Endokrine Substanzen in Kosmetika

Verwandte Inhalte
Zuletzt geändert: 03.02.2016

Kommen endokrin aktive Substanzen in Kosmetik vor?

Kommen endokrin aktive Substanzen in Kosmetik vor?

Auch Kosmetikprodukte (wie Sonnencreme, Duschgel, Parfum) stehen im Verdacht, hormonwirksame Substanzen zu enthalten: z. B. UV-Filter in Sonnenschutzmitteln (Benzophenone und Ethylhexyl Methoxycinnamate), Konservierungsmittel in Cremes (Parabene), Haarfärbemittel (Resorcinol), Conditioner (Cyclotetrasiloxan) oder Vergällungsmittel in Alkohol (Diethylphthalat).

Wie wird die Sicherheit der Kosmetika sichergestellt? Müssen sie zugelassen werden?

Wie wird die Sicherheit der Kosmetika sichergestellt? Müssen sie zugelassen werden?

Alle kosmetischen Mittel müssen sicher sein. Der Hersteller muss die Unbedenklichkeit seines Kosmetikprodukts in einem Sicherheitsbericht vorweisen können.

Eine generelle Zulassung für kosmetische Mittel in der EU gibt es nicht. Jedoch müssen bestimmte Inhaltsstoffe wie Konservierungsmittel, Farbstoffe oder UV-Filter, zugelassen werden. Das Zulassungsverfahren für diese Stoffe ist auf europäischer Ebene geregelt. Grundlage für die Zulassung ist eine Risikobewertung durch den wissenschaftlichen Ausschuss für den Schutz der Konsumenten bei Verbraucherprodukten (SCCS). Die zugelassenen Stoffe werden in eine Positivliste aufgenommen. Darin können auch Einschränkungen für die Anwendung z. B. maximale Konzentrationsmengen enthalten sein.

Der SCCS-Ausschuss beurteilt auch bereits erlaubte Substanzen, falls neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen (Re-Evaluierung). Auf Basis solcher wissenschaftlichen Bewertungen können für Stoffe Grenzwerte, Verbote oder andere Beschränkungen festgelegt werden.

Welche neuen Einschränkungen gelten für endokrin aktive Substanzen?

Welche neuen Einschränkungen gelten für endokrin aktive Substanzen?

Wichtige Konservierungsmittel in Kosmetika sind Parabene. Sie gelten als wirksam und hautverträglich. Aus Studien mit Tierversuchen wurde bekannt, dass einige Parabene das Hormonsystem beeinflussen können.

Auf Basis von wissenschaftlichen Bewertungen des SCCS-Ausschusses hat die Europäische Kommission den Einsatz bestimmter Parabene wie folgt geregelt:

  1. Methyl- und Ethylparaben gelten als sicher: auf Basis neuer Datenlagen wurde ihr sicherer Einsatz in kosmetischen Mitteln erneut bestätigt.
  2. Benzylparaben, Phenylparaben, Pentylparaben, Isobutylparaben und Isopropylparaben: ihr Einsatz wurde EU-weit wegen ungenügender Datenlage verboten. Seit 30.07.2015 dürfen Produkte, die diese Konservierungsmittel enthalten, nicht mehr am Markt bereitgestellt werden (gemäß der VO 358/2014).
  3. Für Propyl- und Butylparaben: die Einsatzkonzentration wurde herabgesetzt bzw. der Einsatz in Produkten für Kinder unter 3 Jahren im Windelbereich (gemäß der VO 1004/2014) verboten.


Wissenschaftliche Bewertung des SCCS zu Parabenen

Stellungnahme BfR zu Parabenen

Was sind die nächsten regulatorischen Schritte für kosmetische Inhaltsstoffe hinsichtlich ihrer Hormonwirksamkeit?

Was sind die nächsten regulatorischen Schritte für kosmetische Inhaltsstoffe hinsichtlich ihrer Hormonwirksamkeit?

In der Europäischen Union sollen endokrine Disruptoren in verschiedenen rechtlichen Bereichen spezifisch geregelt werden. Dabei wurde allerdings noch nicht festgelegt, auf welcher wissenschaftlichen Grundlage derartige Stoffe identifiziert und charakterisiert werden sollen. Deshalb wurde die EU-Kommission vom europäischen Gesetzgeber beauftragt, konkrete und transparente Kriterien für die Bestimmung von endokrinschädlichen Eigenschaften eines Stoffes zu erarbeiten.

Wenn anerkannte Kriterien für die Bestimmung von Stoffen mit endokrin wirksamen Eigenschaften zur Verfügung stehen, überprüft die Kommission die Kosmetikverordnung hinsichtlich Stoffen mit endokrin wirksamen Eigenschaften.

Lesen Sie mehr unter "Beitrag der AGES zu einer EU-weiten öffentlichen Konsultation über die rechtliche Definition von endokrinen Disruptoren".


x