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AGES: Anschuldigung zur mangelhaften Pestizidkontrolle in


 

(Wien, 13.10.2005, AGES) Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, AGES, weist die Anschuldigungen von Werner Lampert, wonach die AGES Interessen der Konsumenten "mit Füßen trete", auf das Schärfste zurück. Lampert hatte in der "Zeit im Bild 2" des ORF vom 11. Oktober behauptet, dass "viele Pestizide einfach nicht untersucht und deshalb nicht gefunden werden können" und als Beispiel das Pflanzenschutzmittel Iprodion zitiert.
Zur Richtigstellung der Anfrage des ORF und den speziellen Vorwürfen von Herrn Lampert teilt die AGES mit:

Pflanzenschutzmittel, die Iprodion als Wirkstoff enthalten, sind in Österreich und in der EU zugelassen. Der derzeitige Einsatz dieser Produkte in Österreich ist (abgeleitet von der Statistik der in Verkehr gesetzten Wirkstoffmengen) relativ gering, nämlich 0,26% der Gesamtmenge an Wirkstoffen, welche z.B. 2004 insgesamt ausgebracht wurden. Iprodion ist ein Kontaktfungizid und kein systemisches. Das heißt, es wird nicht über den Saftstrom in der Pflanze in die Früchte verteilt, sondern es haftet auf der Oberfläche und dringt kaum in die Pflanze ein. Entgegen der Behauptungen in Lamperts Buch kann ein Waschen z.B. von Weintrauben daher sehr wohl sinnvoll sein, um etwaige Rückstände zu minimieren. Aus Sicht der Toxizität (Giftigkeit) gibt es nach Meinung von Experten kein nennenswertes Problem: Iprodion wurde in die Kategorie 3 eingestuft. International wurde die Substanz als "not relevant for riskassessment in humans" eingestuft, was bedeutet, dass kein höherer Sicherheitsfaktor als üblich anzuwenden ist.

In den Jahren 2002 bis September 2005 wurden in der AGES 6261 Proben auf Pestizide untersucht. Iprodion war immer im Untersuchungsumfang enthalten. In diesen Proben wurden 258 Iprodion-Werte über der Bestimmungsgrenze gefunden, wobei jedoch in nur 3 Proben der Höchstwert überschritten wurde. Dabei handelte es sich einmal um Blattspinat und zweimal um Kopfsalat. Erdbeeren, wie im ORF-Bericht suggeriert, waren unbelastet. Zwischen 2002 und September 2005 wurde bei 351 geprobten Trauben keine einzige Höchstwertüberschreitung festgestellt.

Hinsichtlich der Anzahl der untersuchten Produkte ist es erforderlich nicht eine möglichst hohe Zahl, sondern die rund 100 wichtigsten Pestizide nachzuweisen. Darüber hinaus untersucht die AGES zusätzlich noch 155 Wirkstoffe, insgesamt also 255. Dabei werden in der AGES validierte Methoden angewandt. Die Erhöhung der Zahl der untersuchten Pestizide erhöht nicht automatisch die Lebensmittelsicherheit. Die AGES ist internationaler Netzwerkpartner und Mitglied einer internationalen Online-Pestizid-Datenbank. Dorthin melden alle Teilnehmer das untersuchte Produkt, den Rückstand und die gefundene Konzentration. So kann regelmäßig verglichen werden, ob sich diese 100 häufigsten Rückstände ändern und so können die Teilnehmer ihre Untersuchungsprogramme immer wieder anpassen. Das laufende EU-Monitoring umfasst etwa 60 Rückstände. Grundsätzlich ist auch festzuhalten, dass - anders als von Lampert behauptet - alle Iprodion-Grenzwerte in den USA, außer bei Knoblauch und Zwiebel, höher sind als in der EU.

Die AGES begrüßt die im ORF-Beitrag geäußerte Meinung, wenn der Konsument seine Lebensmittel kritisch aussucht, der Kennzeichnung seine verstärkte Aufmerksamkeit schenkt und österreichischen Qualitätsprodukten aus oben erwähnten Gründen den Vorzug gibt.


Rückfragehinweis:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
BAES - Bundesamt für Ernährungssicherheit

Unternehmenskommunikation:
DI Oskar Wawschinek
Spargelfeldstraße 191, A-1226 Wien
Tel: +43 (0)50 555-25000
E-Mail: oskar.wawschinek@ages.at
www.ages.at

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