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Vorsicht bei bitteren Zucchini und Kürbissen

Nach einigen Vergiftungsfällen in Bayern warnt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vor dem Verzehr bitterer Zucchini und Kürbisse. Vermutlich bedingt durch große Trockenheit scheint es in diesem Jahr vermehrt zur Bildung darmschädigender Bitterstoffe, der so genannten Cucurbitacine, in Zucchini und Kürbis aus privatem Anbau zu kommen.

Diese Bitterstoffe können starke Magen-und Darmverstimmungen mit Erbrechen und Durchfall verursachen. In sehr seltenen Fällen können sie zu einer Lebensmittelvergiftung mit tödlichem Ausgang führen. KonsumentInnen sollen daher auf den Verzehr bitter schmeckender Kürbisse oder Zucchini verzichten, unabhängig davon, ob roh oder gekocht.

Mit einer kleinen rohen Kostprobe kann jeder ganz einfach und schnell herausfinden, ob Zucchini oder Kürbis bitter schmecken. Unbedenklich ist neutraler oder süßlicher Geschmack.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn in privaten Gärten Speise- und Zierkürbisse, die einen hohen Gehalt an Bitterstoffen haben, dicht an dicht wachsen: Es kann zu Kreuzungen kommen, die Samen können dann im Folgejahr Pflanzen mit erhöhtem Bitterstoffgehalt hervorbringen.

Information des Bayerische Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Information der CVUA Stuttgart

Warum Zierkürbisse ungenießbar sind

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Zierkürbisse

Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind weltweit heimisch und vielfältig nutzbar. Im Laufe der Jahrtausende wählte der Mensch aus den bitteren Wildpflanzen die weniger bitteren Sorten aus und vermehrte sie. Zu der Pflanzenfamilie zählen unter anderem die Gurke, der Gartenkürbis, die Zucchini sowie die Honigmelone und die Wassermelone.

Nicht jeder Kürbis ist aber genießbar. Zierkürbisse enthalten den Bitterstoff Cucurbitacin. Dieser kann starke Magen-und Darmverstimmungen mit Erbrechen und Durchfall verursachen. Dieses Pflanzengift kann aber auch in sehr seltenen Fällen zu einer Lebensmittelvergiftung führen mit tödlichem Ausgang. Cucurbitacine sind Bitterstoffe, die hauptsächlich in der Familie der Kürbisgewächse und Braunwurzgewächse (z. B. Spitzwegerich) vorkommen. Chemisch gesehen gehört Cucurbitacin zu der Gruppe der tetrazyklischen Terpenoide, wobei es 40 verschiedene Cucurbitacine gibt, die natürlich vorkommen.

Diese Bitterstoffe schützen die Pflanze vor Insektenfraß und wirken gleichzeitig antagonistisch gegenüber Steroidhormonen von Insekten und hemmen so deren Entwicklung. In der Forschung werden gegenwärtig vor allem die Cucurbitacine B, D, E I und Q hinsichtlich ihrer antikanzerogenen Wirkung untersucht.

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