Nicht jede Blume ist für den Muttertag geeignet

Thrips palmi

Orchideen aus tropischen Ländern dürfen nicht privat eingeführt werden

(Wien, 9.5.2006, AGES) Wie die Erfahrungen des Amtlichen Österreichischen Pflanzenschutzdienstes an der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, zeigen, werden gerade rund um den Muttertag von vielen Reisenden Orchideen aus Urlaubsländern nach Österreich mitgebracht. Diese Orchideen werden bei der Einreise allerdings vom Zoll beschlagnahmt und vernichtet. Denn wie Untersuchungen der AGES an beschlagnahmten Orchideen-Stichproben zeigen, werden die Orchideenblüten teilweise massenhaft von Schädlingen mit dem Namen Thrips palmi bevölkert.

Gefährliche Winzlinge


Bei Thrips palmi handelt es sich um eine Insektenart aus der Gruppe der Fransenflügler. Der Thrips ist zwar sehr klein - rund ein bis zwei Millimeter lang - aber sehr mobil und kann leicht auf verschiedene Pflanzen überwandern. Falls er nach Österreich eingeschleppt würde, könnte er in Gewächshäusern schwere Schäden an Gemüse und Zierpflanzen verursachen. Bei der Nahrungsaufnahme richtet er Schäden durch die Übertragung gefährlicher Pflanzenvirosen an. Durch seine Saugtätigkeit an Blättern, Blüten und Früchten kommt es zu Verfärbungen und starken Deformationen bis hin zum Absterben der befallenen Pflanzen(teile). Außerdem ist dieser Schaderreger bereits unempfindlich gegen viele Pestizide geworden und somit kaum bekämpfbar. Thrips palmi gilt als Quarantäne-Schädling. Das heißt, sein Auftreten ist meldepflichtig, es müssen alle Maßnahmen ergriffen werden, die seine Einschleppung und Verbreitung verhindern.

Orchideen-Einfuhr nur mit Gesundheitszeugnis


Gegen eine geregelte Einfuhr von Orchideen ist nichts einzuwenden, da diese einer offiziellen "Gesundheitskontrolle" unterzogen werden und auch ein Pflanzengesundheitszeugnis aus dem Ursprungsland beim Zoll vorgelegt werden muss. Die administrative Abwicklung ist aber mit Kosten verbunden, die sich für Private ganz sicher nicht rechnen. Im Blumenhandel angebotene Ware ist kontrolliert und als Muttertagsgeschenk bestens geeignet. Nähere Auskünfte zu den geltenden gesetzlichen Bestimmungen erteilt der Amtliche Österreichische Pflanzenschutzdienst der AGES.

Rückfragehinweis:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Unternehmenskommunikation:
DI Oskar Wawschinek
Spargelfeldstraße 191, A-1226 Wien
Tel: 050 555-25000
E-Mail: oskar.wawschinek@ages.at
www.ages.at

Fachlich:
Dr. Andreas Kahrer
Tel: 050 555-333 21
E-Mail: andreas.kahrer@ages.at

Amtlicher Österreichischer Pflanzenschutzdienst:
Ing. Elisabeth Jägersberger
Tel: 050 555-333 01
E-Mail: elisabeth.jaegersberger@ages.at

Institut für Pflanzengesundheit:
Tel: 050 555-333 26
E-Mail: pflanzengesundheit@ages.at

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