
Mykotoxine sind Pilzgifte. Sie sind natürliche, sog. sekundäre Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, die bei Menschen und Tieren eine toxische Wirkung zeigen, bzw. eine Mykotoxikose verursachen. Nicht zu den Mykotoxinen gezählt werden die Giftstoffe, die in bestimmten höheren Pilzen (z.B. Knollenblätterpilz) enthalten sind.
Im Gegensatz zu den Produkten des Primärstoffwechsels sind diese sekundären Stoffwechselprodukte nicht bei allen Organismen zu finden, sondern sind charakteristisch für ihre Produzenten.
Bedeutung
Die FAO schätzt, dass bis zu 25 % der Weltproduktion von Nahrungsmitteln mit Mykotoxinen kontaminiert sind. Etwa 20 % der Getreideernte der EU enthalten messbare Mengen von Mykotoxinen.
Mykotoxine sind weitgehend hitzestabil und werden bei der Nahrungsmittelverarbeitung in der Regel nicht zerstört.
Die Wirkung der Mykotoxine kann, abhängig von der Toxinart, akut oder chronisch toxisch sein. Symptome der akuten Vergiftung bei Tieren sind z.B. Leber- und Nierenschädigungen, Angriffe auf das zentrale Nervensystem, Haut- und Schleimhautschäden, Beeinträchtigung des Immunsystems oder hormonähnliche Effekte. Bereits Toxinmengen, die noch keine oder geringe Krankheitssymptome auslösen, können krebserzeugend sein, Erbschäden bewirken oder zu Missbildungen beim Embryo führen.
Nachfolgende Tabelle 1 zeigt Wirkungen verschiedener Mykotoxine.

Tabelle 1: Wirkungen verschiedener Mykotoxine
Besonders gefährdet sind Nutztiere (insbesonders Schwein, Geflügel und Pferd), die verschimmeltes Futtermittel verzehren. Kontaminiertes Futter ist für eine Reihe von Erkrankungen verantwortlich, wie z.B. das Östrogensyndrom bei Schweinen, Futterverweigerung oder Erkrankung von Truthähnen.
Während Mykotoxikosen früher bei Menschen eine häufige Krankheitsursache waren, die nicht selten sogar zum Tode führte (z.B. Mutterkornvergiftung), stellen Mykotoxine heute aufgrund einer hochwertigen Lebensmittelherstellung keine derartige akute Bedrohung für den Menschen mehr dar. Heute steht die Minimierung des Mykotoxinrisikos, welches auch nicht akute Auswirkungen, z.B. kanzerogene, ebenso berücksichtigt, im Vordergrund. EU Regelungen über Kontaminanten befassen sich nun auch in verstärktem Ausmaße mit der Mykotoxinproblematik und geben Höchstwerte bzw. Richtwerte vor (siehe PDF-Datei 'Überblick über Mykotoxin Richt- und Höchstwerte').
Aflatoxine (Aflatoxin B1, B2, G1 und G2) sind z.Z. die gesundheitsschädlichsten Mykotoxine (kanzerogen), die geregelt sind (Verordnung (EG) Nr. 1881/2006). Aflatoxine können in Nüsse, Gewürze und Trockenfrüchte aber auch in Getreide/Mais vorkommen. Die EU ist bezüglich Aflatoxine in erster Linie mit einem Importproblem konfrontiert, da die kontaminierte Ware hauptsächlich aus Drittländern stammt. Um zu verhindern, dass kontaminierte Produkte in die europäische Gemeinschaft gelangen, wurden u.a. aufgrund Meldungen im Rahmen des europäischen Schnellwarnsystems (RASFF) nach Verordnung (EG) Nr. 178/2002 spezifische Regelungen in Kraft gesetzt:
- Verordnung (EG) 1152/2009: betrifft nur Aflatoxine
- Verordnung (EG) 669/2009: betrifft neben Mykotoxine auch andere Kontaminanten in Lebensmitteln und Futtermitteln nicht tierischen Ursprungs
Diese Verordnungen legen u.a. konkrete Kontrollhäufigkeiten von bestimmten Produkten aus bestimmten Drittstaaten bei der Einfuhr in die europäische Gemeinschaft fest.
Mykotoxine - Probenahme und Analysenverfahren
Aufgrund einer sehr heterogenen Mykotoxin-Verteilung in den einzelnen Produkten, ist für die Beurteilung des Mykotoxinrisikos eine standardisierte Probenahme eine der wichtigsten Voraussetzungen. Sowohl das Probenahmeverfahren als auch Kriterien für die Probenaufbereitung und Analysenmethoden sind für Lebensmittel in der Verordnung (EG) Nr. 401/2006 bzw. für Futtermittel in der Verordnung (EG) Nr. 152/2009 festgelegt.
Mykotoxine und Landwirtschaft (österreichische Situation)
In Österreich (im Gegensatz z.B. zu den skandinavischen Ländern) tritt die Mykotoxinproblematik am Feld auf. Besonders betroffen sind Getreide (Weizen, Hafer) und Mais, welche hauptsächlich durch den Befall mit den Feldpilzen der Gattung Fusarium mit Mykotoxinen kontaminiert werden (Tabelle 2).

Tabelle 2: Wichtige Fusarien auf Getreide in Österreich mit z.Z. häufig bestimmten Fusarientoxinen
Neben den in Tabelle 2 angeführten Toxinen sind noch folgende von Bedeutung:
Fumonisin B1 und B2 in Mais bzw. Maisprodukten (F. proliferatum), T-2 Toxin und HT-2 Toxin besonders in Hafer (F. sporotrichioides und F. langsethiae).
Aus heutiger Sicht und nach österreichischen Erfahrungen werden bei Getreide, Mais und deren Produkten sowie für Futtermittel nachfolgende Mykotoxinparameter zur Analyse vorgeschlagen (Tabelle 3).
Im Lebensmittelbereich sind Hinweise auf mögliche Mykotoxinbelastungen aus den einschlägigen Regelungen ableitbar (siehe auch Überblick über Mykotoxin Richt- und Höchstwerte).

Mykotoxine - Analyseverfahren
Zur Bestimmung von Mykotoxinen in Rohgetreide, Futtermittel und Lebensmittel werden im CC Cluster Chemie Linz der AGES GmbH akkreditierte Spezialanalyseverfahren angewendet. Die folgende Tabelle gibt die prinzipiellen Vorgangsweisen der Mykotoxin-Prüfverfahren wider.

Mykotoxine – Untersuchungskosten 2010
Für das Jahr 2010 sind nachfolgende Tarife (in EURO exkl. 20% USt.) gültig (Tabelle 5). Die angeführte „Einfachbestimmung“ besteht aus einer Analyse ohne Absicherung des Ergebnisses durch eine Mehrfachbestimmung und wird nach Absprache oder schriftlicher Aufforderung durch den Kunden durchgeführt. Bei der „Doppelbestimmung“ wird das Ergebnis durch eine Mehrfachbestimmung (in der Regel durch 2 unabhängige Analysen) abgesichert.

Tabelle 5: Mykotoxine-Analysekosten in EURO für 2010 exkl. 20%USt.
Kontakt-Mykotoxine: | Kontakt-Fusarien, Mikrobiologie |
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Dr. Richard Öhlinger | Dr. Andreas Adler AGES GmbH |
Kontakt-Mykotoxinanalytik (GC): | Kontakt-Mykotoxinanalytik (HPLC) |
Dipl.-HTL-Ing. Wolfgang Brodacz | DI. Armin Raditschnig AGES GmbH |
Kontakt-Mykotoxinanalytik (HPLC): |
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Ing. Elisabeth Kiendler AGES GmbH |
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Stand: 01.03.2010