Internationale Zusammenarbeit für mehr Lebensmittelsicherheit
AGES und BfR gehen Kooperation bei Risikobewertung ein
(Berlin, 19.1.2007, AGES) Um ein mögliches Risiko für die Verbraucher abschätzen zu können, ist man auf relevante Daten angewiesen. Die AGES, die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, hat daher ihre bestehende Fachexpertise ausgeweitet: Der neue strategische Geschäftsbereich Datenmanagement, Statistik und Risikobewertung (DSR) kümmert sich um die Auswertung der zahlreichen in den Labors gewonnenen Daten und wertet diese Daten statistisch aus. Die anschließende Risikobewertung kann daraus Empfehlungen für die Risikomanager in Österreich ableiten. Ebenso wichtig ist die internationale Netzwerkbildung. "Mit der Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens zwischen der AGES und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) haben wir einen wichtigen Schritt in Richtung mehr Lebensmittelsicherheit für die Verbraucher in beiden Staaten gesetzt", sagt Univ.-Doz. DI Dr. Klemens Fuchs, DSR-Bereichsleiter. Die Kooperation wird sich auf den Austausch von Daten und Erfahrungen, aber auch auf gemeinsame Schulungen und wechselseitige Studienbesuche erstrecken.
Risikobasierte integrierte Kontrollpläne
Gemäß der Verordnung (EG) Nr. 882/2004 sind alle EU-Mitgliedstaaten ab 1. Jänner 2007 verpflichtet, die Kontrolle in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Tierschutz, Tiergesundheit und Futtermittelsicherheit im Rahmen von risikobasierten integrierten Kontrollplänen durchzuführen. Im Prinzip bedeutet das, dass der Schwerpunkt der Kontrollen von der Endproduktkontrolle dahin verlagert wird, wo Risken tatsächlich auftreten. Dadurch wird die Zahl der Lebensmittelkontrollen bei den Endprodukten zwar zurückgehen, dieser Rückgang wird aber durch die vermehrte Zahl von Kontrollen im gesamten Produktionsprozess wettgemacht. Oberstes Ziel bleibt, den bestmöglichen Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier zu erreichen. Der Grundgedanke an risikobasierten integrierten Kontrollplänen besteht darin, mögliche auftretende Gefahren so früh wie möglich zu erkennen und zu minimieren. Dementsprechend werden die Kontrollen dort durchgeführt, wo das höchste Risiko besteht, dass Gefahren für Menschen, Tiere oder Lebensmittel auftreten. Dieser Ansatz, dem sich die AGES seit ihrer Gründung verpflichtet fühlt, trägt dazu bei, dass Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz in Österreich weiter gestärkt werden.
Internationale Vernetzung
Aufgrund der Tatsache, dass sowohl in Österreich als auch in Deutschland die Anzahl der Listeriose-Fälle zunimmt, erscheint es zweckmäßig, eine gemeinsame Bewertung der Situation in beiden Staaten vorzunehmen. Dies ist auch im Hinblick der seit einem Jahr in Kraft befindlichen Harmonisierung der mikrobiologischen Kriterien bezüglich Listeria monocytogenes auf europäischer Ebene sinnvoll. Außerdem sind die Verzehrsgewohnheiten in Österreich und Deutschland durchaus vergleichbar.
Deshalb wurde auf Basis des Kooperationsvertrags zwischen AGES und BfR beschlossen, sich diesem Thema als Startprojekt für die künftige Zusammenarbeit speziell zu widmen und eine gemeinsame Risikobewertung durchzuführen, um zusätzlich zu den internationalen Bewertungen durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die amerikanische Lebensmittelbehörde FDA die nationalen Situationen in Österreich und Deutschland darzustellen.
Rückfragehinweis:
AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
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Tel: 050 555-25000
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