Ergebnisse

Bestandesbegründung (Pflanzung/Saatguttechnologie)

Das Hemmnis der arbeits- und kostenintensiven Bestandesbegründung durch Pflanzung konnte mit der Entwicklung der Saattechnologie deutlich reduziert werden. Die Saatgutqualität wurde durch eine gezielte Aufbereitung des geernteten Saatgutes verbessert, der Feldaufgang und die Säbarkeit wurden durch Vorbehandlung und Pillierung gesteigert, sodass in Zukunft eine Saat mit einer herkömmlichen Sämaschine zur Erzielung zufriedenstellender Feldaufgänge möglich ist.

Bestandesführung

Für optimale Bestände sind bis zu fünf mechanische Unkrautbekämpfungen erforderlich. Bei unzureichender Unkrautbekämpfung im Anlagejahr ist diese im darauffolgenden Frühjahr entsprechend zu wiederholen. Aus heutiger Sicht sind keine wirtschaftlichen Schäden aufgrund von Pflanzenschädlingen und Pathogenen zu erwarten, da die Befallshäufigkeit sehr gering ist und durch die Ernte der Ganzpflanze das Inokulumpotential wesentlich reduziert wird. Deshalb beschränken sich, bei gelungener Unkrautbekämpfung im Anlagejahr, die weiteren Kulturführungsmaßnahmen nur mehr auf die Düngung.

Biomasseertragspotential

Die Biomasseerträge in den Ertragsjahren (ab dem zweitem Vegetationsjahr) waren standörtlich unterschiedlich und bewegten sich zwischen 7,88 und 24,94 t TM ha-1 Jahr-1. Die höchsten Biomasseerträge wurden auf den günstigen Standorten Grabenegg und Schönfeld gemessen. Die erhobenen Werte waren vergleichbar mit den ermittelten Maiserträgen am selben Standort. Hirschstetten und Strem erreichten standortbedingt geringere Biomasseerträge. Zurückzuführen ist das auf die vorherrschende ungenügende Wasserführung auf diesen Böden. Die auf diesen Standorten stark erhöhten Bodeneindringwiderstände im den oberen Bodenschichten (0 - 15 cm) im Frühjahr könnten einen zusätzlichen Einfluss auf den Ertrag genommen haben.

Die Erträge der Zweischnitt-Varianten lagen über denen der Einschnitt-Varianten, mit Ausnahme des Standortes Grabenegg im Jahr 2013. Die Einschnitt-Variante erscheint praktikabler, da zu dem Zeitpunkt das Erntegut einen höheren Trockensubstanzgehalt als bei der Zweischnitt-Variante aufweist und eine bessere Silierung ermöglicht. Zudem können die ökologischen Vorzüge (Bienenweide, Erosionsminderung, etc.) von S. perfoliatum länger genutzt werden.

Energetische Verwertung

Auf Standorten mit hohen Biomasseerträgen (Grabenegg, Schönfeld) und bei der Wahl des optimalen Erntezeitpunktes reicht der Methanertrag pro Hektar an jenen des Maises heran. Die Verarbeitung zu Bioethanol wird, wegen der um 64% geringeren Ausbeute als bei Maisstroh, nicht empfohlen. Eine thermisch-energetische Verwertung ist aufgrund des hohen Aschegehaltes, sowie der relativ hohen Stickstoff-, Schwefel- und Chlorgehaltswerte im Erntegut abzulehnen.

Evaluierung ausgewählter Umweltparameter

Besonders hervorzuheben sind die umweltrelevanten Vorzüge von S. perfoliatum-Beständen wie die deutlich geringe Erosionsgefahr in den Ertragsjahren, die Möglichkeit der Kultivierung ohne chemische Pflanzenschutzmittel, die rasche Aufnahme des Stickstoffes und der damit unterbundenen Auswaschung in Grund- und Oberflächenwässer, die Tendenz der CO2-Bindung im Boden, die Erhöhung der Biodiversität infolge der zusätzlichen Alternativkultur sowie die Attraktivität der Blüten für Honigbienen über die lange Blühperiode von 2,5 Monaten.

Ökonomische Verwertung

Die Deckungsbeiträge von Mais sind derzeit, bezogen auf die Biogasproduktion, höher als bei S. perfoliatum. Die Gründe liegen in den hohen Kosten der Bestandesbegründung von S. perfoliatum durch Pflanzung. Um mit Mais konkurrenzfähig sein zu können, müssen die Kosten für die Bestandesbegründung je nach Standort um bis zu 50% reduziert werden. Mit der Bestandesbegründung durch Saat wird dieses Ziel erreicht.