Leben mit Risiken


AGES veranstaltet Symposium über die Herausforderungen moderner Risikobewertung und modernen Risikomanagements


(Wien, 13.10.2005, AGES) Lebensmittel waren noch nie so sicher wie heute. Dennoch ist das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Lebensmittelsicherheit geringer geworden - nicht zuletzt wegen der großen Lebensmittelkrisen Ende des vorigen Jahrhunderts, z. B. BSE. Diese Krisen haben die Verwundbarkeit der Lebensmittelversorgungskette aufgezeigt. Die Erfassung, Bewertung und das Management möglicher Risiken war daher auch Thema eines hochkarätig besetzten Symposiums der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, in Wien. Ziel war, den momentanen Stand der Risikobewertung entlang der Lebensmittelkette zu hinterfragen und Handlungs- und Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Lebensmittelkrisen brachten neuen Rechtsrahmen


In der europäischen Union wurden mit der Basisverordnung 178/2002 die Ansätze der Risikoanalyse, der prozessorientierten Überwachung der gesamten Lebensmittelkette ("vom Feld bis zum Teller") und das Vorsorgeprinzip als Grundelemente der Risikomanagement-Praxis etabliert. Gemeinsam mit weiteren Gemeinschaftsregelungen wurde somit ein neuer Rechtsrahmen für die Lebensmittelsicherheit geschaffen. "Durch präventives Risikomanagement wie Grenzwert- und Standardsetzung, vor allem aber Überwachungs- und Monitoringprogramme, die eine Identifizierung von Lebensmittel- und Futtermittelrisiken bezwecken, soll das reaktive Risikomanagement wie Rückrufaktionen oder Importbeschränkungen tendenziell in den Hintergrund treten", sagte der Verteter des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen, Alexander Zilberszac.

Ganzheitliche Sicht der Lebensmittelkette


"Das wirklich Neue ist die wissenschaftliche Risikobewertung, die der Sicherheitsbewertung explizit vorgelagert wird", sagte Burckhard Viell vom deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin. Diese Risikobewertung ist ein wissenschaftlich basierter Vorgang und basiert auf den vier Stufen Gefahrenidentifizierung, Gefahrencharakterisierung, Expositionsabschätzung und Risikocharakterisierung. "Wichtig ist eine gesamtheitliche Sicht der Produktionskette und der innerhalb dieser Kette auftretenden Gefahren", sagt Roland Grossgut, Bereichsleiter Risikobewertung der AGES: "Das bedeutet, dass sämtliche Produktionsprozesse in der gesamten Lebensmittelkette betrachtet werden und an den optimalen und kontrollierbaren Einzelprozessen geeignete Maßnahmen gesetzt werden." Diese ganzheitliche Sicht spiegelt sich in der Organisation der AGES in fünf Bereiche (Landwirtschaft, Lebensmittel, Veterinärmedizin, Humanmedizin, Kompetenzzentren), mit der die gesamte Lebensmittelkette abgedeckt wird. Dadurch können Risiken Zeit und Ressourcen sparend bewertet und kommuniziert werden.

AGES setzt verstärkt auf Fort- und Weiterbildung


Veranstalter des Symposiums war die kürzlich gegründete AGES-Akademie. Das Angebot der Akademie reicht von intensiven seminarartigen Fortbildungskursen in Kleingruppen bis hin zu größeren Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen mit über 100 Teilnehmern. Das Programm für das Wintersemester 05/06 liegt sowohl im Internet unter www.ages.at im Bereich Service als auch als Folder vor (zu bestellen über AGES-Akademie, akademie@ages.at bzw. Telefon 050555-25201).

Rückfragehinweis:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Fachlich:
Dr. Friedrich Polesny
Tel: +43 (0)50 555-33000
E-Mail: friedrich.polesny@ages.at
www.ages.at

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