AGES: Wenig Gefahr durch Halmbruchkrankheit
Trotz günstiger Bedingungen sind heuer mehrheitlich keine Bekämpfungsmaßnahmen notwendig
(Wien, 22.6.2006, AGES) Trotz des feuchten und kalten Frühjahrs müssen Landwirte heuer die Halmbruchkrankheit nicht fürchten. Wie Untersuchungen der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, zeigen, muss gegen diese Getreidekrankheit mehrheitlich keine Bekämpfungsempfehlung gegeben werden. So lagen in Oberösterreich 79 Prozent der beprobten Flächen unter dem Schwellenwert für eine Bekämpfungsmaßnahme, in Niederösterreich 74 Prozent, im Burgenland 87 Prozent und in der Steiermark 67 Prozent. Aus den vorliegenden Ergebnissen kann für die beprobten Gebiete ein geringes Auftreten der Halmbruchkrankheit erwartet werden.
Ein allgegenwärtiger Pilz
Die Halmbruchkrankheit, verursacht durch den Pilz Pseudocercosporella herpotrichoides, kann jede Getreideart, insbesondere Weizen und Triticale befallen und kommt in Österreich in allen Getreideanbaugebieten bei einseitigen Getreidefruchtfolgen vor allem bei feuchtkühler Frühjahreswitterung vor. Darüber hinaus müssen auch genügend infektionsfähige Strukturen des Erregers vorliegen. Erste Symptome sind schon an jungen Pflanzen in Form von unspezifischen, fleckenartigen Verbräunungen auf den äußeren Blattscheiden sichtbar. Nach dem Schossen, bei spätem Infektionsverlauf nach dem Ährenschieben, entwickeln sich auf den unteren Internodien des Halms typische ovale, hellbraune, häufig dunkel umrandete Augenflecke (Medaillonflecke). An diesen Stellen durchwuchert und zerstört der Pilz das Halmgewebe, der Halm vermorscht, verliert seine Festigkeit und schließlich kommt es zur Lagerung des Getreides. Falls keine äußeren Kräfte (Wind, Regen) einwirken, liegen die Pflanzen kreuz und quer. Bei weniger starkem Befall kann es durch die frühzeitige Unterbrechung des Nährstoff-Flusses zu Notreife und Ausbildung von Kümmerkörnern bzw. tauben Ähren (Weißährigkeit) kommen. Blätter, Ähren und Wurzeln werden nicht befallen. Unter österreichischen Verhältnissen sind die Symptome an den Blattscheiden vor allem bei Frühjahresinfektion nicht immer einwandfrei erkennbar. Die Diagnose wird mittels Labormethoden abgesichert.
AGES-Warndienst
Je nach Witterungslage werden vom Institut für Pflanzengesundheit der AGES im Rahmen eines Prognose- und Warndienstes für diese Getreidekrankheit von Mitte April bis ca. Mitte Mai Proben aus den österreichischen Getreideanbaugebieten gemeinsam mit Mitarbeitern von Landwirtschaftskammern und Beratungskräften visuell auf Befall bonitiert. Zur Absicherung der ermittelten Werte werden im Institut für Pflanzengesundheit serologische Labormethoden angewendet.
Rückfragehinweis:
AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
Unternehmenskommunikation:
DI Oskar Wawschinek
Spargelfeldstraße 191, A-1226 Wien
Tel: 050 555-25000
E-Mail: oskar.wawschinek@ages.at
www.ages.at
Fachlich:
Ing. Martin Plank
Tel: 050 555-33335
E-Mail: martin.plank@ages.at
Institut für Pflanzengesundheit:
Tel: 050 555-33326
E-Mail: pflanzengesundheit@ages.at
Oskar Wawschinek
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien
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