Neue Methode zur schnellen Identifizierund von Listerienstämmen

Bei Ausbrüchen von Listerien-Erkrankungen werden in Österreich zur Abklärung epidemiologischer Fragestellungen alle Listerienisolate (sowohl Proben von Patienten als auch von Lebensmitteln) mittels DNA-Analysen typisiert. Dabei wird von jedem Listerienisolat ein genetischer Fingerabdruck erstellt. Listeria monocytogenes ist ein Bakterium, das in der Umwelt (Boden, Wasser, Pflanzen) vorkommt und auf Lebensmittel übertragen werden kann. Beim Menschen kann durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln eine Erkrankung, die sogenannte Listeriose, ausgelöst werden.
Um Lebensmittel, die einen Ausbruch verursacht haben, ohne Zeitverlust identifizieren zu können, ist eine schnelle Typisierungsmethode notwendig. Ariane Pietzka, Molekularbiologin der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), hat diese Methode entwickelt.
Im Vergleich zu klassischen Verfahren, die mehrere Tage in Anspruch nehmen, können mit der neu entwickelten Methode bis zu 384 Bakterien-Isolate binnen weniger Stunden typisiert werden. Bei der neuen Typisierungsmethode handelt es sich um eine Polymerase-Ketten-Reaktion (kurz: PCR) mit anschließender hochauflösender Schmelzkurvenanalyse (High Resolution Melting, kurz: HRM). Unterschiede in der DNA-Sequenz der Proben resultieren in verschiedenen Schmelzkurven, welche zur Unterscheidung verschiedener Klone herangezogen werden können. Die Schmelzkurvenanalyse stellt eine schnelle und kostengünstige Methode dar, die vor allem im Fall eines Ausbruchs noch am Tag des Probeneingangs ein Ergebnis liefern kann. Das Verfahren wurde bereits erfolgreich während des Listerien-Ausbruchs in Österreich, Deutschland und Tschechien 2009/2010 verwendet, um mehr als 100 Lebensmittelisolate zu untersuchen.
Die Arbeit „Gene scanning of an internalin B gene fragment using high-resolution melting curve analysis as a tool for rapid typing of Listeria monocytogenes” wurde im Jänner 2011 im Journal of Molecular Diagnostics publiziert. Für diese Arbeit wurde Ariane Pietzka am 23.05.2011 mit dem Österreichischen Hygienepreis der Österreichischen Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin ausgezeichnet. Dieser Preis wird verliehen für die Beschreibung eines neuen oder verbesserten Untersuchungsverfahrens, einer Status-Erhebung oder Beschreibung der Art und Wirksamkeit einer Maßnahme in den Bereichen Wasser-, Lebensmittel-, Umwelt-, Veterinär- oder Krankenhaushygiene, der Körperhygiene oder der Hygiene im Haushalt, am Arbeitsplatz oder im Fremdenverkehr.
Im Jahr 2010 wurden in Österreich 34 (vom Referenzlabor kulturell verifizierte) invasive humane Listeriose-Fälle registriert, schwangerschaftsassoziiert waren 3 Fälle. Dies ist weniger als im Jahr davor, in dem 46 Listeriosefälle festgestellt wurden. Die Letalität betrug im Jahr 2010 12 % (4 von 34). Listeriose war somit in Österreich eine relativ seltene Infektionskrankheit, deren Inzidenz im Jahr 2010 bei rund 0,41/100.000 EinwohnerInnen lag. Die hohe Letalität dieser Krankheit und gelegentlich auftretende schwerste Dauerschäden verlangen dennoch Anstrengungen zur frühestmöglichen Erkennung etwaiger lebensmittelbedingter Ausbrüche.
- RZ Listeriose
- Aktuelle Fallzahlen zu Listeriose-Ausbruch
- Mikrobiologische Untersuchungen von Düngemitteln
- Listerien - Hygieneschulungsangebote der AGES
- Rückholaktion von Sauermilchkäse, Hartberger Produkte
- Ansprechperson
- Stammsammlung
- Beratung für Fachpersonal und Gesundheitseinrichtungen
- Allgemeine Information
- Wissenschaftlicher Beirat
- Stammsammlung
- Ausbruchsverdacht
- Meldepflicht Österreich
- Meldepflicht Deutschland
- Ansprechperson für Deutschland
- Europäische Falldefinition Listeriose
- Leistungsspektrum
- Versand aus Deutschland
- Checkliste
- Wir über uns
- Infektionen in der Schwangerschaft
- Lebensmittelhygiene
- Therapie und Aufklärung
- Krankheit und Diagnose
- Infektionsweg und Keimreservoir
- Inkubationszeit
- Infektionsrisiko
- Erkrankungshäufigkeit
- Erreger
- Listeriose
- Serotyp
- PFGE
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit