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Schimmelpilzgifte (Mykotoxine)

Changed on: 11.07.2019
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Das tatsächliche Risiko ist hoch, die Sorge in der Bevölkerung ist gering.

Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) gehören zu den stärksten in der Natur vorkommenden Giften. Sie können Krebs verursachen und das Erbgut schädigen. Als langfristige Folge können Nierenschäden, Leberschäden wie Leberzirrhose sowie Nieren- und Leberkrebs auftreten.

Vorkommen

Man geht davon aus, dass in der Umwelt mehr als 100.000 verschiedene Schimmelpilzarten vorkommen. Bei Weitem nicht jeder Schimmelpilz bildet Giftstoffe. Es gibt etwa 350 unterschiedliche Schimmelpilzgifte. Schimmelpilze können Pflanzen wie z. B. Getreide und Mais schon auf dem Acker befallen. Sie können aber auch beim Transport und bei der Lagerung entstehen. Schimmelpilzgifte kommen nicht nur im sichtbar befallenen Teil eines Lebensmittels vor, sondern verteilen sich im ganzen Lebensmittel. Sie können nur im Labor nachgewiesen werden.

Fakten

Um eine Belastung mit Schimmelpilzgiften so gering wie möglich zu halten, werden Lebensmittel und Futtermittel intensiv kontrolliert. In Österreich führen AGES und Landwirtschaftskammern die ersten Kontrollen bei Mais schon vor der Ernte durch, wenn die Maispflanzen noch auf dem Feld stehen. Mit Schwerpunktkontrollen werden jedes Jahr Lebensmittelproben (Getreide, Getreideprodukte, Nüsse, Trockenobst etc.) auf eine mögliche Belastung mit Schimmelpilzgiften kontrolliert. Da sich Kontaminationen allerdings nicht immer vermeiden lassen, sind für einzelne Lebensmittel und für Futtermittel Höchstwerte festgelegt. Bei Überschreitungen der Höchstwerte werden die belasteten Produkte aus dem Verkehr gezogen.

Kontrolle Schimmelpilzgifte in Lebensmitteln
JahrAnzahl Probenuntersuchte LebensmittelHöchstwertüberschreitungen
2018239Nüsse, Schalenfrüchte, Ölsaaten, Kaffee, Trockenfrüchte, Kindernahrung2 (Mandeln)
2017302Mais, Maisprodukte, Weizen, Roggen, Pistazien, Erdnüsse, Gewürze, Müsli, getrocknete Feigen und Datteln4 (3 x Maisgrieß, 1 x Muskatnuss)

Etwa 20 % der Getreideernte der EU enthalten messbare Mengen von Mykotoxinen. Besonders Getreide und Mais werden bereits am Feld von Schimmelpilzen der Gattung Fusarium befallen, wodurch das Erntegut in Folge Mykotoxine enthalten kann. Bei Verfütterung von kontaminiertem Getreide sind speziell Schweine, Geflügel und Pferde, hier insbesondere Jungtiere, gefährdet.

Mykotoxinuntersuchungen in Futtermitteln
JahrAnzahl UntersuchungenBeanstandungen
20152691
20163810
20172650

 

 

Fazit

Früher waren durch Schimmelpilzgifte verursachte Krankheiten (z. B. Mutterkornvergiftung) häufig. Heute stellen sie bei hochwertiger Lebensmittelherstellung keine akute Bedrohung für den Menschen mehr dar.

Ein Risiko besteht, wenn Lebensmittel zuhause bei falscher oder zu langer Lagerung schimmlig werden. Tipps zur richtigen Lagerung und Umgang mit verschimmelten Lebensmitteln

 

 

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