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AGES zur epidemiologischen Abklärung des Cluster S

Changed on: 21.04.2020

Im Auftrag des Gesundheitsministeriums ist es Aufgabe der AGES, durch epidemiologische Abklärungen jedes Ausbruchs und somit auch des COVID-19-Ausbruchs, Quellen der Infektion bzw. Übertragungsketten der Fälle zu identifizieren. Dabei gilt es, den Erkrankungsbeginn der laborbestätigten Fälle auf einen Tag, der infektionsepidemiologisch am wahrscheinlichsten ist, einzuengen, sowie auch epidemiologische Zusammenhänge zwischen den Fällen zu identifizieren.

Im Rahmen der COVID-19-Epidemie hat die AGES einen standardisierten Fragebogen verwendet, der von den jeweils zuständigen Bezirksverwaltungsbehörden zur Erhebung der o. g. Daten angewendet wird. Diese Daten werden unter anderem auch für das Europäische Surveillancesystem des Europäischen Zentrums für Erkrankungsprävention und Kontrolle (ECDC) benötigt.

Die Analysen im Rahmen der epidemiologischen Abklärung erfolgen retrospektiv, da hierfür eine solide Datengrundlage vorliegen muss. Die epidemiologischen Analysen basieren auf dem durch Befragungen ermittelten Erkrankungsbeginn und laufen unabhängig vom behördlichen Kontaktmanagement, das erst dann ausgelöst werden kann, wenn eine positive Labormeldung vorliegt.

Im Rahmen der COVID-19-Ausbruchsabklärungen zeigen sich mittlerweile 141 Cluster in Österreich. Der größte Cluster (Cluster S) zeigt die Fallhäufungen ausgehend von der Region Paznaun (inkludiert Orte wie Ischgl, Serfaus, St. Anton, Galtür, St. Christoph). Insgesamt werden von der Abteilung für Surveillance und Infektionsepidemiologie der AGES derzeit 14.839 gemeldete Fälle untersucht.

Cluster S: 825 von insgesamt 2.018 epidemiologisch abgeklärten Fällen  

Ein COVID-19-Fall ist Teil von Cluster S, sofern sich dieser nach dem 31.01.2020 während seiner Inkubationszeit in der Region Paznaun aufgehalten hat oder sich bei einer dieser Personen angesteckt hat. Mit Stand 21.04.2020 gab es im Cluster S insgesamt 825 COVID-19-Fälle in allen Bundesländern Österreichs. In Summe konnten bisher 2.018 Fälle des COVID-19-Ausbruchs in Österreich epidemiologisch abgeklärt werden, das heisst, sie konnten einer Infektions-Quelle und Transmissionskette zugeordnet werden.

Der gegenwärtige Kenntnisstand lässt vermuten, dass mit Ende Februar mehrere Personen zur gleichen Zeit mit SARS-CoV-2 infiziert waren und somit als Infektionsquellen der Clusterfälle in Frage kommen. Der früheste bekannte epidemiologische Fall ist mit 08.02.2020 ermittelt worden: Der Fragebogen wurde am 11.03. von der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde an die AGES übermittelt. Als Diagnosedatum mittels PCR-basierten RNA Nachweis ist der 08.03. festgehalten und der Erkrankungsbeginn (respiratorische Erkältungssymptome und Druck auf Brustkorb) wurde mit 08.02. angegeben.
Die Tatsache, dass PCR-Testungen auch noch Wochen nach Genesung positive Resultate erbringen können, ist nicht ungewöhnlich. Die PCR-Methode weist nicht ansteckungsfähige Viren nach, sondern Virusbestandteile wie sie sich noch bei vielen Genesenen finden.

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