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Uran in Trinkwasser

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Gründe für Uran in Trinkwasser

Uran ist ein Schwermetall, das natürlich in unterschiedlichen Konzentrationen und Verbindungen in Gesteinen und Mineralien der Erdkruste vorkommt. In einer Tonne Gestein finden sich meist 2 bis 4 Gramm Uran. Höhere Gehalte sind z.B. in Graniten (4 Gramm pro Tonne) aber auch in Ton- und Sandsteinen zu finden. Es ist in Wasser, Boden und in der Luft weit verbreitet.

Weil Uran auf der Erde weit verbreitet vorkommt, kann es in Spuren auch in Lebensmitteln wie Trink- und Mineralwasser enthalten sein. Neben dem natürlichen Vorhandensein, kann Uran auch durch den Menschen in die Umwelt eingetragen werden, zum Beispiel über mineralischen Phosphatdünger.

Gibt es regionale Schwerpunkte? Weshalb kommt es zu Schwankungen?

In Abhängigkeit von den jeweiligen Bodenverhältnissen variieren die Urangehalte der Wässer von Region zu Region, wobei es durch erhöhte Ausschwemmung manchmal zu unterschiedlichen Konzentrationen  von Uran in Trinkwasser kommen kann. Grund ist, dass durch relativ uranreiche Gesteine wie Granite und Gneise Uran in Grund-, Quell- und Trinkwasser gelangen kann. In Österreich ist das z.B. in den Zentralalpen – Hohe Tauern und in der Böhmischen Masse, Wald- und Mühlviertel - der Fall.

Ist Uran im Trinkwasser auf zu hohe Strahlenbelastung von Tschernobyl zurückzuführen?

Nein, das Uran im Trinkwasser ist natürlichen Ursprungs.

Gesetzliche Grundlagen

Die Anforderungen an die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch sind in der Trinkwasserverordnung (BGBl. II 359/2012) geregelt. Jeder, der Trinkwasser bereitstellt und in Verkehr bringt, gilt als Lebensmittelunternehmer im Sinne des Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetzes (LMSVG) und hat im Rahmen seiner Verpflichtung zur Eigenkontrolle das Trinkwasser in regelmäßigen Abständen untersuchen zu lassen.

Zusätzlich sind im Österreichischen Lebensmittelbuch Kapitel B1 „Trinkwasser“ die allgemeinen Anforderungen der Trinkwasserverordnung detailliert ausgeführt und um Indikatorparameterwerte für nicht in der Trinkwasserverordnung explizit genannte Parameter ergänzt (z. B. Magnesium, Kalium, Zink, Phosphat). Es finden sich dort auch Regelungen über zugelassene Aufbereitungs- und Desinfektionsverfahren sowie Informationen zum Ablauf eines Inspektionsverfahrens.

Uran: In der Europäischen Trinkwasser-Richtlinie ist eine Uran-Untersuchung nicht vorgesehen. Österreich hat diesen Parameter 2012 zusätzlich in die Trinkwasserverordnung aufgenommen und den Grenzwert für Uran in Trinkwasser mit 15 Mikrogramm pro Liter festgelegt. Anlagen mit einer täglich verteilten Wassermenge von 100 m³ (entspricht der Versorgung für rund 500 Personen) sind zur Uran-Untersuchung einmal jährlich verpflichtet.

Welcher Grenzwert gilt in Trinkwasser?

Seit dem 30. Oktober 2012 gilt gemäß der österreichischen Trinkwasserverordnung (BGBl. II 359/2012) für Uran im Trinkwasser ein Grenzwert von 15 Mikrogramm pro Liter. Auf Basis epidemiologischer Studien setzte die WHO 2012 den Richtwert auf 30 Mikrogramm pro Liter fest (WHO, 2012). Dieser Wert basiert auf Untersuchungen in Ländern mit relativ höheren Uran-Belastungen, wie z.B. Kanada oder Finnland. Österreich hat einen Grenzwert von 15 Mikrogramm pro Liter festgelegt.

Gesundheitliche Aspekte

Welche gesundheitlichen Gefahren können auftreten?

Uran ist ein Schwermetall und - wie andere Schwermetallen auch - aufgrund seiner chemischen Eigenschaften toxisch. Es kann bei täglicher hoher Aufnahme über einen längeren Zeitraum die Nieren schädigen.

Was passiert nach der Aufnahme von Uran im Menschen?

Das mit der Nahrung aufgenommene Uran wird nur zu etwa 1 – 2 Prozent vom Menschen im Verdauungstrakt aufgenommen. Das in den Körper aufgenommene Uran wird über die Nieren (über den Harn) ausgeschieden und kann daher bei hoher Konzentration die Nieren schädigen.

Wieviel Uran kann man langfristig aufnehmen, ohne dass davon ein gesundheitliches Risiko ausgeht?

Für die lebenslange Aufnahme (chronische Aufnahme) von Uran haben die WHO (2004, 2008) und die EFSA (2009) einen TDI (tolerierbare tägliche Aufnahmemenge) von 0,6 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag abgeleitet. Das bedeutet für eine 70 kg schwere Person, dass sie täglich 42 Mikrogramm Uran aufnehmen kann ohne dass es zu einem belegbaren Risiko kommt.

Was kann zur Minimierung von Uran im Trinkwasser getan werden?

Im Trinkwasser kann durch entsprechende Maßnahmen durch den Trinkwasserversorger - z.B. Mischen mit uranarmen Wässern - eine Absenkung des Urangehaltes erreicht werden.

Wie erfahre ich, ob mein Trinkwasser Uran in erhöhten Konzentrationen enthält?

Auskunft geben die lokalen Wasserversorger. Trinkwasseruntersuchungen führen Speziallabore, u.a. die AGES, Institut für Hydroanalytik, durch. Auf Mineralwasserflaschen muss der Urangehalt nicht angegeben werden. Informationen zu den Urangehalten von Mineralwasser können VerbraucherInnen beim Hersteller erfragen.

Rolle der AGES bei der Untersuchung von Trinkwasserproben

Um einen Überblick über die Situation in Österreich zu erhalten, führt die AGES derzeit im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen eine Schwerpunktaktion zu anorganischen Kontaminanten (inkl. Uran) in Trinkwasser durch.

Links


EFSA (2009). Scientific Opinion of the Panel on Contaminants in the Food Chain on a request from German Federal
Institute for Risk Assessment (BfR) on uranium in foodstuff, in particular mineral water. The EFSA Journal (2009)
1018, 1 - 59.
onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2903/j.efsa.2009.1018/abstract

WHO (2004). Uranium in Drinking-water. Background document for development of WHO Guidelines for Drinkingwater
quality. WHO/SDE/WSH/03.04/118
apps.who.int/iris/bitstream/10665/75365/1/WHO_SDE_WSH_03.04_118_eng.pdf

WHO (2008). Guidelines for Drinking-water Quality. THIRD EDITION INCORPORATING THE FIRST AND SECOND
ADDENDA - Volume 1 – Recommendations.
www.who.int/water_sanitation_health/dwq/fulltext.pdf

WHO (2011). Uranium in drinking-water. Background document for preparation of WHO Guidelines for drinking-water quality. Geneva, World Health Organization (WHO/SDE/WSH/03.04/118/Rev/1).
www.who.int/water_sanitation_health/dwq/chemicals/uranium_forcomment_20110211_en.pdf

WHO (2011). Guidelines for Drinking-water Quality.
apps.who.int/iris/bitstream/10665/44584/1/9789241548151_eng.pdf

BfR- BfR empfiehlt die Ableitung eines europäischen Höchstwertes für Uran in Trink- und Mineralwasser
bfr.bund.de/cm/343/bfr_empfiehlt_die_ableitung_eines_europaeischen_hoechstwertes_fuer_uran_in_trink_und_mineralwasser.pdf

BMLFUW (2013). Uran in Grundwässern Österreichs

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