Human-Biomonitoring dient dazu, die tatsächliche Belastung des Menschen mit Schadstoffen zu erfassen. Dabei werden Fremdstoffe (z. B. Chemikalien) und ihre Abbauprodukte im Körper des Menschen gemessen, z. B. im Blut, Urin, Haar oder im Fettgewebe. Beispiele für Nachweise im Harn sind Pestizide, darunter Pyrethroide, organische Phosphate und auch organische Lösungsmittel.
Fettlösliche (lipophile - "fettliebende") Stoffe wie Dioxine, polychlorierte Biphenyle (PCBs), Organochlorpestizide oder auch Desinfektionswirkstoffe und künstliche Duftstoffe können im Blut nachgewiesen werden. Auch Schwermetalle wie Blei, Cadmium oder Quecksilber werden im Blut bestimmt.
Referenzwerte zeigen die durchschnittliche Belastung einer Bevölkerungsgruppe mit bestimmten Substanzen; bei Überschreiten eines bestimmten Interventionswertes wird dringender Handlungsbedarf angezeigt.
AGES prüft, analysiert und bewertet entlang der Lebensmittelkette
Lebensmittel-Monitoring und Human-Biomonitoring sind sich ergänzende Untersuchungen. Aufgrund der Tatsache, dass viele Stoffe über die Nahrung aufgenommen werden, leistet das Lebensmittel-Monitoring einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Aussagekraft des Human-Biomonitorings. Auf der anderen Seite ist es für die AGES wichtig, in der Risikobewertung von Lebensmitteln auch die Belastungspfade der Umwelt einzubeziehen.
So werden zum Beispiel bei der Bewertung bestimmter Lebensmittelinhaltsstoffe oder Lebensmittelverunreinigungen neben der äußeren Belastung auch etwaige Effekte im Menschen üblicherweise an geeigneten Modellen abgeschätzt. Daraus werden Höchstwerte für die einzelnen Lebensmittel bestimmt, die in keinem Fall zu einer Überschreitung der Mengen führen, die dem Menschen auch bei lebenslanger Aufnahme nicht schaden. Die Schaffung dieser Höchstwerte können Ziel und Aussagekraft des Human-Biomonitorings ergänzen und erreichen.
Plattform Human-Biomonitoring Österreich
Die AGES ist ein wichtiger Partner in der Plattform Human-Biomonitoring. Die Plattform beschäftigt sich mit der Umsetzung von Humanbiomonitoring in Österreich und der dazu notwendigen Vernetzung. Gemeinsam werden forschungsspezifische Fragestellungen sowie Fragen im Zusammenhang mit Risikofällen bearbeitet und die Vorgangsweise abgestimmt.
Weiterführende Informationen
Veranstaltung "Human-Biomonitoring: Quo vadis Österreich?”, Symposium am 21.01.2010
AGES-Ansprechpartner für Human-Biomonitoring sowie Vertreter in der Plattform Human-Biomonitoring ist Werner Brüller. Kontakt: werner.brueller@ages.at