Autor: Presse

AGES-Newsletter 17/10 - 15.07.2010


Durch S. Enterititis PT4 verursachter Ausbruch ist abgeklärt

Der österreichweite Ausbruch von Erkrankungsfällen, der durch einen bestimmten Subtyp von Salmonella Enteritidis (Bezeichnung PT4 VNTR 8-6-5) verursacht wurde, ist aufgeklärt: Im Zuge der im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durchgeführten Ausbruchsabklärung durch die AGES wurden Proben aus einem verdächtigen Legehennenbetrieb im Burgenland untersucht. Die molekularbiologischen Analyse-Egebnisse der dabei gefundenen Salmonellen liegen seit gestern Abend vor. Sie zeigen, dass ihr DNA-Fingerprint ident ist mit dem DNA-Fingerprint jenes Salmonellenstamms, der bei Erkrankten gefunden wurde. Dieser Ausbruch ist somit abgeklärt. Die burgenländische Landesbehörde hat umgehend ein Frischeier-Vermarktungsverbot ausgesprochen.

Bereits die ersten Erhebungen hatten auf Eier bzw. mit ungenügend erhitzten Eiern zubereitete Lebensmittel als Infektionsquelle hingewiesen. Mit Datum 15.7.2010 gibt es in Österreich 35 laborbestätigte Fälle dieses Subtyps. Betroffen sind alle Bundesländer außer Oberösterreich und der Steiermark. Das Isolat einer 88-jährigen Burgenländerin, die im Krankenhaus Oberwart verstorben war, wurde molekularbiologisch diesem Ausbruch zugeordnet.

Tipps für Verbraucher/-innen: Umgang mit rohen Eiern und rohem Geflügel

  • rohe Eier und Geflügel im Kühlschrank getrennt von anderen Lebensmitteln lagern
  • nur saubere und unbeschädigte Eier verwenden
  • möglichst keine Speisen zubereiten, die rohe Eier enthalten und nicht mehr durcherhitzt werden (Majonäse, Tiramisu u. ä.)
  • keine Lebensmittel mit rohen Eiern vor dem Erhitzen kosten (z. B. Teig vor dem Backen).

Mit der Initiative "Richtig und sicher kochen“ wurde vom Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit der Wirtschaftskammer, der Arbeiterkammer, der AGES und der Lebensmittelaufsicht der Länder eine Informationsoffensive gestartet, die sich speziell den Möglichkeiten zur Vermeidung von lebensmittelbedingten Krankheiten im privaten Haushalt widmet.

Sehr oft treten Probleme mit Keimen erst bei zu langer oder falscher Lagerung im Haushalt auf oder wenn Hygieneregeln nicht eingehalten werden. Wichtig ist daher:

  • Lebensmittel, insbesondere Fleisch, Geflügel und Eier sollen gut durchhitzt werden. Die Temperatur soll im Inneren der Speisen mehr als 75° C für mindestens drei Minuten betragen.
  • Schwangere sollten auf Speisen, die rohe Eier enthalten, generell verzichten.
  • Auf durchgehende Kühlung der Rohprodukte achten: Kühlschranktemperatur nicht über +4° C einstellen, Kühlkette beim Transport nicht unterbrechen (im Sommer Kühltasche verwenden).
  • Das Auftauwasser von gefrorenem Fleisch sofort in den Ausguss leeren und heiß nachspülen.
  • Nach dem Hantieren mit rohem Geflügelfleisch gründlich Hände waschen, bevor andere Küchenarbeiten begonnen werden.
  • Sämtliche Arbeitsflächen und -geräte, die mit rohem Geflügel oder rohen Eiern in Kontakt waren, mit Spülmittel und heißem Wasser reinigen.
  • Frisch zubereitete Speisen, sofern sie nicht sofort verzehrt werden, abkühlen lassen und anschließend unverzüglich im Kühlschrank aufbewahren. Gekochte Speisen sollen nicht über mehrere Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.
  • Salmonellen werden durch Einfrieren nicht abgetötet, es wird nur die Vermehrung gedrosselt. Bei lange eingefrorenen anfälligen Lebensmitteln (Ei, Geflügel) ist daher ebenfalls Vorsicht geboten (gut durcherhitzen!). Einmal aufgetaute Lebensmittel sollen nicht mehr erneut eingefroren werden.
  • In sauren Medien sterben die Salmonellen rasch ab; gebräuchliche Desinfektionsmittel töten sie innerhalb weniger Minuten.
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