Ein neues Virus an Zwiebeln

- Schadbild an Bundzwiebeln
Seit einigen Jahren tritt in Europa eine neue Zwiebelkrankheit auf. Diese wird durch das Iris Yellow Spot Virus (IYSV) verursacht und durch den Zwiebel-Thrips, einen häufigen Schädling an zahlreichen Kulturpflanzen und Unkräutern, übertragen. Im Jahr 2009 konnte dieses Virus in Bundzwiebeln im Burgenland und an Speisezwiebeln in Niederösterreich vom Institut für Pflanzengesundheit der AGES nachgewiesen werden. Ein österreichweites Monitoring über das Auftreten dieser Krankheit wird derzeit durchgeführt.
Krankheitsbild
Am Laub der mit IYSV befallenen Zwiebeln findet man meist länglich-ovale, nekrotische Flecken, die eher unspezifisch sind und nicht sofort an einen Virusbefall denken lassen. Vor allem der Anfangsbefall kann leicht mit Schäden durch einen reinen Thrips-Befall, Hagelschlag, einer Herbizid-Unverträglichkeit oder frühen Stadien von Pilzerkrankungen verwechselt werden.
Wesentlich eindeutiger sind Läsionen (Flecken), die eine Insel grünen Blattgewebes in der Mitte aufweisen. Treten mehrere Läsionen an einem Blatt auf, kann es zum Absterben der Blattspitzen oder des gesamten Blattes kommen. Dies führt vor allem bei der Produktion von Bundzwiebeln zu Qualitätsverlusten. Auch bei der Speisezwiebelproduktion kann es durch eine Reduktion der Zwiebelgröße zu Ertragseinbußen kommen.
Da das Wirtspflanzenspektrum von IYSV auch andere Zwiebelgewächse umfasst, wie z. B. Porree, Knoblauch, Schnittlauch oder Schalotten, ist ein Übergreifen auf diese Gemüsearten zu erwarten. Ferner sind auch zahlreiche Unkräuter wie der Zurückgebogene Amaranth, Löwenzahn, Stechapfel oder die grüne Borstenhirse als Wirtspflanzen für IYSV bekannt.
Das bisherige Verbreitungsgebiet umfasst Australien, die Insel Réunion und Südafrika, weite Teile der USA, Brasilien, Chile und Peru, Indien, Iran, Israel sowie Japan. In Europa tritt die Krankheit in Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Slowenien und Spanien auf. Aufgrund der Erfahrungen, die in anderen Regionen wie z. B. in den USA oder Australien gemacht wurden, ist davon auszugehen, dass sich das IYSV auch in Europa zu einem ernsten Pflanzenschutzproblem entwickeln kann. Daher wurde der Erreger in die EPPO-Warnliste (EPPO = European and Mediterranean Plant Protection Organization) aufgenommen. Gegen das Virus selbst kann nichts unternommen werden, sämtliche Bekämpfungsmaßnahmen richten sich daher gegen den Überträger, den Zwiebel-Thrips.
Rückfragehinweis:
AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
Unternehmenskommunikation:
Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer
Tel: 050 555-25000
E-Mail: ingrid.kiefer@ages.at
Fachlich:
Univ.-Doz. Dr. Gerhard Bedlan
Tel: 050 555-33330
E-Mail: gerhard.bedlan@ages.at
Institut für Pflanzengesundheit
Tel: 050 555-33326
E-Mail: pflanzengesundheit@ages.at
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit