AGES trainiert "Krankheitsdetektive"

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH ist Gastgeber für Europäisches Trainingsprogramm für Interventions-Epidemiologie

(Wien, 15.12.2006, AGES) Infektionskrankheiten sind immer noch alltäglich. Pest und Cholera haben zwar ihre Schrecken verloren, setzt man statt ihnen Vogelgrippe oder SARS ein, sind auch die Ängste wieder da. Weltweit werden daher Anstrengungen unternommen, Ausbrüche derartiger Krankheiten möglichst schnell abzuklären. In Europa wurde 1995 ein Programm (EPIET - European Programme for Intervention Epidemiology Training) gestartet, das sich das Ziel setzt, Experten für die Aufklärung von Epidemien heranzubilden. Finanziert wird EPIET von der Europäischen Kommission und dem Europäischen Zentrum für Seuchenbekämpfung (ECDC). 22 Mitglieder des diesjährigen Trainingsprogramms werden heuer erstmals auch an der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, als "Krankheitsdetektive" geschult.

Untersuchung an Ort und Stelle

Die Ursachen für den Ausbruch einer Infektionskrankheit zu finden, ist nicht einfach. Dazu bedarf es einerseits eines fundierten Hintergrundwissens. "Andererseits kann die Ausbruchsabklärung nicht vom Schreibtisch aus geschehen. Dazu müssen die Experten an Ort und Stelle ihre Untersuchungen starten", sagt Arnold Bosman vom ECDC, wissenschaftlicher Koordinator des Programms. Viele Fragen sind zu klären: Wie viele Patienten sind erkrankt, waren es mehr Erkrankungen als gewöhnlich, wo liegen die Gemeinsamkeiten bei den Patienten etc. Daraus entwickeln die Experten eine Hypothese, was die wahrscheinlichste Ursache für den Ausbruch war. Die Überprüfung dieser Hypothese erfordert viel Know-How, vor allem aber auch internationale Zusammenarbeit. So waren es Krankheitsdetektive des EPIET, die im März dieses Jahres klären konnten, wie sich sieben Personen in Aserbaidschan mit dem H5N1-Virus infiziert hatten (vier Personen waren daran gestorben).

Intensive Ausbildung

"Der Vorteil dieser Ausbildung liegt darin, dass sich ein europäisches Netzwerk von Infektionsepidemiologen herausbildet, die im Notfall schnell handeln können", sagt Bosman. 113 Human- und Veterinärmediziner, Biologen und Vertreter des öffentlichen Gesundheitswesens haben bisher das zweijährige Programm an insgesamt 24 europäischen Trainingseinrichtungen absolviert. Ein Auslandsaufenthalt ist dabei obligatorisch. "Wir brauchen aber noch viel mehr Experten", so Bosman. "Es wäre daher sehr wichtig, dass die verantwortlichen Stellen in den Mitgliedstaaten ihre Leute in dieses Ausbildungsprogramm schicken."

Nähere Information zum Programm unter www.epiet.org


Rückfragehinweis:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH


Unternehmenskommunikation:
DI Oskar Wawschinek
Tel: 050 555-25000
E-Mail: oskar.wawschinek@ages.at
www.ages.at

Fachlich:
Univ.-Prof. Dr. Franz Allerberger
Tel: 050 555-35500
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