ERSTELLT: 15.04.2010

Listeriose-Ausbruch 2009/2010: Update vom 15.4.2010

Seit März 2010 sind laut AGES-Referenzzentrale für Listeriose keine neuen Erkrankungen im Zusammenhang mit dem mit dem Konsum von Quargel der Firma Prolactal in Verbindung stehenden Listeriose-Ausbruch 2009/2010 aufgetreten. Die Gefahr neuer Erkrankungsfälle dürfte weitestgehend gebannt sein. Seit der Produktrücknahme vom Markt am 23.01.2010 ist lediglich ein Fall mit Infektionszeitpunkt nach dem Rückruf dokumentiert: Der Patient hatte noch im Februar privat gelagerten Quargel verzehrt. Die AGES wiederholt vorsorglich ihre ausdrückliche Warnung, noch in Tiefkühltruhen gelagerten, eventuell mit Listerien verseuchten Quargel wegzuwerfen.

Folgende Produkte waren vom Rückruf betroffen:

Bis zum heutigen Datum sind in Österreich somit 25 humane Listeriose-Fälle diesem Ausbruch mit dem neuen Stamm von Listeria monocytogenes SG 1/2a zuzuordnen (2009: 13 Erkrankte, davon fünf Todesfälle; 2010: 12 Erkrankte). Vom Ausbruch betroffen waren alle Bundesländer außer Vorarlberg und Tirol. Anfang April erfolgte der Nachweis des Listerienstammes im Blut eines Patienten (Isolat Ende März erhalten), der seit Jänner erkrankt war, bei dem sich aber erst später der Verdacht auf eine mögliche Listeriose ergab. Der Patient wurde zur diagnostischen Klärung stationär aufgenommen und Ende März wieder aus dem Krankenhaus entlassen.

Einschließlich dieses 25. Ausbruch-Falles lag der Erkrankungsbeginn aller Ausbruchsfälle vor Ende Februar, was im Hinblick auf die Inkubationszeit von maximal 70 Tagen und die erfolgte Produktrücknahme mit 23.1.2010 darauf hinweist, dass keine neuen Erkrankungsfälle mit diesem Stamm mehr zu erwarten sind. Alle Patienten/-innen, die aufgrund einer Listeriose-Erkrankung im Zusammenhang mit dem Quargel-Ausbruch stationär behandelt wurden, konnten bereits aus dem Krankenhaus entlassen werden.

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