AGES: Überwachungsprogramm für Zierpflanzen

Das Kartoffelspindelknollen-Viroid kann auch Tomaten und Kartoffeln schädigen

(Wien, 26.9.2007, AGES) Im Juni 2006 wurden in den Niederlanden bei Untersuchungen von Zierpflanzen aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) das Kartoffelspindelknollen-Viroid (Potato spindle tuber viroid = PSTVd) gefunden. Diese Quarantänekrankheit tauchte in den vergangenen Jahren immer wieder in europäischen Tomatenbeständen auf. Die Befallsherde konnten bisher eliminiert, die Herkunft jedoch nicht geklärt werden. Waren zu Beginn der niederländischen Untersuchungen nur Pflanzen von Solanum jasminoides (weißer Kartoffelbaum, jasminblütiger Nachtschatten) betroffen, konnte im Verlauf eines flächendeckenden Monitorings auch ein Befall an Brugmansia-Pflanzen (syn. Datura, Engelstrompete) und Pflanzen von Solanum rantonnetii (syn. Lycianthes rantonnetii, blauer Kartoffelbaum, Enzianstrauch) nachgewiesen werden. In der Zwischenzeit wurde dieses Viroid auch in anderen Mitgliedstaaten der EU festgestellt. Man muss daher mit einem Auftreten von PSTVd in Zierpflanzen in ganz Europa rechnen. Da es sich um eine Quarantänekrankheit handelt, müssen betroffene Pflanzen vernichtet werden.
Die Europäische Kommission hat daher mit 12. Juni 2007 ein Überwachungsprogramm für alle Mitgliedstaaten angeordnet. In Österreich wird das Monitoring von der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, durchgeführt.

Symptome

Der Erreger ist wärmeliebend. Typische Symptome einer Infektion von PSTVd kennt man nur an Tomaten und Kartoffeln. Diese werden erst bei Temperaturen über 25° C sichtbar. An Tomaten findet man so genannte "Verbüschelungen" oder Verzwergungen, die Blätter können aufgehellt und verkräuselt sein. Auch die Früchte, sofern sie überhaupt ausgebildet werden, bleiben klein. An Kartoffeln ist das Schadbild abhängig von der Kartoffelsorte, dem PSTVd-Isolat und den Umweltbedingungen. So kommt es zu mehr oder weniger starken Störungen im Wachstum und Verzwergungen. Die Knollen derartiger Pflanzen sind spindel- bis hantelförmig und meist wesentlich kleiner. Das Viroid ist leicht mechanisch, z. B. durch Arbeitsgeräte, übertragbar. Weiters kann es auch durch infiziertes Saatgut oder Stecklinge verbreitet werden. Das Risiko einer Übertragung durch Blattläuse hingegen ist gering. An Zierpflanzen treten keine Symptome auf. Doch gerade darin liegt die Gefahr, denn von latent befallenen Pflanzen könnte die Krankheit auf Tomaten- oder Kartoffelbestände übertragen werden. Besonders vorsichtig müssen daher Betriebe sein, die Zierpflanzen vermehren.

Rückfragehinweise:
AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Unternehmenskommunikation:
DI Oskar Wawschinek
Spargelfeldstraße 191, A-1226 Wien
Tel: österreichweit 050 555-250 00
E-Mail: oskar.wawschinek@ages.at

Fachlich:
Mag. Astrid Plenk
Tel: österreichweit 050 555-333 31
E-Mail: astrid.plenk@ages.at

Seite empfehlen

Senden Sie den Link zur aktuellen Seite an einen E-Mail Empfänger:

(Sie müssen die *gekennzeichneten Felder ausfüllen!)