Heuer besonders viele Blattläuse
Feucht-kühle Witterung hat Entwicklung begünstigt / Hobbygärtner sollten auch auf die natürlichen Gegenspieler wie z. B. Marienkäfer setzen
(Wien, 14.6.2006, AGES) Es gibt sie geflügelt und ungeflügelt, in den verschiedensten Größen und Farben. Man findet sie auf praktisch allen Pflanzen, egal ob auf Kräutern, Sträuchern, Bäumen oder sogar Wasserpflanzen. Sie suchen sich ihr Ziel selbst oder werden durch den Wind dahin verfrachtet. Heuer findet man sogar sehr viele davon, denn die bisherige anhaltend feucht-kühle Witterung hat ihre Entwicklung regional stark begünstigt: Die Rede ist von den Blattläusen.
800 Arten allein in Mitteleuropa
Die Vielfalt an Blattläusen ist riesig. Allein in Mitteleuropa gibt es über 800 Arten. Durch ihre Saugtätigkeit, bevorzugt an jüngeren Pflanzenteilen wie z. B. Triebspitzen, schädigen sie die Pflanzen. Dabei scheiden sie zuckerhältige Honigtau-Tröpfchen aus, die man gut als glänzenden Überzug auf befallenen Pflanzen erkennen kann. Auf diesem Honigtau siedeln sich in weiterer Folge so genannte Schwärzepilze an, die zu starken Qualitätseinbußen an Gemüse und Zierpflanzen führen. Als wäre das nicht genug, führt das Saugen der Läuse zu Verkrüppelungen und Wuchsbeeinträchtigungen an der Pflanze. Außerdem können auch für die Pflanze gefährliche Viruserkrankungen (Pflanzenvirosen) übertragen werden. Allerdings kann nicht jede Blattlausart auch jede Pflanze als Wirtspflanze nützen. Hier muss man zwischen Arten unterscheiden, die nur spezifisch auf einer oder wenigen Pflanzenarten vorkommen, wie z. B. die Oleanderblattlaus, oder Arten, die ein weites Spektrum an Wirtspflanzen haben, wie z. B. die Grüne Pfirsichblattlaus.
Professionelle Hilfe aus der Natur
Während für den Erwerbslandwirt oder -gärtner die professionelle Blattlausbekämpfung zum Teil unerlässlich ist, kann der Hobbygärtner auch andere Möglichkeiten nützen.
Bei einem Blattlausbefall an nur wenigen Pflanzenteilen ist es oft sinnvoller und kostengünstiger, sich mit dem Ausschneiden dieser Pflanzenteile zu behelfen. Bei stärkerem Befall besteht die Möglichkeit, anwendungsfertige Pflanzenschutzmittel auf Basis von z. B. Pflanzenölen, Kaliseifen oder ähnlichem einzusetzen. Damit können auch die vorhandenen natürlichen Blattlaus-Gegenspieler wie Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen oder auch Blattlausschlupfwespen, geschont werden.
Diese treten mit einer geringen zeitlichen Verzögerung nach dem Aufbau der Blattlauspopulationen auf und können in wenigen Tagen die Blattläuse vertilgen oder parasitieren. Der Vorteil dieser natürlichen Gegenspieler: Sie spüren die Blattläuse auch an Pflanzenteilen auf, zu denen Pflanzenschutzmittel oft nicht vordringen.
Daher sollte man vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln genau prüfen, ob nicht eventuell schon Nützlinge vorhanden sind, die die Aufgabe als Pflanzenschützer vor Ort übernehmen können.
Rückfragehinweis:
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Fachlich:
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