AGES-Newsletter 08/11 - 19.08.2011
"Leitlinie Schulbuffet"
Zahlreiche Kinder und Jugendliche sind übergewichtig, bei einigen ist auch die Nährstoffversorgung nicht optimal. Ein Drittel frühstückt nicht, die Hälfte bekommt keine Jause in die Schule mit. Fehl- und Mangelernährung sind wiederum mögliche Ursachen von Konzentrationsproblemen, Müdigkeit und Leistungsschwächen in der Schule ebenso wie in der Freizeit.
Die "Leitlinie Schulbuffet", die am 17.08.2011 von Gesundheitsminister Alois Stöger präsentiert wurde, verfolgt das Ziel, das Angebot an Schulbuffets bzw. an den Getränke- und Snackautomaten zu optimieren: Die schulische Pausen- und Mittagsverpflegung soll Schülerinnen und Schülern, aber auch Lehrerinnen und Lehrern bzw. dem sonstigen Schulpersonal ein attraktives Speisen- und Getränkeangebot bereitstellen, das sich an ernährungswissenschaftlichen Empfehlungen orientiert, die physiologischen Bedürfnisse deckt sowie ein gesundheitsförderliches Ernährungsverhalten unterstützt.
Mindeststandard für Schulbuffets
Die Leitlinie richtet sich an BetreiberInnen von Schulbuffets. Sie wurde in Zusammenarbeit mit relevanten Institutionen aus dem Bereich Ernährung (u. a. Institut für Ernährungswissenschaften, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, AGES) entwickelt und stellt - aufgeschlüsselt nach Lebensmittelgruppen - einen Mindeststandard für Schulbuffets dar. Ein bedarfsgerechtes Angebot nimmt neben ernährungsphysiologischen und lebensmittelsicherheitsrelevanten Kriterien auch auf Frische, Vielfalt und ökologische Aspekte (wie Saisonalität und Regionalität) sowie auf die Vorlieben der Kinder und Jugendlichen Rücksicht. Gesundheitsförderliche Angebote sollen in allen Bereichen des Schulbuffets (z. B. Vitrine, Kühlschrank) sehr gut sichtbar präsentiert und mit entsprechenden absatzfördernden Maßnahmen (z. B. Preisgestaltung, Plakate, Flyer) begleitet werden.
In den kommenden zweieinhalb Jahren werden die Leitlinien in Form eines Projekts mit interessierten Betreiberinnen und Betreibern umgesetzt. Das Gesundheitsministerium wird alle, die ihr Angebot verbessern und gesünder gestalten wollen, unterstützen.
European Food Framework
Das European Food Framework ist ein europaweites Projekt der British Nutrition Foundation zur Verbesserung von Wissen und Fähigkeiten von jungen Menschen in den Bereichen „Ernährung“, „aktiver Lebensstil“ und „Energiebilanz“. Dabei sollen vor allem die unterschiedlichen Bedürfnisse in den verschiedenen Altersklassen Berücksichtigung finden.
Die Umsetzung des Programms ist in fünf europäischen Ländern geplant. Das österreichische Pilotprojekt wird in Kooperation zwischen dem AGES Zentrum Ernährung & Prävention, der ÖGE, der GIVE Servicestelle und SIPCAN umgesetzt.
Hier dürfen Kinder und Jugendliche zu Wort kommen - Europaweite Umfrage
Um optimal auf die Interessen von Kindern und Jugendlichen eingehen zu können, wird unter anderem eine europaweite Umfrage für Kinder und Jungendliche im Alter zwischen 5 und 16 Jahren durchgeführt. Dabei soll festgestellt werden, was diese über die Themen Ernährung und Lebensstil wissen und was sie darüber hinaus zu diesen Themen erfahren möchten. Damit auch die österreichischen Kinder zu Wort kommen, würden wir uns freuen, wenn Sie Ihre Kinder zur Teilnahme an der Umfrage ermutigen.
Umfrage für 5- bis 7-Jährige: www.surveymonkey.com/s/eff_altersstufeI
Umfrage für 8- bis 10-Jährige: www.surveymonkey.com/s/eff_altersstufeII
Umfrage für 11- bis 13-Jährige: www.surveymonkey.com/s/eff_altersstufeIII
Umfrage für 14- bis 16-Jährige: www.surveymonkey.com/s/eff_altersstufeIV
Die Befragung ist selbstverständlich anonym - es werden keine persönlichen Daten der Kinder und Jugendlichen erhoben (Dauer: ca. 10 Minuten).
Aktuelle Feuerbrandsituation

Die Pflanzenkrankheit Feuerbrand - verursacht von dem bakteriellen Quarantäneschaderreger Erwinia amylovora - ist in Österreich auch heuer wieder aufgetreten. Das endgültige Ausmaß des Schadens wird erst nach Ende der Vegetationsperiode feststehen und kann daher noch nicht zur Gänze abgeschätzt werden. In den meisten Regionen herrschten beim Kernobst zu Ostern Infektionsbedingungen für das Bakterium, dies fiel oft mit der kritischen Blütezeit zusammen. Die Besichtigungen und abschließenden Untersuchungen laufen noch.
Aufgrund von Warnmeldungen über ein mögliches Feuerbrandauftreten wurde in den Bundesländern Steiermark, Niederösterreich und Vorarlberg in geringem Umfang (insgesamt 47 ha Kernobstfläche) eine einmalige Behandlung mit Streptomycin zur Feuerbrandbekämpfung angewendet.
Überblick über die Situation in den einzelnen Bundesländern zusammengestellt von der Koordinationsstelle für Feuerbrand am Institut für Pflanzengesundheit der AGES
In Niederösterreich wurden heuer bisher 91 Feuerbrandfälle gemeldet. Die erkrankten Wirtspflanzen (Apfel, Birne, Quitte, Zwergmispel, Vogelbeere, Feuerdorn, Weiß- und Rotdorn) stammen aus den Bezirken Waidhofen/Thaya (von dort stammen mehr als die Hälfte der Meldungen), Amstetten, Baden/Mödling, Gänserndorf, Gmünd, Hollabrunn, Horn, Melk, Mistelbach, Neunkirchen und Wiener Neustadt.
In Vorarlberg gibt es im Streuobstbau punktuell sehr starken Befall in der Region zwischen Feldkirch und Götzis, zu flächigem Feuerbrandauftreten kam es nicht. Die meisten Kernobstanlagen zeigen bisher keine oder wenig Feuerbrandsymptome. Zwei Apfelanlagen und eine Birnenanlage sind allerdings mittelstark bis stark betroffen.
In der Steiermark wurden ab 28. Mai 2011 Feuerbrandfälle an Apfel- und Birnbäumen gemeldet. Das Befallsausmaß im Intensivobstbau ist sehr unterschiedlich und betraf acht Betrieb bzw. 43 ha. Rodungen waren bisher nicht erforderlich. Außerhalb des Erwerbsobstbaues wurden erst zwei positive Fälle dokumentiert.
In Kärnten zeigte sich die Krankheit bisher hauptsächlich an Bäumen, die bereits in den Vorjahren infiziert waren. Ein Monitoring der Blüteninfektionen ergab einen schwachen Feuerbrandbefall. Ob die Hagelschläge im Juli die Ausbreitung von Feuerbrand vorangetrieben haben, werden die kommenden Wochen zeigen.
In Tirol sind Feuerbrandfälle aus vier Gemeinden bekannt. Betroffen ist neben Streuobst und Hausgärten auch eine junge Erwerbsobstanlage. Diese Apfelanlage ist relativ stark befallen, das genaue Ausmaß wird derzeit erhoben.
In Oberösterreich trat Feuerbrand in etwas größerem Umfang als 2010 im gesamten Landesgebiet auf, die Situation ist dennoch als ruhig zu bezeichnen. Im Streuobstbau sind Äpfel und Birnen betroffen, da sie zur kritischen Zeit in Blüte standen. Aus dem Erwerbsobstbau liegen derzeit noch keine Meldungen vor.
In Salzburg ist es zu keinen nennenswerten Infektionen gekommen, der Feuerbranderreger wurde nur punktuell festgestellt.
In Wien gab es aufgrund von sehr trockener Witterung zur Hauptblütezeit der Wirtspflanzen bisher nur einen Feuerbrandfall in einer Gärtnerei. Der befallene Birnbaum wurde fachgerecht entsorgt.
Im Burgenland sind alle Kernobstanlagen feuerbrandfrei, der einzige bisher gemeldete Fall stammt aus einem Privatgarten.
Feuerbrand-Fünf-Länder-Tagung 10. – 11. 11. 2011 in der AGES
Seit dem ersten massiven Auftreten des Feuerbrandes in verschiedenen Obstbaugebieten Mitteleuropas Mitte der 1990-er Jahre treffen einander Fachleute aus Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein und Südtirol jährlich zum Feuerbrand-Fünf-Ländertreffen. Dieser Erfahrungsaustausch über aktuelle Entwicklungen in der Bekämpfung von Feuerbrand findet heuer von 10. bis 11. November 2011 in der AGES statt. Bei dieser Gelegenheit werden neben Situationsberichten, neuen Diagnosemethoden und Ergebnissen von Bekämpfungsversuchen auch die Ergebnisse von Forschungsprojekten wie etwa das Feuerbrand-Interreg-Projekt „Gemeinsam gegen Feuerbrand“ (mit Fokus auf den Bodenseeraum) präsentiert.
Badegewässer-Datenbank für unterwegs
Das Badegewässermonitoring gibt einen Überblick über die Badegewässer in Österreich. Seit heuer bietet eine Übersicht der Badestellen in ganz Österreich aktuelle Informationen zu Wasserqualität, Sichttiefe und Temperatur – seit kurzem auch für unterwegs, als App für iPhone/iPad. Mittels der Umgebungssuche finden Sie die nächsten Badestellen in Ihrer Umgebung. Ebenso können Sie alle Badestellen nach Bundesländern sortiert abrufen.
In Zusammenarbeit und Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit sind die aktuellen Messwerte aller österreichischen Badestellen zu finden, die der EU-Badegewässerrichtlinie entsprechen. Für die Einteilung der Qualität eines Badegewässers werden u. a. folgende Parameter herangezogen: Indikatorkeime, die auf eine eventuelle Verschmutzung mit Fäkalien hinweisen (Escherichia coli, Intestinale Enterokokken), Sichttiefe (als Faustregel gilt, dass man seine Füße sehen können soll, wenn man bis zu den Knien im Wasser steht).
Neben der aktuellen Qualität des Badegewässers ist auch die Bewertung der vergangenen Jahre und eine detaillierte Beschreibung des Badegewässers (Badegewässerprofile) zu finden.
Aktuelle Veranstaltungen
12.10 - 13.10.2011 - Wien
120 Jahre Codex Alimentarius Austriacus > Aus Anlass des Jubiläums der Erarbeitung des Codex Alimentarius Austriacus werden die historische Entwicklung des Codex sowie aktuelle VerbraucherInnen-Erwartungen und deren Umsetzung diskutiert.
29.11.2011 - Wien
HIV-Surveillance > Bei dieser Veranstaltung beleuchten wir die HIV-Surveillance in Österreich und richten dabei auch den Blick auf die Situation in den Nachbarstaaten.
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit