Optimierung der Rohstoffproduktion

Ernte des Sida-Bestandes mit einem Feldhäcksler
Ernte des Sida-Bestandes mit einem Feldhäcksler

Harald Bock, Johannes Hösch
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES), Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion, Spargelfeldstrasse 191, A-1220 Wien
www.ages.at, www.gaertnerei-am-berg.at

S. hermaphrodita als mehrjährige Pflanze liefert bei guter Bestandesführung über 10-15 Anbaujahre hinweg durchgängig verwertbare Erträge an grüner oder verholzter Biomasse. Dabei haben verschiedene Parameter wie Bestandesdichte, Auspflanzzeitpunkt, Erntetermin, Düngung und Pflanzenschutz einen beträchtlichen Einfluss auf den zu erntenden Ertrag.

Die Bereitstellung eines kompetitiven, auf die Nutzungsart abgestimmten Rohstoffes für die nachgelagerte energetische Verwertung war die Kernaufgabe des Arbeitspaketes 2, welches von dem Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion der AGES GmbH in Zusammenarbeit mit dem Department für Nutzpflanzenwissenschaften, BOKU und dem Gartenbau Michael Höller durchgeführt wurde. Durch einen eigens angelegten teilrandomisierten Freilandversuch im Split-Plot Design wurde der Einfluss der Bestandesdichte sowie der an das jeweilige Nutzungsszenario angepassten Erntestrategien auf den zu erwirtschaftenden Ertrag erhoben. Das Versuchsfeld befindet sich bei der AGES GmbH Versuchsstation Grabenegg (NÖ) im semi-humiden Klimaraum. Im Jahr 2014 wurden drei je 150 m2 große Flächen mit drei unterschiedlichen Pflanzverbänden (1,33, 1,77 und 2,66 Pflanzen/m2) etabliert. Zudem werden etablierte Bestände am Standort Großweikersdorf (NÖ) beprobt, um den Einfluss des Alters und des Standortes zu prüfen.

Durch den dichten Wuchs von S. hermaphrodita konnte vollständig auf chemische Pflanzenschutzmaßnahmen verzichtet werden, lediglich im Jahr der Bestandesetablierung empfiehlt es sich den frisch ausgepflanzten Jungpflanzen durch händische Unkrautbekämpfung einen Vorteil zu verschaffen. Um den Nährstoffentzug auszugleichen, wurde jeweils im Frühjahr mit 70 kg/ha Stickstoff gedüngt. Je nach energetischer Verwertung wurde die Erntestrategie angepasst. Verholzte Biomasse mit niedrigem Wassergehalt für die thermische Verwertung wurde Ende Januar/Anfang Februar geerntet. Grüne, frische Biomasse für die Biogas und Bioethanol Produktion wurde zweimal im Jahr geschnitten: zunächst im Juni, und ein weiteres Mal im Oktober.

Das oberste Ziel des Arbeitspaketes war den maximalen Energieertrag durch eine optimierte Rohstoffproduktion zu erreichen. Dabei erweist sich eine Ernte im Anbaujahr als ökonomisch wenig sinnvoll, da nur geringe Hektarerträge geerntet werden können. Zu diesem Zeitpunkt sind vor allem die Pflanzenschutzmaßnahmen gewissenhaft durchzuführen, um einen robusten Bestand für die darauf folgenden 10-15 Anbaujahre zu schaffen. Die einmal etablierten Bestände erzielten in den Ertragsjahren stabile Erträge zwischen acht und zehn Tonnen Trockenmasse je Hektar. Dabei blieb die Pflanzdichte von 1,33 Pflanzen/m2 deutlich hinter den beiden anderen Pflanzdichten zurück. Ob die Erträge symptomatisch für den vorliegenden Klimaraum sind, und wie sie sich in den nachfolgenden Anbaujahren verhalten, bleibt abzuwarten.