Amerikanische Rebzikaden heuer auch im Burgenland
Insekten können Überträger der gefährlichen Weinkrankheit „Flavescence dorée" sein
(Wien, 17.07.2008, AGES) Die amerikanische Rebzikade (Scaphoideus titanus) ist heuer erstmals im Südburgenland aufgetaucht. In der Ortschaft Bonisdorf, an der Grenze zur Südoststeiermark und Slowenien, fanden Experten der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, Larvenstadien dieses Insekts.
Die amerikanische Rebzikade ist die einzig bekannte Zikadenart, die als Überträger (Vektor) der durch Phytoplasmen (Bakterien) ausgelösten und von Winzern in ganz Europa gefürchteten Vergilbungskrankheit „Flavescence dorée" fungiert. Alle gefangenen Insekten werden in Labors der AGES untersucht, um festzustellen, ob sie die krankheitserregenden Erreger in sich tragen. Alle bisher gefangenen Tiere waren gesund.
Anscheinend leben die amerikanischen Rebzikaden schon länger im Südburgenland im Verborgenen. Ihre Nachkommen müssen als Eier am Weinstock überwintert haben. Nur so ist es möglich, dass im heurigen Frühsommer bereits erste Larvenstadien aufgetaucht sind.
Die Vergilbungskrankheit und ihr Vektor kommen ursprünglich aus Amerika und wurden in den 1950-er Jahren über Südfrankreich nach Europa eingeschleppt. Von dort breiteten sie sich südlich der Alpen bis zum Balkan hin aus. Offensichtlich fühlen sie sich aufgrund der Klimaerwärmung jetzt auch immer weiter nördlich wohl. In Österreich wurden von Pflanzenschutzexperten der AGES bereits im Jahr 2004 erste Exemplare der Amerikanischen Rebzikade in den Weinbergen um Klöch und Bad Radkersburg entdeckt. Derzeit sind die Gemeinden Kapfenstein in der Südoststeiermark und Bonisdorf im Südburgenland die nördlichsten Orte in Österreich, wo diese Schädlinge gefunden wurden.
AGES: Schutz für Mensch, Tier und Pflanze
Die AGES nimmt im Auftrag der Republik Österreich vielfältige Aufgaben auf dem Gebiet der Gesundheit und Ernährungssicherheit wahr. Ihr Ziel: weniger Menschen, Tiere und Pflanzen werden krank. Dazu arbeiten sieben strategische Bereiche - Landwirtschaft, Lebensmitteluntersuchung, Veterinärmedizin, Humanmedizin, PharmMed, Kompetenzzentren und Risikobewertung - interdisziplinär zusammen. In 42 Instituten und Kompetenzzentren untersuchen, begutachten und kontrollieren 1400 ExpertInnen u. a. Saatgut, Lebensmittel, Futtermittel, Arzneimittel, Tierseuchen und Infektionskrankheiten.
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