AGES: Maisschädlinge im Vormarsch
Experten der AGES zeigen: Maiswurzelbohrer und Maiszünsler nehmen stark zu - Hohes Schadenspotenzial
(Wien, 28.7.2006, AGES) Maisschädlinge haben heuer Hochsaison. Laufende Monitoring-Untersuchungen der AGES, der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH., zeigen drastische Anstiege bei der Häufigkeit. "Wir haben um 300% mehr Maiswurzelbohrer gefangen als 2005", sagt Peter Cate, Experte am Institut für Pflanzengesundheit der AGES. "Auch beim Maiszünsler haben wir so viele Falter gefangen wie noch nie zuvor."
Dreimal mehr Maiswurzelbohrer als 2005
Die ersten Käfer wurden heuer am 13. Juli gefangen, etwa eine Woche später als im Vorjahr. Grund dafür ist die lang anhaltende Kälteperiode im Frühjahr. Dafür sind die gefangenen Käferzahlen in den am stärksten betroffenen Gebieten wieder um etwa 300% gestiegen. Das liegt im seit 2002 festgestellten Trend: Von Jahr zu Jahr steigt die Populationsdichte um das 3-fache an.
Die Kälteperiode im heurigen Frühjahr mit ihren Niederschlägen sowie der darauf folgende Temperaturanstieg haben für den Mais sehr gute Wachstumsbedingungen geschaffen. Dies ist auch einer der Gründe, weshalb heuer in Österreich bisher keine Schäden durch die Larven festgestellt werden konnten. Ein weiterer Grund ist die verpflichtende Bekämpfungsmaßnahme zum Saatzeitpunkt, wenn auf einem Acker Mais angebaut wird, auf dem auch im Vorjahr Mais stand. Diese Maßnahme entfällt bei Einhaltung der Fruchtfolge, da in diesem Fall keine Larven im Boden vorhanden sind.
Der starke Anstieg der Populationsdichte kann trotzdem zu Schäden führen, weil die Käfer an Fahnen, Narbenfäden und Körnern fressen, was starke Ertragseinbußen zur Folge haben kann. Die AGES verfolgt die Entwicklung mittels wöchentlicher Kontrollen in Gebieten mit hohen Populationsdichten - im Seewinkel und in nördlichen davon gelegenen Teilen des Bezirks Neusiedl am See.
Auch 2006 wird ein Monitoring mit Pheromonfallen vom Österreichischen Pflanzenschutzdienst durchgeführt. Insgesamt stehen über 500 Beobachtungsstellen in allen Bundesländern, die von den Beamten der Länder wöchentlich kontrolliert werden. In der AGES laufen die Daten zusammen und werden allen Bundesländern gesammelt zurück verschickt. Auf der Homepage der AGES steht eine geographische Karte allen Interessierten zur Verfügung. Dort gibt es auch eine Fülle von weiterführenden Informationen zum Schädling. Darüber hinaus ist bei der AGES auch eine DVD über den Maiswurzelbohrer mit anschaulichen Bildern zur Bedeutung des Eindringlings erhältlich.
Maiszünsler - der bedeutendste Maisschädling
Ein "alter" Schädling wird aber in diesem Jahr viel stärkere Schäden im Maisbau verursachen: der Maiszünsler. Der Flug dieses Falters wird ebenfalls von der AGES jährlich mittels so genannten Lichtfallen verfolgt. Dabei zeigt sich, dass die Zahlen der gefangenen Falter so hoch sind wie nie zuvor. Noch sieht der Landwirt die Schäden nicht, aber im Herbst werden viele Bestände einen hohen Anteil abgeknickter Stängel aufweisen. Dazu kommen angefressene Kolben mit einem hohen Befall durch den Pilz Fusarium. Schuld ist weniger der Klimawandel, der für den Maiszünsler bessere Bedingungen schaffen könnte, sondern vielmehr Landwirte, die die Stoppeln der vorjährigen Maisfelder nicht tief genug unterpflügen. Die sogenannte Minimalbodenbehandlung wird immer öfter eingesetzt und schafft exzellente Bedingungen für eine flächendeckende Vermehrung des Maiszünslers.
Rückfragehinweis:
AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
Unternehmenskommunikation:
DI Oskar Wawschinek
Spargelfeldstraße 191, A-1226 Wien
Tel: +43 (0)50 555-25000
E-Mail: oskar.wawschinek@ages.at
www.ages.at
Fachlich:
Dr. Peter Cate
Tel: +43 (0) 505 55-33320
E-Mail: peter.cate@ages.at
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Institut für Pflanzengesundheit
Tel: +43 (0) 505 55-33326
E-Mail: pflanzengesundheit@ages.at
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