AGES informiert: Ein Pilz als Gefahr für Ziersträucher
Wetterlage begünstigt Wachstum einer Pilzart, die vor allem in Baumschulen beträchtliche Schäden hervorrufen kann
(Wien, 22.9.2006, AGES) Bei kühlerer Wetterlage sollten Berufs- und Hobbygärtner ihre Rhododendren oder Schneeball-Sträucher im Auge behalten: Mäßige Temperaturen und Niederschläge begünstigen die Entwicklung des Pilzes Phytophthora ramorum, warnen die Experten des Instituts für Pflanzengesundheit der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH. Dieser Erreger hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Problem in Baumschulen entwickelt. Während er in Europa hauptsächlich Rhododendron- und Schneeball-Arten befällt, hat der Pilz in den USA entlang der kalifornischen Küste zu einem massiven Eichensterben („sudden oak death“) geführt. Der Erreger kann vor allem in Baumschulen beträchtliche Schäden verursachen. Noch ist er in Österreich nicht nachgewiesen; in einigen Regionen Europas konnte er sich allerdings schon etablieren. Um eine Einschleppung zu verhindern, wird von der AGES jedes Jahr ein Überwachungsprogramm durchgeführt. Bei Verdacht auf Befall sollte umgehend der Amtliche Österreichische Pflanzenschutzdienst unter der Telefonnummer (direkt aus ganz Österreich ohne weitere Vorwahl) 050 555/33301 oder 33302 informiert werden.
Gefährliche Gehölzkrankheit
Bis heute sind in Nordamerika und Europa Pflanzen aus 30 verschiedenen Pflanzenfamilien als Wirtspflanzen für Phytophthora ramorum bekannt. In erster Linie zählen sie zu den Sträuchern und Bäumen, doch es sind auch krautige Pflanzen betroffen. Der Pilz stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Asien und wurde nach Europa und in die USA eingeschleppt, wo er insbesondere über infizierte Baumschulpflanzen verbreitet wurde.
Der Krankheitserreger ruft drei verschiedene Schadsymptome hervor: Blattflecken, Triebsterben und Kambiumnekrosen. Dabei handelt es sich um dunkle Verfärbungen der Rinde („Teerflecken“), aus denen häufig dunkel gefärbter Schleim austritt. Hebt man die Rinde ab, ist das darunter liegende Gewebe rotbraun bis schwarzbraun verfärbt. Die Blattflecken sind meist braun bis schwarz verfärbt und scharf vom gesunden Blattgewebe abgegrenzt. Beim Triebsterben verfärben sich die erkrankten Triebe zunächst dunkelbraun und werden dann schwarzbraun.
Um der Krankheit vorzubeugen, sollten mögliche Wirtspflanzen weder überkopf bewässert noch an staunassen Standorten gepflanzt werden. Auch Überdüngung, vor allem mit Stickstoff, wirkt sich befallsfördernd aus.
Rückfragehinweis:
AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
Unternehmenskommunikation:
DI Oskar Wawschinek
Tel: 050 555-25000
E-Mail: oskar.wawschinek@ages.at
www.ages.at
Fachlich:
Mag. Astrid Plenk
Tel: 050 555-33331
Institut für Pflanzengesundheit
Tel: 050 555-33326
E-Mail: pflanzengesundheit@ages.at
Oskar Wawschinek
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