Autor: Presse

FAQ Dioxin und PCB (polychlorierte Biphenyle):

Was ist Dioxin?
Dioxine entstehen unter bestimmten Bedingungen bei Verbrennungsprozessen oder bei der chemischen Synthese von verschiedenen chlorhaltigen Verbindungen als Nebenprodukte der Reaktion. Diese Verbindungen sind sehr langlebig und nur schwer abbaubar.

Was sind PCB?
Unter PCB (polychlorierte Biphenyle) versteht man eine Gruppe von rund 200 Substanzen. Sie stammen aus Isolierflüssigkeiten in Transformatoren und Kondensatoren, wurden aber u. a. auch als Weichmacher in Kunststoffen, in Fugendichtungsmassen etc. eingesetzt.

Seit 2001 sind PCB zwar weltweit verboten, sie verbleiben aber sehr lange in der Umwelt (Böden, Sedimente, Gewässer, Atmosphäre) und können in weiterer Folge in die Futtermittelherstellungskette und in die Lebensmittelkette gelangen.

Warum sind Dioxin und PCB gefährlich?
Dioxine und PCB sind lipophile (gut fettlösliche) Substanzen. Die höchsten Gehalte finden sich daher in fettreichen Lebensmitteln wie etwa in Milch- und Milchprodukten, in Fleisch- und Fleischprodukten und in Fischen und Fischereierzeugnissen. Je weniger Fett Fleisch oder Wurst enthalten, desto geringer ist das Risiko. Auch pflanzliche Lebensmittel sind nur schwach kontaminiert. Die akute Giftigkeit von PCB ist zwar gering; bei längerfristiger oraler Aufnahme hingegen kann es zu toxischen Effekten an der Haut (Chlorakne) kommen, auch Hormonstörungen, Beeinträchtigungen des Immunsystems und kanzerogene Effekte sind möglich.

Gibt es Grenzwerte?
In der VO (EG) Nr. 1881/2006 zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln  ist für Schweinefleisch ein Höchstwert für Dioxine, Furane und dioxinähnliche PCB aufgeführt. Dieser Werte liegt bei 1,5 Picogramm (1 Picogramm = 1 Billionstel Gramm) pro Gramm Fett.

Vom Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU wurde für die Schadstoffgruppen der Dioxine und dioxinähnlichen PCB eine provisorisch tolerierbare wöchentliche Aufnahme (PTWI) von 14 Picogramm/kg Körpergewicht festgesetzt. Dies ergibt für eine 70 kg schwere Person eine wöchentlich duldbare Aufnahmemenge von 980 Picogramm. 

In der Risikobewertung wird mit so genannten Toxizitäts-Äquivalenten (TEQ) gerechnet. Dioxine bzw. dioxinähnliche PCB sind nämlich unterschiedlich giftig. Für die Berechnung werden daher unterschiedliche Faktoren verwendet: so hat das giftigste Dioxin den Faktor 1, ein weniger giftiges z. B. 0,5. Sämtliche Dioxine, die in der Analyse gefunden werden, werden mit ihrem jeweiligen Faktor multipliziert. Anschließend werden diese Werte zusammengerechnet, dieser Summenwert darf den Grenzwert nicht überschreiten.

Ich glaube, ich habe kontaminiertes Fleisch gegessen. Ist meine Gesundheit nun gefährdet?
Bei kurzfristiger Aufnahme, z. B. beim Verzehr eines Schweinebratens, besteht für die Verbraucher keine akute Gesundheitsgefährdung. Bei wiederholter Aufnahme über einen längeren Zeitraum sind nachteilige gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen.

Welche Kontrollen gibt es?
Seit 2005 wird in Österreich ein jährliches Monitoring über die Hintergrundbelastung von Lebensmitteln mit Dioxinen durchgeführt. Ziel dieses europaweiten Monitorings ist es, zuverlässige Daten über die Belastung von Lebensmitteln mit diesen Substanzen zu erhalten und in weiterer Folge notwendige Maßnahmen zu setzen, um die Gehalte an Dioxinen in Lebensmitteln auf das niedrigst erreichbare Niveau zu reduzieren.

Untersucht werden u. a. Milch- und Milchprodukte, Eier, Fleisch und Fisch, aber auch Säuglingsnahrung. Die Schwerpunktaktionen zur Dioxinkontrolle in Lebensmitteln zeigen deutlich, dass österreichische Lebensmittel im Hinblick auf Dioxine und PCB nur gering belastet sind, d. h. die Werte liegen deutlich unter den geltenden Grenzwerten.

Wie findet man Dioxin und PCB in Lebensmitteln?
Dioxine kommen in sehr niedrigen Konzentrationen vor. Zur Bestimmung braucht man äußerst sensible Messverfahren, wie sie die Gaschromatographie mit hochauflösender Massenspektrometrie bietet. Nur auf diese Weise können Dioxine und dioxinähnliche PCB eindeutig von allen anderen Substanzen in der Probe unterschieden werden.

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