstrumente für Kontrolllabore dar. Zusammen mit dem Netzwerk der Nationalen Referenzlabore (NRLs) verfügen sie über einen Pool an Wissen und Einrichtungen, der sie am besten für die Bewältigung neuer Herausforderungen im Bereich Pflanzengesundheit qualifiziert. 

Fünf Pflanzenschädlingskategorien

Zur Erreichung dieser Ziele wurden am 1. August 2019 von der Europäischen Kommission Referenzlaboratorien für fünf Pflanzenschädlingskategorien ernannt:

  • EU-RL für Bakterien
  • EU-RL für Pilze und Eipilze
  • EU-RL für Viren, Viroide und Phytoplasmen
  • EU-RL für Nematoden
  • EU-RL für Insekten und Milben

Die AGES bekam, gemeinsam mit der französischen Schwesterorganisation ANSES, das Mandat für Insekten und Milben. Damit wurde die AGES erstmals ein Europäisches Referenzlabor.

Aufgaben der Europäischen Referenzlabore Pflanzengesundheit

Europäische Referenzlabore entwickeln und validieren Analysenverfahren, führen Schiedsanalysen durch, beraten die Europäischen Kommission und unterstützen Nationale Referenzlabore. 

  • Die Nationalen Referenzlaboratorien erhalten detaillierte Informationen über Diagnosemethoden und die EU-RLs stellen für sie entsprechendes Referenzmaterial zur Verfügung. Das trägt zu einer europäischen Standardisierung der Diagnosemethoden bei und stellt sicher, dass die Qualität der in den verschiedenen NRLs gewonnenen analytischen Daten vergleichbar sind.
  • Organisation von vergleichenden Eignungsprüfungen (Proficiency Tests) unter den NRLs; Damit wird die Qualität der in den verschiedenen Laboratorien gewonnenen Daten gewährleistet, die z.B. auch für europäische Risikobewertungen (Pest Risk Assessment) erforderlich sind.
  • Durchführung von Schulungen für die Mitarbeiter der NRLs und von Experten aus Drittstaaten;Durch die Verbesserung der fachlichen Expertise wird auch die Qualität der Diagnose verbessert.
  • Bereitstellung wissenschaftlicher und technischer Unterstützung für die Europäische Kommission (z.B. wenn in einem Mitgliedstaat ein neuer Pflanzenschädling auftritt)

The European Union Reference Laboratory for Insects and Mites

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