Sida als Energieträger – kann sich das rechnen?

Taschenrechner, Notizen und Kugelschreiber auf einem Büroarbeitsplatz
Ökonomische Bewertung der Verwertung des Sida-Rohstoffs

Michael Eder, Thomas Wilflingseder

Universität für Bodenkultur (BOKU), Institut für Agrar- und Forstökonomie, Feistmantelstraße 4, A-1180 Wien

http://www.boku.ac.at

Nach umfangreichen Untersuchungen und Optimierungsversuchen durch die beteiligten Projektpartner in den Bereichen Bestandesbegründung, Kulturtechnik, Aufbereitung und Verwertung der Biomasse widmet sich das Institut für Agrar- und Forstökonomie der Universität für Bodenkultur Wien der Frage, welche Nutzungspfade wirtschaftlich am vielversprechendsten sein könnten.

Auf Basis unterschiedlicher Auspflanz- und Erntetermine sowie Bestandesdichten erfolgt die Bewertung der Wirtschaftlichkeit in Form eines errechneten jährlichen Deckungsbeitrages. Bei der Vergärung der Biomasse in Biogasanlagen stellen  die Kosten je Kubikmeter Methan ein weiteres Maß für die Wirtschaftlichkeit dar. Im Bereich der Transportlogistik ist zu beachten, dass bei dieser Form der Verwertung mit zweimaliger Ernte pro Jahr hohe Volumina mit geringer Schüttdichte zu handhaben sind, verbunden mit der Frage nach der maximalen Entfernung zwischen Feld und Biogasanlage für ein Mindestmaß an Wirtschaftlichkeit.

Die in Form von Pellets aufbereitete Biomasse begründet den Nutzungspfad für die thermische Verwertung. Dabei werden zwei grundlegend verschiedene Verfahren berücksichtigt: die mobile Pelletierung am Feld mittels Energy Harvester sowie die stationäre Pelletierung, wie sie auch bei der Erzeugung von Holzpellets zum Einsatz kommt. Bei letzterem Verfahren werden zusätzlich Skaleneffekte - durch Einbezug unterschiedlich großer Modellanlagen in die Berechnungen - berücksichtigt.
Auch in diesem Bereich spielt die notwendige Transportlogistik eine zentrale Rolle. Schon im Vorfeld ist zu erkennen, dass eine möglichst regionale Vermarktung von Sida-Pellets in ökonomischer Hinsicht unabdingbar sein wird.