Diese Website verwendet Cookies, um Daten für die Verbesserung der Funktionalität und Navigation unserer Homepage zu sammeln.
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzerklärung für weitere Informationen zu den von uns verwendeten Cookies und wie diese zu deaktivieren sind.

ERSTELLT: 05.03.2010

Ausmaß und Zusammensetzung der Strahlenbelastung der österreichischen Bevölkerung

Über die gesamte österreichische Bevölkerung gemittelt beträgt die jährliche Strahlendosis eines/r Durchschnittsösterreichers/in rund 4,3 mSv.

 

Durchschnittliche Strahlenbelastung der Bevölkerung pro Jahr

(Effektivdosis in mSv pro Jahr)

Strahlung kann auf den Menschen

  • von Außen (externe Strahlenexposition) oder
  • von Innen (interne Strahlenexposition) durch Einatmen (Inhalation) und Aufnahme von radioaktiven Stoffen mit der Nahrung und dem Trinkwasser (Ingestion) einwirken.

Natürliche und künstliche Strahlung

Je nach Ursprung unterscheidet man zwischen natürlicher oder künstlicher Strahlung, wobei die bei weitem überwiegenden Beiträge der Strahlenexposition auf natürliche Strahlenquellen und medizinische Expositionen zurückzuführen sind.

Die mittlere effektive Dosis aufgrund natürlicher Strahlenquellen macht 2,9 mSv pro Einwohner und Jahr aus - die Inhalation des radioaktiven Edelgases Radon und seiner Folgeprodukte trägt mehr als die Hälfte dazu bei.
Im Vergleich dazu beträgt die zivilisatorisch bedingte Strahlenexposition jährlich durchschnittlich 1,4 mSv pro Einwohner und Jahr, wobei der überwiegende Teil auf die medizinische Anwendung von radioaktiven Stoffen und ionisierender Strahlung zurückzuführen ist.

Die wichtigsten Quellen natürlicher Strahlung sind

Radon und seine Folgeprodukte:
Die natürliche Belastung mit Radon ist aufgrund unterschiedlicher geologischer Bedingungen erheblichen Schwankungen unterworfen. Wenn sich Radon in der Atemluft anreichert, wie zum Beispiel in schlecht ventilierten Innenräumen, kann diese Strahlungsexposition ein beträchtliches Ausmaß erreichen (siehe auch „Radon- Die unsichtbare Gefahr in der Atemluft“).

Externe Exposition durch natürliche Strahlenquellen:

Die natürliche Strahlung setzt sich aus der kosmischen Strahlung und der terrestrischen Strahlung zusammen. Die Intensität der kosmischen Strahlung ist stark höhenabhängig, was dazu führt, dass Flugpersonal deutlich höher belastet ist. So können vor allem bei häufigen Langstreckenflügen Dosiswerte erhalten werden, die zu einer Verdoppelung der natürlichen Strahlenexposition führen.

Die terrestrische Strahlung variiert aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung des Gesteins. Die Konzentrationen der natürlichen Radionuklide Uran, Thorium und Kalium-40 schwanken relativ stark und sind z. B. in Granit (Böhmische Masse) wesentlich größer als in Kalkstein (Kalkalpen).

Ingestion natürlicher Radionuklide:
Von den natürlichen Radionukliden ist besonders Kalium-40 von Bedeutung. Es wird über die Nahrung aufgenommen und ist im Körper Bestandteil jeder Zelle. Die Konzentration an Kalium im menschlichen Körper wird durch biochemische Mechanismen annähernd konstant gehalten. Auch mit dem Trinkwasser werden natürliche Radionuklide (z. B. Radium-226, Radium-228, Uran) aufgenommen.

Zivilisatorische Strahlenquellen

Medizinische Anwendungen:
Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin, wobei die Röntgendiagnostik den größeren Beitrag zur durchschnittlichen Strahlenbelastung liefert. Der Dosisbeitrag der verschiedenen Untersuchungsmethoden kann für den Patienten im Einzelfall zum Teil deutlich höher ausfallen als die durchschnittlich berechnete Dosis der Bevölkerung.

Reaktorunfall von Tschernobyl und Kernwaffenversuche:
Durch den Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl wurden große Mengen radioaktiver Stoffe in die Atmosphäre freigesetzt, die zum Teil immer noch nachgewiesen werden können. Oberirdische Kernwaffentests bewirkten eine weltweite Kontamination der Biosphäre mit künstlichen radioaktiven Stoffen. So wird z. B. Strontium-90 immer noch im Rahmen der Routineüberwachung in der Milch bestimmt.

Berufliche Strahlenexposition:
Beruflich strahlenexponierte Personen sind bei der Ausübung ihres Berufs ionisierender Strahlung ausgesetzt. Die jeweilige personenbezogene Dosis wird gesetzlich überwacht.

Forschung, Industrie:
Strahlenquellen in der Industrie werden zum Beispiel verwendet für Schweißnahtprüfungen, radiometrische Füllstandsmessungen, Messung der Schichtdicke von Lacken.

Dieses Diagramm bildet natürlich nur den Durchschnitt ab. Es kann bei gewissen Personen oder Personengruppen zu höheren Expositionen in manchen der oben beschriebenen Teilbereiche kommen. Durch die Anwendung des Strahlenschutzgesetzes und seine präzisierenden Verordnungen wird dafür gesorgt, dass die Strahlenbelastung der Bevölkerung in den jeweiligen Teilbereichen so gering wie möglich gehalten wird.

Zum Seitenanfang springen

Seite empfehlen

Senden Sie den Link zur aktuellen Seite an einen E-Mail Empfänger:

(Sie müssen die *gekennzeichneten Felder ausfüllen!)