Die AGES ist die führende Kraft für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz in Österreich

banner Dr. Bernard Url Pressekonferenz

In einer Pressekonferenz am 12. September 2006 zum Thema "Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz in Österreich" präsentierten Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat und AGES-Geschäftsführer Dr. Bernard Url Maßnahmen, durch die die Lebensmittelsicherheit in den vergangenen Jahren weiter verbessert wurde.

(Wien, 12.9.2006, AGES) Mit der Zusammenlegung von ehemals 18 von einander unabhängigen Bundesanstalten unter dem gemeinsamen Dach der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, wurde vor vier Jahren ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit und des Gesundheitsschutzes für die Österreicherinnen und Österreicher gesetzt. Durch das Zusammenwirken der sechs strategischen Fachbereiche - Landwirtschaft, Lebensmittel, Veterinärmedizin, Humanmedizin, PharmMed und Kompetenzzentren - ist es möglich geworden, bestehende und mögliche Risken in den Bereichen Gesundheit, Ernährungssicherheit und Verbraucherschutz schneller als früher zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu setzen. "Mit der Gründung der AGES wurde bereits im Jahr 2002 ein europäisches Vorbild für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz geschaffen", betont Geschäftsführer Dr. Bernhard Url. "Mit der Erweiterung unserer Agenden um den gesamten Komplex der Arzneimittelzulassung mit Beginn 2006 sind wir in der Tat eine einzigartige Expertenorganisation im Dienst des umfassenden Gesundheitsschutzes für Mensch, Tier und Pflanze geworden."

Vernetzung funktioniert


Wie positiv sich das nunmehrige Zusammenspiel von früher getrennten Einrichtungen im Bereich der Ernährungssicherheit auswirkt, lässt sich gut am Beispiel Salmonellen zeigen. Salmonelleninfektionen sind nach wie vor Nummer eins bei lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen in Österreich. Allerdings ist die Zahl der bestätigten Salmonelleninfektionen beim Menschen in den vergangenen drei Jahren um gut ein Drittel gesunken. Wurden im Jahr 2003 noch 8271 Fälle verzeichnet, so betrug dieser Wert im Vorjahr 5615. Mitverantwortlich für diese positive Entwicklung sind die Ausbruchsabklärungen durch das Kompetenzzentrum Infektionsepidemiologie oder die Nationale Referenzzentrale für Salmonellen der AGES.

Die Untersuchung auf das Vorhandensein von Salmonellen in Geflügelfleisch gehört zum Standardverfahren an den AGES-Instituten für Lebensmitteluntersuchung. Werden Salmonellen gefunden, erfolgt die genaue Bestimmung, um welchen Salmonellentyp es sich handelt, an der nationalen Referenzzentrale am AGES-Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene in Graz. Die gewonnen Daten wiederum können durch das AGES-Kompetenzzentrum Infektionsepidemiologie mit gemeldeten Ausbrüchen dieser Krankheit verglichen werden.

Die positiven Effekte der Vernetzung strategischer Bereiche innerhalb der AGES haben sich auch beim Auftreten der Vogelgrippe in Österreich im ersten Halbjahr 2006 gezeigt. Durch ständigen Austausch der strategischen Fachbereiche Veterinärmedizin und Humanmedizin konnte eine schnelle und effektive Risikokommunikation gewährleistet werden, die wesentlich dazu beitrug, dass diese Krise auch im europäischen Vergleich höchst professionell bewältigt wurde.

Die starke Vernetzung innerhalb der AGES ermöglicht es auch, Ressourcen da zu bündeln, wo sie benötigt werden. So wurden seit der Gründung der AGES die Pflanzenschutzmittelverkehrskontrollen vervielfacht und die Zahl der untersuchten Proben wie auch die Zahl der untersuchten Pestizid-Wirkstoffe nahezu verdoppelt. Bei den Kontrollen im Jahr 2005 wurden insgesamt 78 Tonnen Pflanzenschutzmittel vorläufig beschlagnahmt. Die Zahl der Betriebskontrollen wurde in den vergangenen Jahren stark erhöht: Wurde 2004 bereits jeder vierte Inverkehrbringer kontrolliert (241 Betriebsinspektionen mit 235 Beanstandungen), wird inzwischen das Ziel gesetzt, etwa jedes zweite Unternehmen per Jahr zu kontrollieren (2005: 439 Betriebsinspektionen mit 848 Beanstandungen). Innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren werden somit alle Betriebe kontrolliert. Die Kontrollen des Bundesamts für Ernährungssicherheit (BAES) werden streng und zuverlässig auf der Grundlage eines risikobasierten Probenplanes durchgeführt.

Risikobasierte integrierte Kontrollpläne


Gemäß der Verordnung (EG) Nr. 882/2004 sind alle EU-Mitgliedstaaten ab 1. Jänner 2007 verpflichtet, die Kontrolle in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Tierschutz, Tiergesundheit und Futtermittelsicherheit im Rahmen von risikobasierten integrierten Kontrollplänen durchzuführen.

Im Prinzip bedeutet das, dass der Schwerpunkt der Kontrollen von der Endproduktkontrolle dahin verlagert wird, wo Risken tatsächlich auftreten. Dadurch wird die Zahl der Lebensmittelkontrollen bei den Endprodukten zwar zurückgehen, dieser Rückgang wird aber durch die vermehrte Zahl von Kontrollen im gesamten Produktionsprozess wettgemacht. Oberstes Ziel bleibt, den bestmöglichen Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier zu erreichen.

Der Grundgedanke an risikobasierten integrierten Kontrollplänen besteht darin, mögliche auftretende Gefahren so früh wie möglich zu erkennen und zu minimieren. Dementsprechend werden die Kontrollen dort durchgeführt, wo das höchste Risiko besteht, dass Gefahren für Menschen, Tiere oder Lebensmittel auftreten. Dieser Ansatz, dem sich die AGES seit ihrer Gründung verpflichtet fühlt und der nun auch europaweit durchgesetzt wird, trägt dazu bei, dass Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz in Österreich weiter gestärkt werden.

Rückfragehinweis:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Unternehmenskommunikation:
DI Oskar Wawschinek
Tel: 050 555-25000
E-Mail: oskar.wawschinek@ages.at
www.ages.at

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