Pneumokokken
Streptococcus pneumoniaePneumokokken-Erkrankungen werden durch das Bakterium Streptococcus pneumoniae verursacht. Pneumokokken werden durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Gefährdet sind vor allem Säuglinge, Kleinkinder, chronisch Kranke und Personen über 60 Jahre. Träger und Überträger von Pneumokokken sind hauptsächlich Kinder in den ersten beiden Lebensjahren. Erwachsene ohne Kontakt zu Kleinkindern sind nur zu etwa 5% besiedelt. Diese Zahl steigt mit zunehmenden Alter und schwächerem Immunsystem.
Die WHO schätzt, dass weltweit rund zwei Millionen Todesfälle pro Jahr von Pneumokokken verursacht werden, die Hälfte davon betreffen Kinder. Seit Juli 2006 sind durch eine Änderung des Epidemiegesetzes von 1950 nicht nur die Pneumokokken-Meningitis, sondern alle invasiven Pneumokokken-Erkrankungen gesetzlich meldepflichtig. Als invasive Pneumokokken-Erkrankungen (IPD) werden vor allem die klinischen Präsentationen Meningitis, Sepsis und Pneumonie/Bakteriämie bezeichnet. Das Vorliegen von IPD wird durch den Nachweis von S. pneumoniae in sonst sterilen Körperflüssigkeiten (z.B. Liquor, Blut, Gelenks-, Pleura-, Ascites- und Peritoneal-Punktate) definiert.
Wichtigster Pathogenitätsfaktor von Pneumokokken ist die Polysaccharidkapsel, von der man heute 91 verschiedene Typen kennt.
Ein beträchtlicher Prozentsatz der Pneumokokken-Erkrankungen kann durch eine Schutzimpfung verhindert werden.
Für die Impfung gegen Pneumokokken stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung. Ein sogenannter Polysaccharid-Impfstoff steht seit vielen Jahren zur Verfügung und wird vor allem für Erwachsene >60 Jahre empfohlen. Er wirkt gegen 23 verschiedene Pneumokokkentypen, die für 90 Prozent der Erkrankungen verantwortlich sind. Ein sogenannter Konjugat-Impfstoff wurde für Kleinkinder zugelassen Dieser Impfstoff ist gegen die für Kinder gefährlichen und häufigsten Typen der Pneumokokken gerichtet.
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