MODELLIERUNG VON RISIKEN ENTLANG DER LEBENSMITTELKETTE
Die Risikobewertung von verzehrsfertigen Lebensmitteln bezüglich ihrer Schadstoffbelastung betrachtet vor allem die letzte Stufe der Lebensmittelkette. Da bei chemischen Gefahren der Eintrag ins Lebensmittel meist in früheren Stufen stattfindet, führte der Bereich DSR das Projekt „Systemanalyse entlang der LM-Kette“ durch.
Dabei wurden alle Stufen der Lebensmittelkette von der Erzeugung der Primärprodukte (z.B. Tiere und Pflanzen), ihrer Gewinnung, Lagerung, Transport und Weiterverarbeitung bis hin zum Konsumenten, sozusagen vom Feld bis zum Tisch („from farm-to-fork“) untersucht. Mithilfe der „quantitativen Kettenanalyse“ (QKA) wurden die wesentlichen Aspekte der Lebensmittelkette für ein Beispiel („DON - Deoxynivalenol in Weizen“) näher betrachtet. Verschiedene Informationen (Daten, Literatur, Experteneinschätzungen) wurden einbezogen, um quantitative Aussagen für Gefahren auf der letzten Stufe der Lebensmittelkette treffen zu können.
In das quantitative Modell fließen sowohl die Variabilität aus Datenbeständen (hauptsächlich Auftretens- und Verzehrsdaten) als auch die Unsicherheit, welche in Aussagen aus der Literatur bzw. in Experteneinschätzungen steckt, ein.
Das entwickelte Basismodell der Lebensmittelkette kann je nach Anforderungen erweitert werden. Somit kann der Eintrag einer Gefahr über eine weitere Urproduktion, importierte Primärprodukte, Futtermittel sowie etwaige Interventionsmaßnahmen evaluiert werden.
Die Verknüpfung von Kontamination, technologischen Faktoren sowie Verzehr ergibt die Gesamtaufnahme eines Stoffes (Zielindikator). Anhand dieses Indikators können Niveau und Schwankungsbreiten, sowie der Einfluss verschiedener Maßnahmen diskutiert werden.
Nutzungsmöglichkeiten
Die QKA bietet verschiedene Nutzungsmöglichkeiten. Neben der Darstellung der Lebensmittelkette als Basis für eine interdisziplinäre Diskussion können mithilfe der QKA wichtige Einflussfaktoren innerhalb der Lebensmittelkette zur Änderung des Zielindikators in eine gewünschte Richtung aufgezeigt werden.
Im Vorfeld einer Risikomanagementmaßnahme kann die QKA zur Quantifizierung der Wirksamkeit und Effizienz einer geplanten Maßnahme bzw. zum Vergleich von Handlungsalternativen verwendet werden. Die QKA kann weiters zur Beurteilung einer Kombination von Maßnahmen sowie deren Optimierung genutzt werden. Variabilitäten z.B. bei Schadstoffbelastungen des Primärproduktes und/oder beim Verzehr sowie Unsicherheiten durch Annahmen und Experteneinschätzungen können mithilfe der QKA abgeschätzt werden.
Risikobewertung
Institut: Risikobewertung
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Dienstort: Wien
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Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit
