AGES PharmMed: Vorsicht bei Potenzhilfen

Gefährliche Fälschungen bei Internet-Apotheken und auf dem Schwarzmarkt
 

(Wien, 28.3.2006, AGES) 170 gefälschte Arzneimittel wurden in den vergangenen fünf Jahren innerhalb der EU über illegale Vertriebskanäle angeboten. Dieser Handel läuft häufig über das Internet ab, gehandelt werden vor allem "Lifestyle-Medikamente", aber auch rezeptpflichtige und patentrechtlich geschützte Arzneimittel zur Behandlung von Erektionsproblemen wie z. B. Viagra. Die Sache hat allerdings einen Haken: Das, was unter Viagra angeboten wird, entpuppt sich meist als Fälschung, wie eine Studie der AGES PharmMed zeigt. Im behördlichen Arzneimittel-Kontrolllabor (OMCL, Official Medicines Control Laboratory) der AGES PharmMed wurden 17 verdächtige Proben von Viagra und ähnlichen Erektionshilfen aus Internet-Apotheken - vorwiegend aus Fernost, aber auch aus den USA und Europa - und Schwarzmarkt-Quellen analysiert. "Das Ergebnis war niederschmetternd", sagt Andreas Mayrhofer, Leiter der Abteilung pharmazeutisch-chemische Analysen: "Sämtliche Proben haben sich als Arzneimittelfälschungen erwiesen."

Verunreinigungen, falsche Dosierung, gefährliche Wirkstoffe


So fehlten bei allen Proben die Gebrauchsinformationen bzw. wenn vorhanden waren sie völlig unzureichend. Bei zwei Proben war der Wirkstoffgehalt zu niedrig, bei zwei Proben der Gehalt der Wirkstoffverunreinigungen zu hoch. "Besonders gefährlich waren zwei Proben, die einen nicht deklarierten Wirkstoff enthielten", sagt Mayrhofer. Angepriesen wurden die Präparate "Libidifit" und "Santi Bovine Penis Erecting Capsule" als chemie- und nebenwirkungsfreie, besonders wirksame Kräuterpotenzmittel. "Damit letztgenanntes Versprechen eingehalten werden kann, wurden diese Mittel aber mit hochwirksamen synthetischen Stoffen geboostet", sagt Mayrhofer. Im Fall des Nahrungsergänzungsmittels Libidifit mit einer nicht zugelassenen Abwandlung des Viagra-Wirkstoffes Sildenafil, von dem Wirkung, Nebenwirkung und das damit verbundene Risiko völlig unbekannt sind. Bei dem als traditionelles chinesisches Arzneimittel deklarierten Präparat Santi Bovine Penis Erecting Capsule sind hingegen pro Kapsel 31 Milligramm Sildenafil zugesetzt. "Mit der empfohlenen Dosierung von drei Kapseln pro Tag erreicht man daher, ohne es zu wissen, die Viagra-Höchstdosierung", so Mayrhofer: "Ich warne daher eindringlich vor diesen illegalen Potenzmitteln und generell von allen Arzneimitteln aus unkontrollierten Quellen."

AGES PharmMed stellt Qualität sicher


Die AGES PharmMed ist seit 1. Jänner 2006 zuständig für die gesetzliche Kontrolle des Arzneimittel- und Medizinproduktmarktes in Österreich. Diese Aufgabe umfasst die Arzneimittelzulassung, die laufende Überprüfung der Qualität von Arzneimitteln und Medizinprodukten, die Inspektion von Pharmafirmen, die Erfassung und Bewertung von Arzneimittelnebenwirkungen, die wissenschaftliche Beratung im Fachgebiet sowie die internationale Vertretung Österreichs in diversen pharmazeutischen Gremien.

Rückfragehinweis:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Unternehmenskommunikation:
DI Oskar Wawschinek
Spargelfeldstraße 191, A-1226 Wien
Tel: 050 555-25000
E-Mail: oskar.wawschinek@ages.at
www.ages.at


Fachlich:
Dr. Andreas Mayrhofer
Tel: 01/42707-733
E-Mail: andreas.mayrhofer@ages.at

Vorsicht bei Potenzhilfen
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