Salmonellen: Ein Ausbruch geklärt, Erhebungen in weiterem Ausbruch laufen
Der Ausbruch von Erkrankungsfällen, der durch den Salmonellenstamm Salmonella Mbandaka verursacht wurde, ist nahezu erloschen. Wie die Abklärung durch die AGES im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zeigt, gibt es keine Neuerkrankungen mehr. Die Annahme, dass der Erreger über kontaminiertes Futtermittel in mehrere Legehennenbestände eingeschleppt wurde, hat sich bestätigt.
Mit Datum 12.7.2010 gibt es in Österreich 129 laborbestätigte Fälle, in allen Bundesländern außer dem Burgenland. 45 Personen mussten für eine stationäre Behandlung in ein Krankenhaus aufgenommen werden. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden österreichweit nur fünf durch diesen Salmonellen-Serotyp verursachte Erkrankungsfälle registriert. Die Abklärung des Ausbruchs durch die Infektionsepidemiologen/-innen der AGES hatten Eier bzw. mit ungenügend erhitzten Eiern zubereitete Lebensmittel als Quelle der Infektion ergeben.

- S.Mbandaka: Ausbruchsfälle nach Datum Probeneingang

- S.Mbandaka: Ausbruchsfälle nach Datum Erkrankungsbeginn
Weiterer Ausbruch wird abgeklärt
Während der durch S. Mbandaka verursachte Ausbruch aus humanmedizinischer Sicht abgeklärt ist, laufen im Auftrag des BMG nun Erhebungen zur Abklärung eines weiteren bundesweiten Ausbruchs, der diesmal durch einen bestimmten Subtyp von Salmonella Enteritidis verursacht wird. Auch hier weisen erste Ergebnisse wieder auf Eier bzw. mit ungenügend erhitzten Eiern zubereitete Lebensmittel als Infektionsquelle hin. Die Proben aus einem verdächtigten Legehennenbetrieb werden derzeit molekularbiologisch analysiert, die Ergebnisse liegen noch nicht vor.
Mit Datum 12.7.2010 gibt es in Österreich bislang 35 laborbestätigte Fälle dieses Subtyps mit der Bezeichnung PT4 VNTR 8-6-5. Betroffen sind alle Bundesländer außer Oberösterreich und der Steiermark. Das Isolat einer 88-jährigen Burgenländerin, die im Krankenhaus Oberwart verstorben war, wurde molekularbiologisch diesem Ausbruch zugeordnet.
Tipps für Verbraucher/-innen: Umgang mit rohen Eiern und rohem Geflügel
- rohe Eier und Geflügel im Kühlschrank getrennt von anderen Lebensmitteln lagern
- nur saubere und unbeschädigte Eier verwenden
- möglichst keine Speisen zubereiten, die rohe Eier enthalten und nicht mehr durcherhitzt werden (Majonäse, Tiramisu u. ä.)
- keine Lebensmittel mit rohen Eiern vor dem Erhitzen kosten (z. B. Teig vor dem Backen).
Sehr oft treten Probleme mit Keimen erst bei zu langer oder falscher Lagerung im Haushalt auf oder wenn Hygieneregeln nicht eingehalten werden. Wichtig ist daher:
- Lebensmittel, insbesondere Fleisch, Geflügel und Eier sollen gut durchhitzt werden. Die Temperatur soll im Inneren der Speisen mehr als 75° C für mindestens drei Minuten betragen.
- Schwangere sollten auf Speisen, die rohe Eier enthalten, generell verzichten.
- Auf durchgehende Kühlung der Rohprodukte achten: Kühlschranktemperatur nicht über +4° C einstellen, Kühlkette beim Transport nicht unterbrechen (im Sommer Kühltasche verwenden).
- Das Auftauwasser von gefrorenem Fleisch sofort in den Ausguss leeren und heiß nachspülen.
- Nach dem Hantieren mit rohem Geflügelfleisch gründlich Hände waschen, bevor andere Küchenarbeiten begonnen werden.
- Sämtliche Arbeitsflächen und -geräte, die mit rohem Geflügel oder rohen Eiern in Kontakt waren, mit Spülmittel und heißem Wasser reinigen.
- Frisch zubereitete Speisen, sofern sie nicht sofort verzehrt werden, abkühlen lassen und anschließend unverzüglich im Kühlschrank aufbewahren. Gekochte Speisen sollen nicht über mehrere Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.
- Salmonellen werden durch Einfrieren nicht abgetötet, es wird nur die Vermehrung gedrosselt. Bei lange eingefrorenen anfälligen Lebensmitteln (Ei, Geflügel) ist daher ebenfalls Vorsicht geboten (gut durcherhitzen!). Einmal aufgetaute Lebensmittel sollen nicht mehr erneut eingefroren werden.
- In sauren Medien sterben die Salmonellen rasch ab; gebräuchliche Desinfektionsmittel töten sie innerhalb weniger Minuten.
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit