AGES: Was tun bei Noroviren-Ausbruch?

Verhindern, Erkennen, Beherrschen

In Krankenhäusern, Pflegestationen und ähnlichen Gemeinschaftseinrichtungen ist es daher von besonderer Bedeutung, Ausbrüche zu verhindern bzw. zumindest rasch zu erkennen und eine weitere Infektionsausbreitung zu verhindern. Die AGES hat daher in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen und internationalen Experten die Leitlinie "Vorgehen bei Gastroenteritis-Ausbrüchen durch Norovirus" erstellt. Das Handbuch erläutert Maßnahmen zur Verhinderung und Eindämmung. Diese Maßnahmen können im Anlassfall auch für andere Gemeinschaftseinrichtungen wie z. B. Seniorenresidenzen oder Kinderheime angewendet werden. "Ein Ziel dieser Leitlinie war es auch, die verschiedenen lokalen Maßnahmenempfehlungen österreichweit zu harmonisieren", sagt Allerberger.

Häufung in Wintermonaten


Noroviren sind weltweit verbreitet und verursachen sowohl sporadische Infektionen als auch regelrechte Ausbrüche. Infektionen können das ganze Jahr über auftreten, wobei in den Wintermonaten eine Häufung zu beobachten ist. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre wurde in Ländern mit Überwachungsmaßnahmen (Europa und Nordamerika) eine Zunahme der Ausbrüche beobachtet.

Noroviren wurden erstmals 1972 nachgewiesen. Erst seit wenigen Jahren erlauben neue Labortechniken den verlässlichen Nachweis dieser Viren. Die österreichische Referenzzentrale für Norovirus befindet sich am AGES-Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene Graz.

Das Risiko einer Infektion mit Noroviren ist hoch. Zum einen reichen bereits zehn bis hundert Viruspartikel für eine Infektion, zum anderen sind Noroviren sehr stabil gegenüber verschiedenen Umwelteinflüssen. Haupt-Erreger-Reservoir ist der Mensch, die Erreger werden über den Stuhl oder Erbrochenes ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt sowohl direkt von Mensch zu Mensch als auch indirekt über kontaminierte Gegenstände, Oberflächen, Lebensmittel oder Wasser. Die Erkrankung beginnt meist mit heftigem Erbrechen und Durchfall. Weitere Symptome können Bauch-, Kopf- und Muskelschmerzen und erhöhte Körpertemperatur sein. Die klinischen Symptome dauern zwölf bis 60 Stunden. Todesfälle durch Dehydrierung sind bekannt, aber sehr selten und beschränken sich auf bestimmte Risikogruppen (ältere oder immungeschwächte Personen).

Die kostenlose Leitlinie "Vorgehen bei Gastroenteritis-Ausbrüchen durch Norovirus" kann bei der AGES bestellt werden: Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene Wien, Währinger Straße 25a, 1096 Wien, Tel.: 050 555-37100.





Rückfragehinweis:


AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Unternehmenskommunikation:
DI Oskar Wawschinek
Tel: 050 555-25000
E-Mail: oskar.wawschinek@ages.at
www.ages.at

Fachlich:
Univ.-Prof. Franz Allerberger
Tel: 050 555-35500
E-Mail: franz.allerberger@ages.at

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