AGES: Aktueller Stand zur Feuerbrandsituation in Österreich

(Wien, 13.9.2006, AGES) Viele Obstbauern können aufatmen: Kühle Witterung zur Hauptblüte der wichtigsten Wirtspflanzen und die konsequente Beobachtung und Bekämpfung bedingten insgesamt ein relativ ruhiges Feuerbrandjahr. Endgültige Daten werden allerdings erst nach dem Ende der Vegetationszeit Anfang Dezember vorliegen, betonen die Experten des Instituts für Pflanzengesundheit der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH. . Als Koordinationsstelle nimmt die AGES seit 2003 eine entscheidende Rolle bei allen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Feuerbrand ein, z. B. durch den Nachweis des Erregers im Labor oder mit Forschungsprojekten, die kurz- und mittelfristig alternative Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Feuerbrand bieten können. Feuerbrand ist eine hochinfektiöse, nur schwer zu bekämpfende Quarantäne-Krankheit verschiedener Obst- und Ziergehölze, die Anfang der 90-er Jahre erstmals in Österreich aufgetreten ist. Besonders gefährdet sind Apfel-, Birnen- und Quittenbäume, aber auch verschiedene Ziergehölze wie Zwergmispel, Eberesche, Feuerdorn, Weißdorn, Mispel oder Zierquitte. Der Erreger, das Bakterium Erwinia amylovora, kann etwa einen jungen Birnbaum innerhalb von zwei bis drei Wochen zum Absterben bringen.

Situation nach Bundesländern


In Niederösterreich wurden Feuerbrandfälle bisher aus 14 Gemeinden gemeldet. Am schlimmsten betroffen waren Amstetten, Melk und Mistelbach. Stärkerer Feuerbrandbefall wurde dort beobachtet, wo Krankheitsherde im Vorjahr übersehen bzw. nicht gemeldet wurden.

In Vorarlberg war die Situation heuer vergleichsweise ruhig, obwohl im Mai die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion hoch war. In einzelnen Ortschaften brach die Krankheit im Streuobstbau verstärkt aus. So mussten etwa im Raum Feldkirch bereits im Juni 200 Obstbäume gerodet werden.

Auch in Oberösterreich ist die Situation entspannt. Die ersten Feuerbandfälle traten durch Blüteninfektionen auf, besonders betroffen war wieder die Speckbirne. Die Krankheit trat heuer eher punktuell in einzelnen Dörfern auf, die meisten Fälle wurden im Innviertel registriert. Schlecht sanierte Fälle aus dem Vorjahr werden als Infektionsquelle vermutet.

Aus Wien wurde trotz möglicher Infektionsbedingungen im Frühjahr bisher nur ein einzelner Feuerbrandfall an Weißdorn festgestellt.

In Tirol trat die Krankheit vereinzelt stärker auf als im Vorjahr. Dennoch kann man von einem mäßigen Feuerbrandauftreten sprechen. Der Befall in Streuobstanlagen entspricht dem Durchschnitt der letzten Jahre. In einer Apfelanlage kam es zu Infektionen in der Nachblüte. Die Anlage wurde gerodet und das Schnittgut verbrannt, um eine Ausbreitung zu verhindern.

In Kärnten wurden 24 Feuerbrand-Routinekontrollen durchgeführt, die Krankheit ist bisher nicht aufgetreten.

In Salzburg hat das kühle Wetter Blüteninfektionen großteils verhindert. Erste Feuerbrandfälle gab es erst im Sommer. Sechs positive Fälle wurden aus dem Streuobstbereich an Birnen gemeldet, darunter in einer Gemeinde, die in den vergangenen Jahren noch nicht betroffen gewesen war.

In der Steiermark ist die Stimmung unter Obstbauern optimistisch. Keine einzige Erwerbsobstanlage wurde befallen. Seit dem Katastrophenjahr 2003 sinkt die Zahl der Feuerbrandfälle kontinuierlich. Von 47 Verdachtsfällen wurden im Labor nur drei Proben (Birne, Sorbus und Cotoneaster) als Feuerbrand bestätigt. Sie stammten aus Hausgärten.

Im Burgenland gibt es trotz günstiger Feuerbrand-Bedingungen zur Kernobstblüte weniger Feuerbrandfälle als in den ebenfalls ruhigen vergangenen Jahren. Im Südburgenland, wo es bisher keine Feuerbrandfälle gab, wurde allerdings im Mai eine einzelne positive Pflanze (Cotoneaster) gefunden. Mit Feuerbrand infizierte Obst- und Zierpflanzen aus dem Nordburgenland stammten alle aus dem Gartenbereich, Erwerbsobst war nicht betroffen.


Rückfragehinweis:


AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

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E-Mail: oskar.wawschinek@ages.at
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Fachlich:
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Tel: 050 555-33342
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Institut für Pflanzengesundheit
Tel: 050 555-33326
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